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Bahnstrecke Bad Rappenau/ Bad Wimpfen: Ersatzverkehr verkehrt

Bad Rappenau/Bad Wimpfen. (guz/cbe) "Wegen zum Teil längerer Fahrzeiten werden Reisende gebeten, gegebenenfalls frühere Verbindungen zu nutzen", hatte die Deutsche Bahn (DB) nach dem Hangrutsch zwischen Bad Rappenau und Bad Wimpfen am vergangenen Freitag mitgeteilt. Nur: "Wie viel früher soll man denn noch fahren, um pünktlich anzukommen", schimpft ein verärgerter Zugreisender, der sich beim Telefonat mit der RNZ über den "nicht existierenden" Schienenersatzverkehr auslässt. Seinen Namen nennt er zwar nicht, er ist aber auch kein Einzelfall. Bereits beim Faschingsumzug in Bad Wimpfen am Sonntag wurde der Ersatzverkehr unter Zuschauern thematisiert. Und heftig kritisiert.

Tenor auch dabei: Es gibt ihn nicht, oder zumindest nicht so, dass er wirklich weiterhilft. Am Freitag riefen zahlreiche Schüler ihre Eltern an und ließen sich abholen, weil die Lage völlig unklar war. Die Ferienwoche nimmt nun zumindest die Spitze im Schülerverkehr. Am ersten Arbeitstag nach der Sperrung, die voraussichtlich noch bis Sonntag andauern wird, häuften sich dann aber die Beschwerden, die unsere Redaktion erreichten.

Jörg Zimmermann aus Adelsheim schilderte seine Odyssee so: In Bad Wimpfen sei die Durchsage gekommen "Der Zug fällt aus. Wir bitten, dies zu entschuldigen." Der Fahrer der Stadtbahn habe dann zwar auf den Ersatzverkehr verwiesen, wusste aber nicht genau, wo der Bus abfährt. Es seien auch keinerlei Haltestellen für den Ersatzverkehr gekennzeichnet gewesen. "Da weißt du gar nicht, wo du hinmusst. Da gibt’s kein Wartehäuschen und keinen Aushang. Die lassen dich im Schneetreiben stehen!" ärgerte sich Zimmermann über die aus seiner Sicht schlechte Organisation. Nach mehr als einer Stunde Wartezeit habe sich dann der Fahrer eines Linienbusses erbarmt, und die rund zwei Dutzend Wartenden mit nach Bad Rappenau genommen. Dort habe allerdings ebenfalls der Hinweis auf den Ersatzbus Richtung Sinsheim gefehlt.

Und auch gestern herrschte am Bad Rappenauer Bahnhof noch Ratlosigkeit: "Nirgends sind Abfahrtszeiten zu finden", beschwert sich eine Frau, die normalerweise von der Kurstadt nach Sinsheim pendelt. Doch sie finde keinerlei Informationen zum Schienenersatzverkehr, notgedrungen hat sie sich deshalb zwei Tage freigenommen. Und auch Paula Olaru ist verärgert: Mit dem Bus ist sie von Siegelsbach nach Bad Rappenau gefahren, nun wartet sie auf den Schienenersatzverkehr nach Bad Wimpfen, um dort in den Zug nach Heilbronn zu steigen. Wann es für sie in Bad Rappenau weitergeht, weiß sie nicht. "Das ist ganz schlecht geregelt hier", findet sie.

In der Tat: Hinweise am Rappenauer Bahnhof muss man suchen. Im Schaukasten ums Eck ist ein Aushang in DIN-A-4-Größe zu finden, der erklärt, wo der Ersatzverkehr abfährt. Am Busbahnhof selbst findet sich keinerlei Hinweis, am Bahnsteig selbst läuft an den Anzeigern in kleiner Schrift "Schienenersatzverkehr" durch. Allerdings werden die regulären Verbindungen deutlich größer weiterhin angezeigt. Manche Reisende warten deshalb nach wie vor am Bahnsteig - ist der Bus schließlich da, schaffen es manche nicht mehr rechtzeitig durch die Unterführung.

Auf Nachfrage teilte Michael Krauth, Sprecher der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG), mit, dass sich aktuell mehrer seiner Kollegen in engen Abstimmungsgesprächen mit der Deutschen Bahn befänden, da die DB als Streckenbetreiber für den Ersatzverkehr zuständig sei und auch die Fahrer für die Stadtbahnen auf dieser Linie stelle.

"Die AVG hat großes Interesse daran, dass der Ersatzverkehr funktioniert", bekundete Krauth. Zugleich räumte er am Montag ein, dass der Ersatzverkehr derzeit noch unregelmäßig verkehre. Die Bahn setze zwei Busse eines privaten Unternehmens ein, je einen in jede Richtung. Diese seien allerdings 60 bis 90 Minuten in unregelmäßigen Intervallen unterwegs. Man arbeite daran. Beim Umzug in Bad Wimpfen am Sonntag waren laut Krauth "Reisendenlenker" im Einsatz, also Infopersonal, das den Fahrgästen hilft. Warum dies offenbar an vielen vorbeiging, könne er nicht sagen.

Von der Bahn blieb trotz mehrmaliger Kontaktaufnahmen bislang jegliche Rückmeldung aus. Umgestürzte Bäume sowie hohe Niederschlagsmengen hätten den Untergrund aufgeweicht, so dass es zu Beeinträchtigungen des Bahndammes gekommen sei, hatte die DB am Freitag mitgeteilt. Inzwischen sollen die Sicherungsarbeiten begonnen haben. Bereits vor wenigen Tagen war es in dem jetzt erneut betroffenen Bereich zu einem kleineren Erdrutsch gekommen. Die Strecke war eine Stunde lang gesperrt.

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