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Ausstellung "Thema Natur": Die Natur geht alle an

Von Heide Seele

Heidelberg. Der Titel klingt so allgemein, dass sich vieles denken ließe: "Thema Natur" hat Werner Schaub die neue Ausstellung der Heidelberger Künstlergruppe genannt. Zu ihrer Realisierung haben sich fünf Mitglieder zusammengetan, sie rücken auf jeweils individuelle Weise unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund. Natürlich schwelgen sie dabei keineswegs in der Idylle, und sie pflegen auch nicht unbedingt einen sentimental gesteuerten Retrotouch. Auf Kritik wird nicht verzichtet. Beim Rundgang kommen keine Zweifel daran auf, wie hoch die (unverbildete) Natur von den Teilnehmern geschätzt wird.

Maria Weigel hielt bei der Vernissage eine gewohnt tief schürfenden Einführungsrede, in der sie auf die Attraktivität und anhaltende Aktualität des Themas verwies. Natur geht bekanntlich alle an. Deshalb muss ihrer Gefährdung entschlossen entgegengewirkt werden - gerade auch mit Mitteln der Kunst. Die sind bekanntlich nicht so effektiv, wie es zu wünschen wäre. Lynn Schoene, der gegenwärtig in der Heidelberger Stadtbücherei eine Einzelausstellung gilt, überrascht mit zwei Rundobjekten, die miteinander gut zu korrespondieren scheinen. Dass sie aus Papier bestehen, ist auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar. Sie heißen "Echo" und "I place my hope in the water" und erregen allein aufgrund ihrer naturhaften Wabenstruktur Aufmerksamkeit.

Hartmuth Schweizer, der seit Langem den Geheimnissen der gewachsenen Umwelt nachspürt, wartet in seiner Fotoserie "Äpfel" mit delikaten Formfindungen auf. In seiner aufwändigen "Installation Wald" stellt er die Bäumchen auf den Kopf - mit dem Geäst nach unten. Er hat sie weiß bemalt. Mitsuko Hoshino ist mit vier Beiträgen im Format 60 x 50 cm vertreten. Sie benutzte für diese geschickt komponierten "flow-nests" und "flow-plants" Ölfarbe auf Silikonfolie, während sie ihr "needle trace" (90 x 91 cm) mit Mineralpigmenten und Acrylbindemittel auf Japanpapier gemalt hat. Die Technik spielt eine dominante Rolle.

Berna Gülerbasli zeigt neben einer Videoarbeit, in der sie die Natur und den Menschen beziehungsreich konfrontiert, drei technisch perfekte Schwarzweiß-Fotografien, in denen naturbelassene Gesteine, Wald oder Berge die Motive abgeben, während Mario Urlaß neben seiner kritisch-humorvollen Rauminstallation "Schweinetraube" weitere mehrfach deutbare Objekte zur Schau stellt, so eine Mischtechnik, die zwischen Tier und Pflanze anzusiedeln ist. Offenbar ein uralter Olivenbaum aus Italien.

Info: Forum für Kunst, Heiliggeistraße 21, 69117 Heidelberg. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juli zu sehen.

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