Gaimühle: So wirkte sich die Coronapandemie auf Eberbachs kleinsten Ortsteil aus
Von Barbara Nolten-Casado
Gaimühle. Corona hat Eberbachs kleinsten Ortsteil Gaimühle schwer gebeutelt: gleich mehrere der rund 85 Einwohner wurden vom Virus heimgesucht, wie Bezirksbeiratsvorsitzender Gernot Dürr berichtet. Seit 2008 lebt der 50-jährige Zollbeamte in Gaimühle, genießt dort die Ruhe, die traumhafte Natur und die netten Nachbarn. Der positive Nebeneffekt der Pandemie laut Dürr: der ohnehin gute Zusammenhalt der Menschen im Ittertal-Dörfchen hat sich in der Krise noch verstärkt.
Man half sich in der Nachbarschaft so gut es nur ging: "War jemand erkrankt, so führten die Nachbarn zum Beispiel den Hund aus, sie kauften ein, machten Besorgungen und brachten mal kleine Geschenke vorbei", freut sich der Vorsitzende über das freundschaftliche Zusammenleben im Ort. Auch habe man eher mehr miteinander geredet als vor Corona – wenn auch über die Straße weg. Viel ausfallen musste in Gaimühle indes wegen Pandemie und Lockdown nicht. Denn: "Seit die Gaststätte, die es hier mal gab, vor einigen Jahren zugemacht hat, gibt es keine Räumlichkeiten mehr für Veranstaltungen im Dorf, deshalb ist auch keine Vereinstätigkeit mehr möglich", erläutert Dürr. Kein Training der Damen-Gymnastikgruppe mehr, keine Bastelabende, keine Feste. Der Seniorennachmittag im Advent wird seitdem in Friedrichsdorf gemeinsam mit den dortigen Senioren veranstaltet, mit der Folge, dass, so Dürr, einige ältere Menschen aufgrund der räumlichen Distanz nicht daran teilnähmen. Nicht einmal die Bezirksbeiratssitzungen können mehr vor Ort stattfinden. "Dafür müssen wir ins Eberbacher Rathaus, mit dem Nachteil, dass kaum Bürger dazukommen. Vielen ist der Weg einfach zu weit", berichtet er. Deshalb gehen die Hoffnungen der Menschen in Gaimühle für die Zeit nach Corona in eine ganz bestimmte Richtung: "Wenn die Stadt mal wieder Geld hat und wenn das neue Wasserhaus steht, könnten wir vielleicht eine Blockhütte hier im Dorf bekommen, als eine Art Dorfgemeinschaftshaus", wünscht sich Dürr. Dort könnte es dann wieder Gymnastikstunden für die Frauen geben. Und Bastelabende. Und vielleicht ein kleines Sommerfest, und eigene Seniorenfeiern. "Dann kämen sicher wieder ein paar mehr Leute…" Doch fürs erste freut Dürr sich darauf, nach Ende der Pandemie "einfach wieder ganz normalen Kontakt mit den Leuten zu haben – ohne Maske und Abstand. "Und das jährliche Treffen aller Gaimühler Bürger in der "Holzner Mühle", das zuletzt nicht möglich war, das sollte auch wieder aufleben."