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Sinsheim: Wieso das Mähen mit der Sense trotz High-Tech unverzichtbar ist

Sinsheim-Reihen. (abc) Im Vergleich zu modernen Mährobotern wirkt die Sense wie ein Werkzeug aus längst vergangener Zeit. Doch trotzdem hat sie nach wie vor ihre Existenzberechtigung – beispielsweise beim Mähen schwer zugänglicher Hänge. Doch der Umgang damit will gelernt sein, weshalb die Nabu-Ortsgruppe Sinsheim am Samstag einen entsprechenden Einführungskurs veranstaltet hat.

"Das Sensen von Hand ist viel schonender für die Pflanzen- und Tierwelt als die Motor-Variante – und leiser noch dazu", erklärte Nabu-Vorstandsmitglied Anja Hoffmann den jeweils zwei Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich schon um 6.30 Uhr am Sportplatz eingefunden hatten. Von dort aus ging es zu einer nahe gelegenen Wiese, auf der schon der Referent und Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Sinsheim, Kurt Ritzhaupt, wartete.

Zuvor hat das wissbegierige Quartett der RNZ die Gründe für die Teilnahme verraten. "Ich habe zwar eine Motorsense zu Hause, aber um die Bäume herum ist es besser, mit der Hand zu sensen. Und weil ich zum letzten Mal vor 30 Jahren richtig gemäht habe, möchte ich schauen, ob es noch funktioniert", erklärte Matthias Zimmermann aus Weiler. Der Rohrbacher Richard Knierim erhoffte sich derweil ein paar Ratschläge für das korrekte Dengeln und Schleifen der Sense sowie die richtige Führung allgemein. "Ich habe das Sensen vor sieben Jahren von einem österreichischen Bauern gelernt. Diese Kenntnisse will ich jetzt auffrischen", begründete die Angelbachtalerin Barbara Appel ihre Anwesenheit. Und Hannelore Lörz aus Ittlingen hatte gar mehrere alte Sensen dabei, von denen sie eine reparieren lassen wollte.

Das schaffte der Referent zwar nicht, zeigte den Kursteilnehmern aber trotzdem jede Menge Tricks und Kniffe, um künftig besser mit der Sense umgehen zu können. "Je stärker das Sensenblatt gebogen ist, desto leichter haben es Anfänger beim Sensen", erklärte Ritzhaupt, während er eine der mitgebrachten Sensen einstellte. "Die Sense liegt hinten auf und soll vorne etwa fünf Millimeter über Niveau sein. Außerdem soll sie nur geführt werden, das heißt immer auf dem Boden bleiben", sagte der Referent weiter, der außerdem dazu riet, beim Sensen immer gerade zu stehen. "Das muss richtig spielerisch gehen", betonte Ritzhaupt. Die Sense wird ihm zufolge mit links am höher liegenden von zwei Griffen festgehalten und mit rechts am tiefer liegenden Griff geführt. All das konnten die Kursteilnehmer anschließend ausgiebig ausprobieren.

Auch das korrekte Dengeln, also das Schärfen der Sichel, indem sie mit einem Hammer bearbeitet wird, demonstrierte der Referent, wobei er außerdem erklärte, woher der Uzname "Wetzstoispucker" der Sinsheimer stammt: "Wenn man die Sense mit einem nassen Wetzstein schärft, nutzt sie das weniger stark ab, als mit einem trockenen Wetzstein. Der Unterschied ist aber nur minimal. Trotzdem haben die Sinsheimer immer auf den Stein gespuckt, auch wenn sie im Wasser standen", sagte Ritzhaupt.

Nicht nur das Lehrlings-Quartett war am Ende begeistert, sondern auch Anja Hoffmann. Sie wies noch auf eine weitere Nabu-Veranstaltung hin: eine Exkursion mit Bernhard Oechsner zum Artenreichtum im Grünland in Abhängigkeit von der Bewirtschaftung. Treffpunkt ist der Parkplatz unterhalb der Burg Steinsberg.

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