Meckesheim: Fische sollen durch die Elsenz kommen
Von Nicolas Lewe
Meckesheim. Warum steht ein Bagger im Bachbett der Elsenz? Diese Frage beschäftigt derzeit die Bürger in Meckesheim. Die RNZ hat recherchiert und herausgefunden, dass es sich bei der Baumaßnahme um ein Projekt der Süwag Grüne Energien und Wasser AG & Co. KG (SGWE) handelt. Laut Süwag-Pressesprecher Marcus Heckler soll hier am Stauwehr vor dem E-Werk eine Fischtreppe entstehen.
Das Unternehmen leiste damit einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (siehe Hintergrund). Diese sehe unter anderem vor, dass Fische in den Gewässern innerhalb der EU ungehindert wandern können. Vorbilder für die Fischtreppen gibt es bereits in Neckargemünd, Bammental oder Mauer. Für die Anlage, die nun in Meckesheim entsteht, ist dem Pressesprecher zufolge eine Bauzeit von zweieinhalb Monaten vorgesehen. Die Kosten beziffert Heckler auf rund 360.000 Euro.
Für die Durchführung der Baumaßnahme habe es zunächst einer Genehmigung durch das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises bedurft, ehe nun mit den Arbeiten begonnen werden konnte. Verantwortlich dafür ist die Firma Rendler Bau aus Offenburg, die sich auf die Errichtung von Wasserkraftanlagen aller Art spezialisiert hat.
Im Zusammenhang mit dem Bau der Fischtreppe wurde die Elsenz in diesem Bereich um etwa 1,50 Meter abgesenkt, was laut dem Angelsportverein einigen Unrat zutage förderte. Bei einer Säuberungsaktion seien neben Glasflaschen und Eisenteilen auch eine Fahrzeugachse, ein Fahrrad und ein Verkehrszeichen aus dem Schlamm gezogen worden.
Übrigens: Obwohl die Gemeinde Meckesheim in die Arbeiten nicht direkt mit eingebunden ist, spielte der Bau der Fischtreppe auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats eine Rolle. Eine Bürgerin wollte wissen, was am E-Werk vor sich geht, woraufhin Bürgermeister Maik Brandt erklärte, dass man über einzelne Bauschritte nur bedingt Auskunft geben könne: "Es ist kein Projekt der Gemeinde." Hauptamtsleiter Uwe Schwarz bestätigte, dass mit der Fischtreppe die Durchgängigkeit der Elsenz bis zur Mündung in den Neckar hergestellt werden soll. Einen Vorteil für die Gemeinde sah der Hauptamtsleiter darin, "dass für uns keine Kosten entstehen."