Musikschule Mosbach: Nachwuchs bewies beim "MusikSpektrum" bisweilen beachtliche Professionalität
Von Pia Geimer
Mosbach. Wer an der Musikschule seine Stimme oder sich selbst an einem Instrument ausbilden lässt, der kann nach einiger Zeit auch in einem der vielen Ensembles mitwirken und erleben, wie spannend gemeinsames Musizieren sein kann. Das "MusikSpektrum" gibt jedes Jahr Gelegenheit, sich diese Formationen anzuhören, in denen zuweilen schon sehr professionelle Leistungen zu bewundern sind.
Auch diesmal eröffnete ein junges Blechbläserensemble den bunten Reigen des MusikSpektrums, mit schwungvollen ungarischen Folksongs. Blechbläser sind offenbar eher Jungssache, hier finden sich nur selten Mädels, die dafür in den Flöten- und Streicherklassen deutlich in der Mehrheit sind. Eigentlich schade, denn in den Blechbläserensembles von Werner Engelhardt wird fein musiziert, seine jungen Trompeter, Posaunisten und Hornisten spielen Stücke von Renaissancemusik bis Pop.
Auch die Streicher können ihre ersten Erfahrungen im Ensemblespiel an der Musikschule machen. Geigerin Daniela Tomas hatte mit ihrem "kleinen" Streicherensemble wieder viel neuen Nachwuchs am Start, der sich mit "Circle of Life" und "Jazzy beat" vorstellte. Zwei wirkungsvolle Ensemblestücke für Querflöten, "Dreaming und Boogie" von Joos Creteur, präsentierten danach vier junge Querflötistinnen (begleitet von Eva Sassenscheidt-Monninger am Flügel). Sie entstammen der erfolgreichen Kaderschmiede von Flötenlehrer Martin Schmidt, die immer wieder starke Formationen hervorgebracht hat.
Mit über 25 Jahren ist der Kinder- und Jugendchor "Pirol" eines der traditionsreichsten Ensembles der Musikschule. Aber auch da muss Chorleiter Martin Daab natürlich immer wieder Nachwuchs einarbeiten, ab der 5. Klasse können die Kinder hier neu einsteigen. Mit sanften Stimmen zum dezenten Playback legten die "Pirole" auch diesmal wieder einen wohlpräparierten Vortrag hin, wie immer auswendig singend bei ihren beiden Liedern aus dem Musical "Sister Act2".
Unter dem Namen "Basement Practise" firmiert eine fünfköpfige Band an der Musikschule unter der Leitung von Gitarrenlehrer Thomas Stalter, die bereits im letzten MusikSpektrum am Start gewesen war. Frontsängerin Leonie Trunzer und ihre Jungs sorgten mit Songs von Bob Marley und U2 vor der Pause für gute Stimmung, auch technisch passte alles, Sound und Balance waren gut abgemischt.
Auch das Gitarrenorchester kann sich über Nachwuchsmangel nicht beschweren und trat hier offensichtlich "verjüngt" mit Stücken von Leslie Searle an. Gerne spielen Michael Diedrich und seine Truppe zuweilen auch mit externen Solisten zusammen. In diesem Jahr waren das zwei Solistinnen von den "Pirolen": zuerst Franziska Kniel (Alt), die noch etwas vorsichtig mit sehr zarter Stimme Bob Dylans "Make you feel my love" sang, und danach Julia Schwamberger (Sopran), die mit einem wirklich starken, blitzsauberen Vortrag von Händels berühmter Arie "Lascia ch’io Pianga" die Zuhörer begeisterte.
Anschließend steuerten Daniela Tomas und ihre "großen" Streicher einen Satz aus einem barocken Concerto grosso bei, gefolgt von dem versierten Trompeter-Trio Sebastian Knapp, Julian Sauer und Tim Schulte, die präzise und klangschön drei Sätze aus dem Divertimento von Alexander von Kreisler erklingen ließen.
Der letzte Teil des Programms gehörte dann den Ensembles um Schlagwerk-Lehrerin Wessela Kostowa-Giesecke, die traditionell zu den Leistungsträgern der Musikschule zählen. Vor allem die Trommler Aaron Göbel, Ferdinand Größler, Jannis Lichtenfels und Patrick Schulz elektrisierten mit ihrem "Short circuit" von Lilo Davila, aber auch die beiden größeren Formationen präsentierten sich bei "Smoky Mokes" und "Mongo Santamaria" in perfekter Verfassung, und das obwohl die Musiker und ihre Eltern die zahlreichen Instrumente an diesem Tag unter erschwerten Bedingungen in die Mälzerei hatten schaffen müssen. Mit ihrem fast professionellen Können und bewundernswerter Disziplin sorgten sie für einen tollen Abschluss dieses MusikSpektrums.