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SV Sandhausen: Keine Geschenke für den alten Freund in Darmstadt

Von Claus Weber

Sandhausen. Kenan Kocak kennt sich am Darmstädter Böllenfalltor gut aus. Während seiner Fußballlehrer-Ausbildung hospitierte der Sandhäuser Coach bei Dirk Schuster, dem alten und neuen Cheftrainer des SV Darmstadt 98. "Ich schätze ihn sehr", sagt Kocak, "er ist ein fantastischer Mensch und ein Trainer mit hoher Qualität." Deshalb freue er sich sehr auf das Wiedersehen. Aber Gastgeschenke wolle er keine mitbringen zum badisch-hessischen Derby am Samstag (13 Uhr, direkt in Sky) im Merck-Stadion am Böllenfalltor.

Im Gegenteil. Nach dem schwachen Saisonstart mit nur einem Punkt aus vier Partien will der Tabellenvorletzte beim Tabellenzweiten endlich den ersten Sieg landen. Die starke Leistung beim jüngsten 0:0 gegen Union Berlin hat Mut gemacht und für Aufwind gesorgt.

"Darmstadt hat eine sehr starke und eingespielte Mannschaft mit klaren Hierarchien", sagt Kocak, "und wir brauchen einen sehr guten Tag, um dort zu bestehen, aber die Qualität dazu haben wir."

Zumal der Trainer wieder mehr Alternativen hat. Am Montag ist Karim Guédé ins Training zurückgekehrt. Der erfahrene Stürmer, der im Sommer vom Bundesligisten SC Freiburg an den Hardtwald kam, hatte sich gleich im ersten Saisonspiel in Fürth ein Band gerissen. "Er hat uns gefehlt, auch wegen seiner Mentalität", sagte Kocak, "im Training hat er einen guten Eindruck hinterlassen, er ist sehr engagiert." Dass der 33-Jährige bereits am Samstag ins Team zurückkehrt, wollte Kocak nicht ausschließen. Seine Routine würde dem SVS sicher gut tun. Die beiden neuen Angreifer Fabian Schleusener und Kevin Behrens warten noch immer auf ihre ersten Zweitliga-Tore.

Allerdings weiß Kocak auch: "Wir brauchen in Darmstadt Spieler, die hundertprozentig fit sind. 99 Prozent reichen gegen diese Mannschaft nicht aus."

Deshalb ist offen, ob Leart Paqarada und Rurik Gislason am Samstag im Aufgebot stehen werden. Der Linksverteidiger aus dem Kosovo und der Angreifer aus Island sind erst am Dienstag bzw. Mittwoch von anstrengenden Länderspielreisen zurückgekehrt. Paqarada bestritt 90 Minuten beim 0:0 in Aserbaidschan, Gislason durfte 74 Minuten beim 0:6 in der Schweiz ran. "Wir sind froh, dass sie wieder gesund zurück sind", sagte Kocak.

Als Ersatz für Paqarada, der zur Stammelf zählt, käme Alexander Rossipal in Frage. Der Neuzugang aus der Hoffenheimer U 23 hat sich beim 0:0 im Testspiel gegen den Erstligisten SC Freiburg in den Vordergrund gespielt. "Allerdings war er in der Vorbereitung verletzt", gab Kocak zu bedenken, "ich glaube aber, dass er noch sehr wertvoll für uns sein wird."

Auf der rechten Abwehrseite klebt Ken Gipson das Pech an den Fußballschuhen. Letzte Saison fiel er nach einem Wadenbeinbruch 151 Tage aus. Und gerade erst hatte er eine Außenbanddehnung am Knöchel auskuriert. Nun hat sich der 22-Jährige erneut verletzt. Bei einem Zweikampf im Training rissen zwei Bänder in der Schulter, eine Operation scheint unausweichlich. "Wir müssen davon ausgehen", bedauerte Kocak, "dass die Hinrunde für Ken gelaufen ist." Auch Felix Müller ist angeschlagen. Der Außenbahnspieler zog sich im Training einen Pferdekuss im Oberschenkel zu. "Wir hoffen aber, dass er bis zum Spiel wieder fit wird", sagte Kocak.

So könnte Sandhausen spielen: Lomb - Klingmann, Kister, Karl, Paqarada - Linsmayer, Jansen - Förster, Gislason - Schleusener, Behrens.

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