World News

Bad Rappenau: Verbundschule wartet auf Antwort aus Stuttgart

Von Falk-Stéphane Dezort

Bad Rappenau. Gibt es in der Kurstadt bald die Möglichkeit, das Abitur zu belegen oder nicht? Die Verantwortlichen hängen noch immer in der Luft. Nach einem Gemeinderatsbeschluss im Dezember 2017 wurde im Januar dieses Jahres ein entsprechender "Antrag auf Errichtung einer dreijährigen gymnasialen Oberstufe an der Verbundschule" beim Kultusministerium eingereicht. Bisher ohne Rückmeldung. "Wir warten unmittelbar auf eine Antwort. Normalerweise dauert es nur ein halbes Jahr", sagte Rektorin Yvonne Geier. "Es ist für Bad Rappenau ein wichtiges Projekt und wäre ein großer Gewinn. Unter dem schulpolitischen Aspekt wäre eine Oberstufe sinnvoll", findet Oberbürgermeister Sebastian Frei.

Bei einem Vor-Ort-Termin der SPD-Landtagsfraktion, die zu einer Klausurtagung in Bad Rappenau gastierte, stellte Geier den Sozialdemokraten rund um den Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecher, Dr. Stefan Fulst-Blei, das Konzept der Verbundschule vor.

"Wir sind eine Schule geworden", sagte Geier. Zwar gebe es zwei Bildungswege, aber auch viele Gemeinsamkeiten. Als Beispiele zählte sie neben einem gemeinsamen Bildungsplan, der Schulordnung oder einer Schülervertretung für alle 856 Schüler auch die Tatsache auf, dass alle Lehrer beide Bildungszweige unterrichten.

"Wir denken nicht in Abteilungen", betonte Geier. Der Fusionsprozess sei zwar nicht ohne Komplikationen vonstatten gegangen und habe viel Kraft gekostet, doch es habe sich gelohnt. "Es war ein wichtiger und guter Prozess."

Der nächste Schritt sei nun die Einführung einer gymnasialen Oberstufe. Man habe mit den umliegenden Gemeinschaftsschulen geredet und alle hätten positiv auf das Vorhaben reagiert. "Wir sind ein Leuchtturmprojekt", sagte Yvonne Geier. "Unser Anspruch ist es, eine Schule zu sein, die bis zum Abitur führt."

Im Juni hatte die SPD-Landtagsfraktion eine Anfrage im Bezug auf die Kriterien zur Vergabe einer Oberstufe an Susanne Eisenmann (CDU) gestellt. Die Kultusministerin führte in ihrer Antwort aus, dass eine gymnasiale Oberstufe nur dann genehmigt werden kann, wenn hierfür ein öffentliches Bedürfnis gegeben ist. Insbesondere sei bei der Prüfung des öffentliches Bedürfnisses zu berücksichtigen, ob die langfristige Schülerzahlprognose für die Klassenstufe 11 eine Mindestanzahl von 60 Schülern erwarten lässt. Rektorin Yvonne Geier ist davon überzeugt, dass sie "die nötigen Schülerzahlen haben werden".

Bei der Schülerzahl werden gewisse Prozentsätze aus potenziellen Übergängern der Gemeinschaftsschule, der Realschule und der umliegenden Kommunen eingerechnet. "Unser Problem ist es, dass nach der Handreichung des Kultusministeriums, obwohl die Realschule Tür an Tür ist, diese nur als auswärtige Schule angerechnet wird", erklärte Oberbürgermeister Sebastian Frei im Gespräch mit der RNZ. Dabei sei aber mit deutlich mehr Übergängern von der Realschule zu rechnen. "Die Handreichung wird diesem Umstand nicht gerecht." Für Stefan Fulst-Blei ist dies "schwierig nachzuvollziehen. Es sind Regelungen, die den Gemeinschaftsschulen das Leben schwer machen."

Die SPD wollte bei ihrer Anfrage wissen, inwiefern bei der Schülerzahlprognose der Organisationsform der Verbundschule Rechnung getragen wird. "Innerhalb festgelegter Bandbreiten ist eine Berücksichtigung besonderer Sachverhalte wie die Tatsache, dass eine Gemeinschaftsschule im Schulverbund mit einer Realschule geführt wird, möglich", erklärte Eisenmann. Zu den Chancen einer Bewilligung des Antrags wollte sich die Kultusministerin allerdings nicht äußern.

Auch OB Frei ist sich des Ausgangs des Antrags nicht sicher. "Ich bin von Haus aus Optimist. Ich kenne die Bedenken von umliegenden Kommunen und habe auch Verständnis." Dennoch hoffe er, dass der Antrag Gehör findet. Er ist sich sicher, dass das Kultusministerium und das Regierungspräsidium Stuttgart sich die nötige Zeit für eine abgewogene Entscheidung nehmen. Egal, ob sie für die Verbundschule positiv oder negativ ausfällt.

Читайте на сайте