L600 bei Lingental: Es war ein Unfall mit Ansage
Von Christoph Moll
Leimen-Lingental/Gaiberg. Volker Pfeiffer und Richard Bader hatten es kommen sehen: Für den RNZ-Leser und den CDU-Stadtrat aus Leimen war klar, dass die neuerliche Reparatur der Straßenränder an der Landesstraße L 600 zwischen dem Gaiberger Kreisel und Lingental nicht ausreicht und es hier irgendwann zu einem Unfall kommt. Am Montag ist es passiert. Ein Laster geriet gegen 9.45 Uhr auf der Fahrt in Richtung Gaiberg kurz nach Lingental aus der Fahrspur und kam auf das aufgeweichte Bankett. Mit fatalen Folgen: Die Erde gab nach, der Laster rutschte die Böschung hinunter und kippte ins Maisfeld. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon, die L 600 war stundenlang gesperrt.
Es war ein Unfall mit Ansage: Vor der Sanierung der L 600 waren die Straßenränder bewachsen und festgefahren. Nach dem Ende der Arbeiten vor einem Jahr bestanden sie nur noch aus lockerer Erde. Im Winter und im Frühjahr kamen immer wieder Autos und Laster von der Fahrbahn ab, was an tiefen Spuren in der Erde zu sehen war. Die meisten konnten sich selbst wieder befreien. Nicht so ein Laster, der sich im Januar festfuhr.
Im September handelte das für die Verkehrssicherheit zuständige Landratsamt in Heidelberg und verdichtete die Straßenränder. Die Kosten: 25.000 Euro. Der Erfolg: überschaubar. Nach wenigen Tagen zeigten sich wieder tiefe Spuren. Für CDU-Stadtrat Bader ist das kein Wunder: Die Straßenränder seien nur mit Mineralbeton aufgefüllt worden: "Das sieht aus, als ob es fest sei, ist es aber nicht."
Das zeigte sich auch am Montag: Laut Polizei war der 49-jährige Fahrer mit dem Kipplaster eines Garten- und Landschaftsbauunternehmens aus dem Karlsruher Raum auf den unbefestigten Seitenstreifen geraten. Der Untergrund gab nach, der Laster stürzte um und kam auf der rechten Seite zum Liegen. Zur Bergung mussten zwei Abschleppwagen anrücken, die den Laster wieder aufrichteten und zurück auf die Fahrbahn zogen. Die L 600 war von 11.15 bis gegen 14 Uhr voll gesperrt. Die Schadenshöhe und die Ursache waren noch unklar.
Die Polizei hat zuletzt zwar keine Unfälle wegen der aufgeweichten Bankette registriert, sagte deren Sprecher Dieter Klumpp: "Das Problem ist aber trotzdem sichtbar." Eng werde es, wenn sich zwei Laster begegnen. Dann komme es wohl zu den Ausweichmanövern.
Die Stadt Leimen habe das für die L 600 zuständige Regierungspräsidium (RP) in Karlsruhe auf das Problem hingewiesen, wie deren Sprecher Michael Ullrich sagte. Auch Oberbürgermeister Hans D. Reinwald werde das Thema beim Besuch der Regierungspräsidentin nächste Woche ansprechen. "Das steht nicht unter Nummer 72 auf der Agenda, sondern weit oben", versicherte Ullrich. RP-Sprecherin Irene Feilhauer verwies am Montag auf das Landratsamt, das sich auf Anfrage nicht äußerte. Für RNZ-Leser Pfeiffer ist klar: "Der Unfall wird kein Einzelfall bleiben."