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Mannheims Stadtteile: Niederfeld punktet mit Natur, Infrastruktur und Stadtnähe

Von Marco Partner

Mannheim. Viel Wasser, noch mehr Grün und die City in greifbarer Nähe: Der Stadtteil Niederfeld ist ob seiner idyllischen Lage vor allem bei jungen Familien begehrt. Das Freizeitangebot von Sportvielfalt bis zur Erholung im Waldpark und Strandbad ist groß, doch der Wohnraum im kleinen Stadtteil begrenzt. Dementsprechend ausgeschöpft und kostspielig gestaltet sich der Wohnungsmarkt.

Zwischen dem Diakonissenkrankenhaus im Norden und der Rheingoldhalle im Süden ist das Viertel gelegen, das zum Stadtbezirk Neckarau zählt. Viele Einfamilien-, aber auch Mehrfamilienhäuser prägen das Bild. Die meisten Straßen sind verkehrsberuhigt, mit breiten Bürgersteigen und viel Baumbestand. Lange war der junge Stadtteil zwischen Lindenhof und Neckarau nur als grüne Wiese und für seine Kleingärtneranlagen bekannt. Erst in den 1960er-Jahren erfolgte der Spatenstich, wurden Schrebergärten in Bauland umgewandelt. "Aber es ist ein Freizeitort geblieben", findet Christoph Gutknecht.

Der Bezirksbeiratssprecher der CDU zog 2003 mit seiner Familie nach Niederfeld. Was er an seinem Stadtteil schätzt, kann der frühere Leiter der BMW-Niederlassung in Neckarau auf eine kleine Mannheimer Formel bringen: "Familienstandort zum Quadrat plus Freizeitvielfalt hoch vier", rechnet er vor. Vor allem aufgrund der ausgeprägten Schullandschaft von der Grund- und Werkrealschule und einem Gymnasium bis zur freien Waldorfschule fiel für den zweifachen Familienvater die Wahl auf Niederfeld. Auch viele Vereine – ob Tennis, Fußball, Handball, Reiten oder Kanu – sind wie mehrere Kinderspielplätze fußläufig in unmittelbarer Umgebung, die in Lockdown-Zeiten von vielen Mannheimern wiederentdeckten Naherholungsgebiete wie die Reißinsel und Silberpappel nur einen Spaziergang entfernt.

Auch im Herzen Niederfelds plätschert das Wasser: der Stollenwörthweiher. "Hier zeigt sich das ehrenamtliche Engagement", sagt Gutknecht. Zwei Vereine teilen sich den Badesee-Betrieb, der im Sommer beliebter Treffpunkt bei Alt und Jung ist. Schräg gegenüber liegt mit der Rheingoldhalle ein mietbares Veranstaltungshaus für Messen und private Feiern, dahinter eine Golfanlage.

Viele Freizeitoptionen also, doch wie sieht es mit der Wohnentwicklung aus? "Es findet gerade ein Umbruch statt", erklärt der Christdemokrat. In die Bungalows und Einfamilienhäuser der 1970er-Jahre zieht mittlerweile die zweite und dritte Generation ein. "Die Nachfrage ist groß, dementsprechend steigen die Grundstückspreise überdurchschnittlich an", weiß Christoph Gutknecht.

Zudem wird der ehemalige Rheingold-Sportplatz aktuell in das Neubaugebiet Rheintöchterstraße umgewandelt. "Da gab es viele Diskussionen und auch eine Bürgerinitiative, die das verhindern wollte", so Gutknecht, der glaubt, dass das Neubaupotenzial im Revier damit nahezu ausgeschöpft ist – wenn der ursprüngliche Charakter mit immer noch 975 Kleingärtneranlagen erhalten bleiben soll. Klein und relativ überschaubar wirkt der Stadtteil. Dabei beträgt die Gemarkung Niederfelds 419 Hektar. "Das ist etwas mehr als der Central Park in New York, und viermal so groß wie der Europa-Park in Rust", rechnet Gutknecht vor.

Immer populärer für städtische Natur-Ausflügler wird der Promenadenweg, der an Kleingärten und Stollenwörthweiher vorbei in den Waldpark führt. Im Sommer sieht man dort viele Autos parken, aber auch immer mehr Fahrräder vorbeiziehen. Die Radwege seien passabel, aber vor allem Richtung Rheinau noch ausbaufähig, findet Gutknecht.

Rund um die Steubenstraße und den Rheingoldplatz gibt es noch inhabergeführte Geschäfte, Bäckereien und Cafés, Handwerksbetriebe, eine Gärtnerei und auch Restaurants – vom beliebten Mongolen bis zu traditionellen Vereinsgaststätten. Ergänzt wurde die Nahversorgung im Quartier durch einen Biomarkt, der 2019 im Rheingold-Center in die ehemalige Sparkassen-Filiale einzog. Etwas weiter nördlich steht ein anderer Wandel bevor: Das Steubenhof-Hotel schafft es nicht durch die Coronakrise und soll in den kommenden Jahren für vier Millionen Euro in ein Pflegeheim umfunktioniert werden. Auch eine Antwort auf den Altersdurchschnitt von über 47 Jahren.

"Wie die Vereine mit ihren Gaststätten durch die Pandemie kommen, ist auch noch fraglich. Es gibt einen Mitgliederschwund", bedauert der Bezirksbeiratssprecher.

Dabei ist ja gerade das Freizeitangebot das Markenzeichen Niederfelds. Und das kommt nicht von selbst, sondern oft durch ehrenamtliches Engagement. "Das liebe ich am meisten, dass hier auch die kurzen Beine kurze Wege haben, die Kinder sicher zur Schule gehen oder fast vor ihrer Haustüre eine Sportart ausüben können", betont Gutknecht.

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