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Tag des Waldes in Oftersheim: Tote Bäume trüben die Feststimmung

Von Stefan Kern

Oftersheim. Eigentlich ist der Sonntag, 8. September, ein Anlass zum Feiern für die Oftersheimer. Denn für den 34. Tag des Waldes haben sich Gemeinde, Kreisforstamt und Vereinskartell einiges einfallen lassen: Von Exkursionen zum Thema "Wald und Weide" über Alphornmusik bis zu Tänzen der Böhmerwaldgruppe - bei der Feier rund um die Grillhütte ist für alle etwas dabei.

Leider gibt es aber auch schlechte Nachrichten. "Die trockenen Sommer hinterlassen immer mehr Spuren im Hardtwald, das ist nicht zu übersehen", sagt Revierförster Achim Freund. Nicht nur die Kiefern seien massiv geschädigt. Auch die Buchen gerieten zunehmend unter Druck. "Die Situation des Walds insgesamt ist dramatisch", betont auch Forstdirektor Sebastian Eick.

Die Oftersheimer bekommen das bald auf dem Areal zwischen den beiden Wildgehegen deutlich zu sehen. Dort werden so viele Buchen geschlagen, dass der Wald an dieser Stelle künftig sehr licht sein wird. "Die Buchen dort sind so stark beschädigt, dass wir sie fällen müssen", sagt Freund. Viele der Bäume stellten derzeit eine Gefahr für Besucher dar. In Nordbaden seien die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark spürbar, erklärt Eick. Die Kiefernmischwälder seien dort in der derzeitigen Form kaum noch zu halten. Und so stehe das Kreisforstamt nun vor der Aufgabe, den Wald "klimafest" zu machen. In der Region hätten nur noch jene Bäume eine Zukunft, die höhere Temperaturen aushalten und viel Trockenheit vertragen können.

Keine besonders guten Aussichten also für das anstehende Waldfest. "Aber vielleicht ist der Tag des Waldes gerade deshalb wichtig", sagt Oftersheims Bürgermeister Jens Geiß. Die Menschen für die Belange und Bedeutung des Waldes zu sensibilisieren sei schon das Ziel des früheren Bürgermeisters Siegwald Kehder im Jahr 1978 gewesen. "Oftersheim versteht sich als Waldgemeinde", betont Geiß. "Über die Hälfte unserer Gemarkung ist bewaldet. Ohne den Wald ist Oftersheim nicht Oftersheim." Die diesjährige thematische Ausrichtung bewertet der Bürgermeister als geradezu perfekt. Das Motto "Wald und Weide" lenke den Fokus der Besucher auf den nachhaltigen Schutz der Dünenlandschaft. Seit 2017 werden dort einige Areale mit Ziegen, Schafen und Esel beweidet. Das Ziel ist eine lichte Sanddünenlandschaft mit typischer Fauna und Flora, wie Dünen-Sandlaufkäfer und Steppenbienen oder Sandstrohblume und Silbergras. Allerdings ging die Renaturierung der Dünen bisher eher schleppend voran (die RNZ berichtete).

"Der Tag des Waldes ist nicht einfach nur ein vergnügliches Fest", sagt Jens Geiß. "Es geht dabei auch um Inhalte." Der Bürgermeister weist darauf hin, dass Landesforstpräsident Max Reger an diesem Tag zwei geführte Exkursionen anbietet. Die Besucher sollen den Wald und seine Funktion verstehen lernen. Und einsehen, dass es sich lohnt, ihn stärker zu schützen.

An Verpflegung soll es den Besuchern trotzdem nicht mangeln. Die Vorsitzende des Vereinskartells, Silvia Höfs, freut sich darüber, dass acht Vereine mitmachen und für Essen und Trinken sorgen. Darüber hinaus gibt es ein Programm für Kinder. Neben einem Maltisch für die Kleinsten wird ein Niedrigseilgarten aufgebaut, und auch der Mitmach-Zirkus "Paletti" ist vertreten. Die 7. Waldkönigin Baden-Württembergs, Johanna Eich, ist ebenfalls vor Ort.

Info: Das komplette Programm für den "Tag des Waldes" gibt es unter www.oftersheim.de.

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