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St. Leon-Rot: Erzbischof Burger besuchte gerne seine "alte Heimat"

Von Kuno Schnader

St. Leon.Rot. Mit dem Pontifikalamt in der St. Mauritius-Kirche Rot, musikalisch umrahmt mit der Missa in B für Soli, Chor und Orchester von Franz Schubert, machte sich der Cäcilienchor St. Mauritius Rot zum 130-jährigen Jubiläum selbst das schönste Geschenk. Der 70 Mitglieder starke Chor, seit 1987 von Musikdirektor Klaus Siefert mit großem Können geleitet und 1995 als Leistungschor im Badischen Chorverband eingestuft, verfügt über ein reichhaltiges, jederzeit abrufbares Repertoire an anspruchsvoller Chorliteratur aus verschiedenen Zeitepochen. Diese Werke großer Meister werden an den Festtagen immer mit großem Einfühlungsvermögen interpretiert und vom Orchester an St. Mauritius und der Organistin Silvia Kettenmann oder von Gastorganisten begleitet.

Bei seiner Verabschiedung als Pfarrer der Pfarrgemeinde Rot fielen die Worte: "Wir sind uns sicher, dass Stephan Burger dereinst als höherer Würdenträger diese Kirche betreten wird." Und so kam es auch. Es war schon ein erhebender Augenblick für die vielen Gläubigen, als ihr ehemaliger Pfarrer nunmehr als Freiburger Erzbischof, von den Ministranten, vom Leiter der Seelsorgeeinheit und dem aus Rot stammenden Militärdekan Artur Wagner begleitet, die Gläubigen segnend, mit dem Bischofsstab zum Altar schritt. Dort hieß ihn Pfarrer Dr. Michael Hettich herzlich willkommen. Die Bemerkung des Erzbischofs, er sei gerne in seine alte Heimat gekommen, wurde mit großem Beifall bedacht.

Der gemeinsam gesungene Choral "Ein Haus voll Glorie schauet", von Chor, Orchester und Orgel begleitet, leitete zu den kraftvollen Bittrufen des Kyrie über. Diese wurden im Wechsel von der Sopranistin Josefa Kreimes, Regina Grönegress (Alt) und dem sehr gut disponierten Chor eindrucksvoll zu Gehör gebracht und von Streichern, Bläsern und dem Organisten Bernhard Reiß wirkungsvoll unterstützt.

In rascher Tonfolge und in freudig-feierlichem Klang begann das Gloria mit brillierenden Sopran- und Tenor-Soli von Josefa Kreimes und Thomas Jakobs, bevor Bassist Walter Henzel das "domine deus, agnus dei" mit wohlklingender Stimme vortrug. Mit dem "quoniam tu solus sanctus" (Du allein bist der Heilige) steigerte der Chor das Forte und ließ das Gloria im jubilierenden Amen ausklingen.

"Wird der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?" Diese Frage ist mehr als berechtigt, stellte Erzbischof Burger in seiner Predigt fest. Zurzeit kämpfe die Kirche um ihre Glaubwürdigkeit und setze sich mit der Zukunft auseinander. Alle Bemühungen könnten nicht über den Schwund des Glaubens und den Bedeutungsverlust der christlichen Kirchen hinwegtäuschen, so der Erzbischof weiter. Ungeachtet aller Reformen falle es Menschen schwerer, sich an Glaubensgemeinschaften zu binden. Welche Bindekraft der Glaube jedoch haben könne, erlebe er bei seinen Aufenthalten in Indien, Peru, auf den Philippinen, in Kenia oder Äthiopien, wo Menschen sich verstünden und zusammenarbeiteten, so Stephan Burger.

Und hier stellt sich für den Erzbischof die Kernfrage: Wie steht es mit meinem persönlichen Bekenntnis zu Christus? Ist er mein Heiland und Erlöser? Gerade von der Beantwortung dieser Frage hänge mein Verständnis von Kirche als Werkzeug Gottes ab. Auch kirchliche Gemeinschaften könnten als Bindekraft wirken, so der Erzbischof. Er schlug damit die Brücke zum Cäcilienchor, der mit seinem liturgisch-kirchlichen Dienst eine Form der Glaubensvermittlung ausübe, die über das gesprochene Wort hinausgehe und vieles von der Frohbotschaft Gottes erfahren lasse. Er gratulierte dem Chor zum Jubiläum und dankte allen Engagierten für ihre Einsatzbereitschaft über all die Jahre hinweg.

Im gesungenen Glaubensbekenntnis ist das "et in carnatus est" (Er hat Fleisch angenommen) immer eine besondere Stelle. Mit großer Verinnerlichung brachten die Solisten dieses Geschehen musikalisch zum Ausdruck. Bei der Kreuzigungsszene "crucifixus etiam pro nobis" (Er wurde für uns gekreuzigt) waren es dann vor allem die Streicher, die lautmalerisch geradezu Ergriffenheit bei den Besuchern erwirkten.

Das Kirchenlied "Alles meinem Gott zu Ehren", von Gemeinde, Chor und Orchester mit Orgelbegleitung zur Gabenbereitung vorgetragen, das feierliche Sanctus, das Benedictus, ein Part der vier Solisten mit mächtigen Schlussakkorden und das im Wechsel von Solisten und Chor zu Gehör gebrachte Agnus Dei gaben dem Pontifikalamt einen würdigen Rahmen.

Dem "Ave verum" von Mozart folgte, "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" von Josef Haydn, bei dem der Chor mit dynamischer Gestaltungskraft sein volles Klangvolumen zur Geltung brachte. Beim abschließenden Te Deum vom Orchester, der Orgel und den Oberstimmen des Cäcilienchors begleitet, konnten sich die Gläubigen selbst mit ihrem Gesang einbringen.

Dem exzellent geschulten Cäcilienchor, seinem versierten Chorleiter, dem einfühlsam registrierenden Organisten, dem freudig aufspielenden Orchester an St. Mauritius und den überzeugenden Solisten galt der lang anhaltende Beifall der Gottesdienstbesucher für deren reife Darbietungen. Nach dem Gottesdienst nahm das Händeschütteln kein Ende.

Mit dem gemeinsamen Konzert mit dem Knabenchor St. Petersburg am Sonntag, 15. Dezember, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Mauritius schließt sich ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr an, bevor der Chor bei der Gestaltung der Weihnachtsliturgie gefordert ist.

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