Viele Herausforderungen: In Dühren wird das Gemeindehaus abgerissen und das Pfarrhaus verkauft
Von Christian Beck
Sinsheim-Dühren. Seit zwei Jahren ist Annette Röhrs Pfarrerin in Dühren. Sie wird es bleiben, auf eigenen Wunsch. Und das, obwohl sich in der Kirchengemeinde eine Herausforderung an die nächste reiht. Denn es fehlt am Geld, wie sich gleich mehrfach zeigt: Das große Gemeindehaus kann nicht mehr unterhalten werden und wird abgerissen. Außerdem schimmelt es in der Kirche, der Innenraum und die Orgel müssen saniert werden. Und am Pfarrhaus stehen ebenfalls kostspielige Reparaturen an, es soll deshalb verkauft werden.
"Es tut uns weh", sagt Annette Röhrs mit ruhiger Stimme zu all den Hiobsbotschaften, die im Rahmen einer Gemeindeversammlung bekannt gegeben wurden. Vor allem die Sache mit dem Gemeindehaus wiege schwer: Das Gebäude stammt aus den 70er-Jahren, viele Gemeindemitglieder haben den Bau noch miterlebt und tatkräftig mitgeholfen. Doch das Gebäude ist sanierungsbedürftig, produziert enorme Heizkosten und ist für Dühren außerdem sehr üppig dimensioniert: "Das Gemeindehaus ist mehr als doppelt so groß wie die vorgeschriebene Sollfläche", erklärt Dekanin Christiane Glöckner-Lang. Besagte Sollflächen waren im Rahmen des kirchlichen Liegenschaftsprojekts ermittelt worden, um Kosten zu sparen.
Doch wie geht es nun weiter? Laut Annette Röhrs gibt es Ideen, einen Großteil des Grundstücks mitsamt Gemeindehaus zu verkaufen. Das Gebäude soll dann abgerissen werden. Auf dem Teil des Grundstücks, den die Kirche behält, könnte dann ein deutlich kleineres Gemeindehaus gebaut werden. Laut der Pfarrerin gab es es im Rahmen der Gemeindeversammlung aber auch Stimmen, die ein gemeinsames Gemeindehaus mit den Katholiken anregten.
Wie genau es in dieser Angelegenheit weitergeht, steht laut Annette Röhrs noch nicht fest. Klar ist aber: Es wird eine Übergangszeit geben, in der sich die Gemeinde in ein anderes Gebäude einmieten muss. "Und wir werden das alte Gemeindehaus nicht auf Teufel komm’ raus verkaufen", betont die Pfarrerin. Dabei gehe es nicht nur ums Geld, sondern auch um das, was dort entstehen soll: "Betreutes Wohnen wäre toll, das gibt es in Dühren noch nicht", findet Röhrs.
Etwas, das es in der Nikolauskirche seit November nicht mehr gibt, ist ein Gottesdienst mit Orgelbegleitung. Denn damals wurde festgestellt, dass sich in dem Instrument Schimmel gebildet hat. Damit dieser nicht beim Spielen durch die Pfeifen in den Kirchenraum gewirbelt wird, schweigt das Instrument nun. Eine Sanierung kostet voraussichtlich 22.000 Euro.
Doch der Schimmel hat sich auch in der Kirche breit gemacht: Vor allem an der Holzdecke sind weiße Punkte zu sehen. Um diesen zu beseitigen, muss in der Kirche ein Gerüst aufgestellt werden. Und um zu verhindern, dass es erneut schimmelt, soll eine Lüftungsanlage installiert werden. Wie hoch die Kosten dafür ausfallen, vermag die Pfarrerin noch nicht zu sagen, es stehen noch Gutachten aus.
Und dann ist da noch das Pfarrhaus: Das alte Gebäude mit schmuckem Holzboden und verwunschenem Garten wurde vor circa zehn Jahre für viel Geld saniert, stand danach aber leer. "Das hat dem Gebäude nicht gut getan", berichtet Annette Röhrs. Nun müsste erneut viel Geld in die Hand genommen werden. Doch das wird nicht passieren, statt dessen soll das Haus verkauft werden.
Wie es mit all den Herausforderungen weiter geht, wird die Zeit zeigen. Doch die Pfarrerin ist zuversichtlich: "Ich habe das Gefühl, dass das zusammen mit dem Kirchengemeinderat zu schaffen ist." Doch sie betont auch, dass Unterstützer sehr willkommen sind: Solche, die Spenden sammeln, sowie jene, die der Kirchengemeinde mit ihrem Wissen weiterhelfen können. Dazu wird eine Projektgruppe gegründet, das erste Treffen findet am Donnerstag, 28. Juni, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in der Karlsruher Straße 25 statt.