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Sandhausen: Unverhoffte Finanzspritze für Erdgasheizung abgeschafft

Sandhausen. (luw) Wer bisher seine Heizung in einer Sandhäuser Immobilie auf Erdgas umgestellt hat, bekam – meist völlig unverhofft – von der Gemeinde eine Finanzspritze von 250 Euro. Mit diesem kommunalen Förderprogramm ist es nun ebenso vorbei wie mit jenem zur "Lärmsanierung an stark belasteten Ortsstraßen". Beide Programme liefen bereits seit den 1980er Jahren, gelten daher inzwischen als nicht mehr zeitgemäß – und enden nun auf jeweils einstimmigen Beschluss des Gemeinderats in seiner jüngster Sitzung.

Wobei es noch einen kleinen Unterschied gibt: Während die finanzielle Unterstützung für den Einbau von Lärmschutzfenstern an viel befahrenen Straßen bereits zum 31. Mai auslief, existiert jene für die Umstellung auf eine Erdgas-Heizung noch bis Ende dieses Monats.

"Damals gab es noch viele Ölheizungen, Kohle- und Holzöfen", blickte Ortsbaumeister Michael Schirok im Gremium auf die 1987 eingeführte Förderung von Erdgas-Heizungen zurück: "Das war in den 80er Jahren durchaus eine berechtigte Sache." Heutzutage aber sei Gas auch "nichts anderes als ein fossiler Brennstoff, der CO2 produziert". Damals sei darüber eben noch nicht diskutiert worden. "Das war im Prinzip eine stille Förderung", erklärte Schirok. Immer wieder seien Bürger "ganz erstaunt" darüber gewesen, dass es plötzlich für die Umstellung ihrer Heizungsanlage einen Zuschuss gab.

Aus den Sitzungsunterlagen geht übrigens hervor, dass allein zwischen 2016 und März 2021 37 Gasanschlüsse mit insgesamt über 9000 Euro gefördert wurden. In den Ausführungen der Verwaltung ist angesichts der häufig über die automatische Zahlung erstaunten Eigentümer auch zu lesen, dass "das Förderprogramm die falschen Anreize setzt, teuer ist und in der Bevölkerung noch nicht einmal wahrgenommen wird". Folgerichtig war also der ohne Diskussion von den Räten getroffene Beschluss, das Programm zu streichen.

Als ähnlich "aus der Zeit gefallen und wirkungslos" galt nun auch die Förderung für den Einbau von Lärmschutzfenstern der "Schutzklasse 2" in Häuser, die vor 1980 gebaut wurden. Dazu Ortsbaumeister Schirok: "Das war damals was besonderes, aber jetzt bekommt man in der Regel schon ,Schallschutzklasse 3’ angeboten." Der Zuschuss betrug 50 Prozent der Anschaffungskosten. Zwar wurde dieses Angebot laut Verwaltung "zuletzt nur noch relativ selten in Anspruch genommen". Dennoch wurden hier zwischen 2016 und 2021 noch über 30.000 Euro an Zuschüssen gewährt.

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