Waldbrunn: Unwetterschäden von 2016 nach wie vor sichtbar
Von Jürgen Hofherr
Waldbrunn. Eine kurze Sitzung mit nur vier öffentlichen Tagesordnungspunkten hatte der Gemeinderat Waldbrunn zu bearbeiten. Obwohl nur wenige Themen besprochen und entschieden werden mussten, war es doch eine historische Sitzung, die aufgrund eines nicht-öffentlichen Vorlaufs verspätet begann.
Zur Historie: Mit einem Volumen von gut fünf Millionen Euro beschlossen die Kommunalpolitiker die größte Einzelinvestition seit Bestehen der Winterhauchgemeinde. Die genannte Summe fließt in eine Straßenbaumaßnahme im Ortsteil Schollbrunn.
Bei idealen Förderbedingungen kann die Gemeinde mit Zuschüssen in Höhe von drei Millionen Euro rechnen. Darüber hinaus gebe es Abwasser- und Trinkwasserinvestitionen in sogenannte kostenrechnende Einrichtungen, sodass eine Refinanzierung über die Gebührenhaushalte sicher sei, relativierte Bürgermeister Markus Haas die Gesamtsumme. Dennoch müsse man sich darüber im Klaren sein, dass ein enormer Eigenanteil zu stemmen sei.
Nach dem Unwetter Ende Mai 2016 müssen nun nicht nur die Oberflächen der Rohleder- und der Talstraße saniert werden, auch für die Abwasserbeseitigung sowie die Trinkwasserversorgung müssen Millionenbeträge aufgebracht werden. Zu den reinen Baukosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro kommen Planungskosten für das Büro "Sack und Partner" in Höhe von 500.000 Euro.
Die Baumaßnahmen werden von der Firma HLT aus Neckargerach durchgeführt. Voraussichtlich ist in Schollbrunn für die Dauer von eineinhalb Jahren mit Behinderungen zu rechnen. Sofern das Wetter mitspielt, soll der Ausbau bis im Frühjahr 2020 realisiert werden.
Die hervorragende Konjunktur macht sich in Waldbrunn nicht nur durch einen Zuwachs bei den Steuereinnahmen bemerkbar, auch bei der Veräußerung von Gewerbegrundstücken im Baugebiet Waldbrunner Höhe in Oberdielbach schlägt sich dies nieder.
Schienen die Grundstücke in den Anfangsjahren nahezu unverkäuflich, muss nun der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden, will man die Nachfrage befriedigen. Bürgermeister Haas ließ das Gemeinderatsgremium jedoch wissen, dass der Verkauf kein Selbstläufer sei. Die gesamte Verwaltung müsse stets am Ball bleiben und die Anfragen bzw. Wünsche der Käufer zeitnah bearbeiten.
Die Planung übernimmt das Büro IFK aus Mosbach, die Erschließung wurde zum Preis von 249.675 Euro an die Firma Mackmull aus Muckental vergeben. Die Tiefbauarbeiten für den notwendigen Löschwasserbehälter werden zum Preis von 56.728 Euro von der Waldbrunner Firma Vogel durchgeführt.
Abschließend diskutierte der Gemeinderat die Auslagerung einer Mineraliensammlung, die der Gemeinde Waldbrunn vor etwa zehn Jahren überlassen worden war. Ein Geologe der Firma, die bis in die 1970er-Jahre den Steinbruch am Katzenbuckel betrieb, hatte während seines Berufslebens Steine und Mineralien aus allen Gegenden der Erde gesammelt und katalogisiert.
Die Angehörigen übergaben diese Sammlung mit der Maßgabe, diese dauerhaft auszustellen. Hierfür wurde das ehemalige Tourismus-Büro mit Leader-Förderung umgebaut.
Im Zuge der nun anstehenden Rathaussanierung stellte sich die Frage, wie man mit der Sammlung verfahren soll. Da es in Waldbrunn an passenden Räumlichkeiten, aber auch an bürgerschaftlich engagierten Personen fehlt, die sich der Ausstellung sachkundig annehmen, entstand die Idee, die Mineraliensammlung an den Heimat- Museumsverein Wagenschwend zu übergeben, damit die wertvollen Stücke im dortigen Museum adäquat präsentiert werden.
Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, einen entsprechenden Unterleihvertrag zu schließen, dessen Laufzeit Ende 2025 endet. Mögliche Rückforderungen der Leader-Mittel seien, wenn überhaupt, nur in einem niedrigen Bereich zu erwarten, so Bürgermeister Markus Haas.