Ex-CIA-Chef Brennan wirft Donald Trump Lüge vor
Ex-CIA-Chef John Brennan wirft Donald Trump im Iran-Konflikt Hilflosigkeit und bewusste Täuschung vor. Auch ein ehemaliger General sieht die USA im Nachteil. Der ehemalige Direktor des US-Geheimdienstes CIA , John Brennan, sieht aktuelle Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg als "Akt der Hilflosigkeit". Trump hatte Anfang der Woche Gespräche mit Teheran angesprochen, zum anderen aber auch mit weiteren Schlägen gedroht. In einem Interview mit dem US-Sender MS Now sagte der Ex-Geheimdienstchef: "Trump kann die Wahrheit nicht ertragen, auch wenn sie ihm mehrfach ins Gesicht schlägt". Laut Brennan versuche Trump jetzt "einen Weg aus dem Schlamassel zu finden, den er angerichtet hat". Trotz der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Führung in Teheran noch in der Lage, Gegenangriffe auf Israel und arabische Länder durchzuführen und hat den Schiffsverkehr in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus weitgehend lahmgelegt. Krieg im Nahen Osten: Alle aktuellen Meldungen Öl-Insel Charg: Iran bereitet sich auf US-Bodenoperation vor Doch der Ex-Direktor glaubt nicht an direkte Gespräche. "Nichts von dem, was Trump sagte, ist nahe an der Wahrheit." Es gebe Versuche von Vermittlern wie Ägypten und der Türkei , eine Lösung zu finden. Aber es gebe keine offizielle Verhandlung zwischen den USA und dem Iran. "Ich glaube, der Präsident lügt, aber das ist nur meine Meinung. Ich glaube eher dem Iran." Brennan begann seine Karriere bei der CIA in den 1980er-Jahren. Besonders nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gewann er an Einfluss, zunächst als Berater im Weißen Haus, später als oberster Terrorismusbekämpfer. 2013 wurde Brennan schließlich zum Direktor der CIA ernannt – ein Posten, den er bis zum Ende von Barack Obamas Amtszeit 2017 innehatte. Iran: Es haben keine Verhandlungen stattgefunden Am Mittwoch bekräftigte auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, dass es keine direkten Gespräche gibt. Er bestritt Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs und lehnte Gespräche mit Washington ab. "Wir haben nicht die Absicht, zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araghtschi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. Auch der pensionierte US-General Steven Anderson, der im ersten Irakkrieg als Chef der Logistik im Einsatz war, sieht Fehler von Trump im Iran-Krieg. "Im Januar hatte er zu Selenskyj gesagt: Du hast keine guten Karten in der Hand. Das war ein Fehler, er konnte die Karten nur nicht sehen. Und den gleichen Fehler macht er jetzt im Iran", sagte Anderson bei MS Now. Teheran habe durchaus gute Karten in der Hand: Es habe den Willen zu kämpfen, sie haben die Straße von Hormus unter Kontrolle, und "sie haben immer noch ihr angereichertes Uran." Brennan: Türkei und Ägypten könnten helfen CIA-Kenner Brennan gestand Trump zu, das iranische Militär durch die vergangenen Angriffe erhebliche dezimiert zu haben. "Aber sie wollen immer noch kämpfen und nicht aufgeben. Und das angereicherte Uran, das noch irgendwo versteckt ist, ist besorgniserregend", so der 70-Jährige. Hinzu komme, dass das Regime noch immer an der Macht sei. Er glaube, dass die Türkei und Ägypten versuchten, jetzt beiden Seiten zu einer Einstellung der Kampfhandlungen zu bewegen. Dann könne man auch darüber sprechen, wie Schiffe wieder sicher durch die Straße von Hormus fahren könnten. Zuvor hatte der englischsprachige iranische Auslandsfernsehsender Press TV berichtet, dass Teheran einen "Vorschlag" der USA für ein Ende der Kämpfe zurückgewiesen habe. Pakistanische Regierungsvertreter hatten zuvor bestätigt, dass ihr Land dem Iran einen von den USA aufgesetzten Friedensplan mit 15 Punkten übermittelt hatte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte zuvor gesagt, US-Medienberichte über den Plan enthielten "Elemente der Wahrheit". Der iranische Außenminister Araghtschi sagte zu den Gesprächen, es würden mittels "befreundeter Länder oder unterschiedlicher Personen Nachrichten ausgetauscht". Dies sei aber "weder ein Dialog noch eine Verhandlung".