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Atommüll: Castor-Transport rollt durch NRW – 2.500 Polizisten im Einsatz

Der Atommüll aus dem Forschungsreaktor Jülich soll in das Zwischenlager Ahaus. Der erste Konvoi mit einem Castor-Behälter ist gestartet. Der erste Transport von Atommüll aus dem rheinischen Jülich ist nach einer Fahrt quer durch Nordrhein-Westfalen im Zwischenlager Ahaus im Münsterland angekommen. Der Konvoi mit einem von 152 Castor-Behältern hat als Auftakt einer Serie von Transporten sein Ziel erreicht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Der Konvoi war gegen 22 Uhr losgerollt. Bei dem Großeinsatz waren nach Angaben der dpa etwa 2.400 Polizeibeamte eingebunden. Neben dem Schwerlasttransporter mit dem Castor-Behälter fuhren demnach Dutzende Fahrzeuge der Polizei die etwa 170 Kilometer lange Strecke. Einem Sprecher des Innenministeriums zufolge bestand der Konvoi aus etwa 100 Fahrzeugen, auch ein Hubschrauber war bei der Aktion im Einsatz. Die genaue Route hatten die Behörden nicht bekanntgegeben. Einem dpa-Reporter zufolge rollte der Konvoi über die A44, anschließend ging es weiter über die A57. Gerichtsentscheidung und Infoveranstaltung Dem Transport waren mehrere Gerichtsentscheidungen und eine Infoveranstaltung für die Bürger in Ahaus vorausgegangen. Anfang März hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einer Eilentscheidung entschieden, dass die Transporte stattfinden dürfen. Die Umweltorganisation BUND wollte den Transport auf dem Gerichtsweg verhindern. Die Begründung: Die Sicherheit der Castoren sei bei der Fahrt über die Straßen in Nordrhein-Westfalen gegen Störmaßnahmen Dritter nicht gewährleistet. Mehrere Anti-Atom-Demos Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen protestierten ab dem Abend gegen die geplanten Castor-Transporte. In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Nach Angaben eines dpa-Reporters waren etwa 20 Teilnehmer vor Ort. "Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch", sagte Marita Boslar, Sprecherin des Aktionsbündnisses "Stop Westcastor". In Ahaus startete zeitgleich eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus. Dort fand eine Kundgebung statt. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von etwa 250 Teilnehmern. Zudem riefen Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus zu einer Mahnwache vor dem Zwischenlager auf. In Duisburg versammelten sich am Abend an einer Auffahrt zur A42 Dutzende Menschen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Zu der Aktion hatte BUND aufgerufen. Nur wenige Transportfahrzeuge Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte die umstrittenen Atommülltransporte durch NRW am 25. August genehmigt. Nach früheren Angaben des Bundesamtes wurden 152 Einzeltransporte beantragt, die aber gebündelt werden könnten. Es gibt demnach vier geeignete Transportfahrzeuge, die je einen Behälter auf einmal transportieren könnten. Jahrelanges Tauziehen um Jülicher Atommüll Für die Lagerung in Jülich lief die letzte Betriebsgenehmigung bereits im Jahr 2013 aus. Das NRW-Wirtschaftsministerium hatte 2014 angeordnet, das Lager in Jülich zu räumen, weil die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Jahrelang wurden mehrere Optionen geprüft. Aus Sicht des Landes wäre ein Neubau in Jülich die beste Lösung gewesen. Das sei von der Bundesebene nicht unterstützt worden, hatte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) erklärt. Anwohner und Aktivisten stemmen sich seit Langem gegen Atommülltransporte nach Ahaus. Deutschland hat kein Endlager für Atommüll Kritik kam auch aus Reihen der Polizei. Als "sinnlose Mammutaufgabe" hatte der NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Patrick Schlüter, im August 2025 die Transporte mit Begleitschutz kritisiert. Die Politik drücke sich um die Endlagerfrage und lasse Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste fahren. Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden soll. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, darunter das in Ahaus. Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke sollen insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich transportiert werden. Das Verlagern des Atommülls in NRW wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mit 152 Castor-Behältern handelt es sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

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