Sat.1 fällt auf Betrüger rein: Sender entschuldigt sich
Bei "Ronzheimer – Wie geht's Deutschland" gab sich Yanis B. als Bürgergeld-Schmarotzer aus. Nachdem die Lüge aufgeflogen ist, zieht Sat.1 Konsequenzen. Paul Ronzheimer beschäftigt sich in seinem Sat.1-Format mit Themen, die Deutschland beschäftigen, wie etwa dem Rechtsruck, Migration und Armut. Dazu geht er mit Menschen ins Gespräch. In der ersten Folge der zweiten Staffel war Bürgergeld das Thema. Dafür traf er sich mit Yannis B. aus Hannover . "Arbeitsloser des Jahres" war auf seinem T-Shirt zu lesen. Doch später stellt sich heraus: Er tischte der Produktion eine Lügengeschichte auf. In der Sendung hatte Journalist Paul Ronzheimer Yannis B. gefragt, ob es ihm nichts ausmache, dem Staat "auf der Tasche" zu liegen. Die Antwort des Mannes: "Nee, eigentlich nicht. Ist mir relativ egal eigentlich." Ronzheimer konfrontierte im weiteren Verlauf sogar Manuela Schwesig , Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, mit den Aussagen des vermeintlichen "Sozialschmarotzers". Der ZDF-Skandal: Das ist ein beunruhigendes Szenario Nach KI-Skandal: ZDF-Chefredakteurin Schausten kündigt Konsequenzen an Doch wie "dwdl.de" berichtet, hat Yannis B. das Redaktionsteam der Produktionsfirma i&u Studios vor, während und nach den Dreharbeiten mit gefälschten Dokumenten getäuscht. Inzwischen hat Yannis B. selbst schriftlich eingeräumt, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Sat.1 veröffentlichte eine Stellungnahme auf der "Behind the Screens"-Seite seines Streamingdienstes Joyn, nachdem "dwdl.de" den Sender nach dem Verschwinden der Sendung befragt hatte. Sat.1-Sprecher Christoph Körfer erklärte: "Er hat Dokumente und Belege gefälscht, um seine vermeintliche Geschichte glaubhaft erscheinen zu lassen." Und weiter: "Wir entschuldigen uns aufrichtig beim zuständigen Jobcenter Hannover, das durch die unwahren Behauptungen von Yannis B. in ein falsches Licht gerückt wurde." Auch eine Pressemitteilung, die Sat.1 vor der Ausstrahlung verschickt hatte, ist inzwischen gelöscht. Derzeit prüft der Sender nach eigenen Angaben die Hintergründe sowie mögliche rechtliche Schritte. Die überarbeitete Fassung der Sendung bei Joyn ist nun fast eine Viertelstunde kürzer als die ursprüngliche TV-Ausstrahlung. Auch ARD und ZDF berichteten schon über den Betrüger Der Fall beschränkt sich nicht auf Sat.1. Auch das ZDF hatte in seinem Boulevardmagazin "Hallo Deutschland" über Yannis B. berichtet, in der Sendung vom 5. August 2025. Ein ZDF-Sprecher teilte mit, bei den Dreharbeiten seien "keine Ungereimtheiten bemerkt worden" und es habe "damals keinen Grund" gegeben, "an der Glaubwürdigkeit der Schilderungen von Yannis B. zu zweifeln". Der Beitrag wurde "erneut überprüft", in Mediatheken ist er inzwischen nicht mehr zu finden. Für das ZDF kommt der Vorfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Der Sender hatte zuvor bereits Kritik auf sich gezogen, weil im "heute-journal" KI-Bilder ohne Kenntlichmachung gesendet worden waren. Als Konsequenz zog der Sender seine damalige New-York-Korrespondentin ab. Auch die ARD-Sendung "Brisant" hatte Yannis B. in der Vergangenheit in Beiträgen thematisiert.