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Volksbank Neckartal: Keine Garantie für die Anzahl der Filialen

Von Marcus Deschner

Eberbach. In schwierigem Umfeld auf gutem Weg sieht sich die Volksbank Neckartal. Dies wurde in der Vertreterversammlung am Dienstag in der Eberbacher Stadthalle deutlich. 197 von über 400 Vertretern fanden den Weg dorthin.

Sie wurden von Aufsichtsratsvorsitzendem Steffen Platz begrüßt. Alle rund 46.000 Mitglieder der Volksbank erhalten eine vierprozentige Dividende auf ihre Geschäftsanteile. Sie wird am Donnerstag gutgeschrieben.

Vorstandsvorsitzender Ekkehard Saueressig nutzte die Versammlung, um an den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu erinnern. Er ist der Gründer der genossenschaftlichen Bewegung. Raiffeisens Idee sei heute nach wie vor aktuell.

Die Volksbank Neckartal arbeite nach diesem Prinzip seit mehr als 150 Jahren. Saueressig warf einen Blick auf die globalen Entwicklungen am Finanzmarkt und streifte Brexit, die schwierige Regierungsbildung hierzulande sowie die Lage in Italien.

Der Finanzfachmann warnte eindringlich vor der Einführung einer europäischen Einlagensicherung. Ihr stelle sich die genossenschaftliche Finanzgruppe entschlossen entgegen.

Saueressig: "Es braucht nur einen kurzen Blick auf das Volumen der Not leidenden Kredite und der jeweiligen nationalen Sicherungseinrichtungen, um festzustellen, dass die Zeit eben nicht reif für eine gemeinsame Einlagensicherung ist".

Die aberwitzige Forderung nach einem Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank seitens designierter italienischer Regierungsparteien unterstreiche zusätzlich, wie weit man in Europa von normalen Verhältnissen entfernt sei.

Ekkehard Saueressig ging auch auf die internen Entwicklungen der Bank ein, die vor allem auch von Regulatorik, Niedrigzins und Digitalisierung geprägt seien. So könne man nicht garantieren, dass die Zahl der Filialen in den nächsten Jahren konstant bleibe.

Vorstand Ralf Gallion nannte Zahlen. Seinen Ausführungen zufolge nimmt die Volksbank Neckartal Platz 96 von deutschlandweit 915 Genossenschaftsbanken ein. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresultimo 2017 knapp zwei Milliarden Euro und stieg so im Vorjahresvergleich um gut vier Prozent.

Die Kundeneinlagen seien um fast drei Prozent auf nahezu 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Der Bestand der klassischen Spareinlagen sei mit 700 Millionen Euro leicht rückläufig gewesen. Die Volksbank Neckartal habe einen Jahresüberschuss von knapp drei Millionen Euro erzielt, der größte Teil davon fließe in Rücklagen.

Rasch waren die üblichen Regularien abgearbeitet. So wurden Jahresabschluss und Verwendung des Jahresüberschusses genauso einmütig gebilligt wie die von Zuzenhausens Bürgermeister Dieter Steinbrenner beantragte Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

In gleicher Einmütigkeit gebilligt wurde die von Vorstand Dr. Achim Himmelmann erläuterte Änderung der Satzung und der Wahlordnung. Aus dem Aufsichtsrat verabschiedet wurde nach 21 Jahren Ernst Rimmler aus Reichartshausen. An seine Stelle tritt Blanca Mayer aus Neckarbischofsheim.

In das Gremium wiedergewählt wurden Jürgen Henrich, Thomas Krauth, Walter Leibfried und Steffen Platz. Gewählt wurden zudem die Mitglieder des Wahlausschusses für die 2019 anstehende Wahl der Vertreter. Je 100 Mitglieder des genossenschaftlichen Instituts muss dann ein Vertreter bestimmt werden.

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