Gemeinderat Sinsheim: Stadthalle und Theodor-Heuss-Schule – alles wird teurer
Sinsheim. (tk) Nachträge an der Theodor-Heuss-Schule, Nachträge bei der Stadthalle. Unterm Strich wird alles teurer. Mit den Angeboten beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderats und genehmigte sie ohne Diskussionen einstimmig. Zwei Fachplaner erläuterten die Teuerungen.
Mehr Brandschutzputz als erwartet werde bei der Sanierung des B-Baus der Theodor-Heuss-Schule benötigt. Dadurch verteuert sich der Posten um rund 12.000 Euro auf voraussichtlich rund 118.800 Euro. Im Zuge der Arbeiten hätten sämtliche Zimmerdecken der Räume auf drei Stockwerken geöffnet und deren Innenleben speziell behandelt werden müssen. Bei den Mehrkosten, sagte Planer Steffen Schober, handle es sich um Massenmehrungen; das bedeute, man habe mehr Material benötigt als zuvor abzusehen gewesen wäre.
Bei einer Hebeanlage sei man zur Einsicht gelangt, dass ein Austausch letztlich günstiger komme als eine Sanierung der bestehenden Anlage. Der Nachtrag von rund 26.800 Euro wurde als Formalie bezeichnet, da sich durch ihn zwar das Gesamt-Auftragsvolumen auf rund 633.800 Euro erhöhe. Jedoch führe dies auch zu Einsparungen im Gewerk Heizung/Lüftung/Sanitär. Findige Rechner sprachen in der Sitzung gar "von Einsparungen von 50 Euro".
Ähnlich argumentiert wurde bei den rund 36.500 Euro Nachtrag zur Gebäudetechnik der Stadthalle, wie Ingenieur Matthias Herrenbauer schilderte. Zwar koste der Gesamtauftrag nun rund 383.700 Euro; man spare aber "rund 5 000 Euro bei anderen Gewerken ein". Auch die Lüftungsinstallation der Stadthalle wird um rund 21.200 Euro teurer und kostet am Ende voraussichtlich rund 616.400 Euro. Auch die Metallbauarbeiten wurden vergeben. Die Auftragssumme liegt bei rund 148.600 Euro, gerechnet hatte man mit rund 102.000 Euro.
"Merkwürdig" fand Planer Herrenbauer, "dass manche Gebäudeteile nirgends dokumentiert sind." Es fehle an verlässlichen Plänen der Stadthalle. Kürzlich sei man auf zwei übereinander montierte Lüftungsklappen gestoßen, die obendrein gefahrvoll und "mit immensem Stundenaufwand" hätten demontiert werden müssen. Auch Baudezernent Tobias Schutz sagte, es habe sich ihm "nie erschlossen", warum es im Rathaus "auch von manchen neueren Bauten" keine Unterlagen gebe. Seine Vermutung: Vieles sei nach Verstreichen der Aufbewahrungspflicht entsorgt worden, was gerade bei Bauzeichnungen "sehr ärgerlich" sei. Auch nach einem Hochwasser in den 70er-Jahren sei "vieles entsorgt" worden.
Die Spuren jener Flut fänden sich bis heute "in Form von gelblich-braunen Krusten und Staub" die aus manch altem Plan rieselten, schmunzelte Schutz. Dass dies "nicht nur in Sinsheim so ist", sagte Gremiumsmitglied Alexander Speer, von Beruf Hochbauamtsleiter in Bad Rappenau.