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MTB Frame Development – Episode 15: EFBE Cat 5 Tri-Test – über 1 Tonne Last und kontrolliertes Versagen

Nach ersten Fahrtests und dem Aufbau unseres aktuellen Prototyps ging es für uns in die nächste entscheidende Phase: den EFBE Tri-Test in Kategorie 5. Das ist die höchste standardisierte Prüfstufe im MTB-Bereich – ausgelegt für Downhill-Belastungen, hohe Geschwindigkeiten und harte Einschläge. Genau der richtige Rahmen, um unser Konzept unter realistischen Laborbedingungen zu validieren.

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Video: Episode 15

EFBE Cat 5 Test: We Pushed Our Frame Past 1000kg
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Ermüdung: Komplett durchgelaufen

Wir sind mit den klassischen Ermüdungstests gestartet. Das Ergebnis: Der Rahmen lief durch alle Zyklen, ohne dass wir auch nur eine Schraube nachziehen mussten.

  • kein Spiel
  • kein Setzen
  • keine Auffälligkeiten

Für uns ein klares Signal: Das Grundkonzept aus Carbon Tubes, Aluminium Lugs und Klebung funktioniert strukturell wie vorgesehen.

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2500 N auf die Kurbel

Spannend wurde es beim Single Pedal Max Load Test. Hier wirken rund 2500 N direkt auf die Kurbel – eine extreme, einseitige Belastung, die gezielt Schwachstellen sichtbar macht. In diesem Test haben wir erstmals Schäden gesehen:

  • kleiner Riss im BB-Box Seitenteil
  • zwei kleine Risse im Chainstay-Yoke

Erwartetes Verhalten, keine Überraschung, diese Ergebnisse kamen nicht unerwartet. Wir wussten bereits: Der BB-Bereich ist noch nicht final entwickelt, dort existiert aktuell ein kleiner Stress-Riser.

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Abgleich mit der Praxis

Auch beim Yoke gab es bereits Hinweise aus der Praxis. Alex Velo hat uns einen Hinterbau zurückgeschickt, bei dem sich kleine Anrisse im Yoke gebildet hatten. Das Ganze basierte auf einem V7 Rahmen – der Hinterbau ist jedoch identisch zum aktuellen System. Damit zeigt sich: Die Beobachtungen aus dem Labor decken sich mit realer Nutzung.

Kein plötzlicher Bruch

Entscheidend ist dabei das Versagensverhalten: Die Schäden entstehen progressiv, nicht schlagartig.

  • keine abrupten Brüche
  • keine strukturelle Instabilität
  • keine losen Verbindungen

Gerade im Downhill-Bereich ist genau dieses Verhalten entscheidend.

Verhalten nach den ersten Rissen

Nach dem Auftreten der Risse haben wir den Test bewusst weitergeführt.

  • Drop Max Load → keine zusätzliche Verformung
  • Risse → kein weiteres Wachstum

Auch im weiteren Überlastbereich blieb das System stabil. EFBE fordert hier etwa 7000 N mit Verformung und Geräuschen, aber ohne strukturelles Versagen. Ziel ist ein kontrolliertes Safe Failure.

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Über eine Tonne Last

Wir haben die Belastung weiter gesteigert. Am Ende lagen wir bei > 1000 kg äquivalenter Last am Tretlager, Die Grenze war dabei nicht der Rahmen selbst, sondern der Kompressor des Prüfstands. Fazit: Stabil, aber noch nicht final. Der Test zeigt klar, wo wir stehen.

Stärken:

  • hohe strukturelle Stabilität
  • keine Lockerung im System
  • kontrolliertes, sicheres Versagen

Offene Punkte:

  • BB-Bereich optimieren (Stress-Riser eliminieren)
  • Yoke lokal verstärken
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Nächster Schritt

Die gewonnenen Daten gehen jetzt zurück in die Simulation. Im nächsten Schritt:

  • detaillierte FEM-Analyse
  • gezielte Optimierung der kritischen Bereiche
  • Absicherung der finalen Iteration

Entwicklung heißt verstehen

Dieser Test zeigt genau, worum es in der Entwicklung geht: Nicht nur zu beweisen, dass etwas hält, sondern zu verstehen, wie und wo es an seine Grenzen kommt.

Was sagt ihr zu den Belastungstests?

Text und Bilder: Kavenz/Lucart Visual

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