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Verklebte Schienen: Karlsruher Stadtbahnen kommen langsam in Gang (Update)

Karlsruhe. (dpa) Der Karlsruher Stadtbahnverkehr kommt wegen der aufwendigen Beseitigung klebriger Fugenmasse nur langsam wieder in Gang. Wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mitteilten, gibt es zwar deutliche Fortschritte bei den Reinigungsarbeiten. Von diesem Montag an konnten etwa auf der wichtigen Ost-West-Achse entlang der Kaiserstraße und Kaiserallee wieder Bahnen fahren. Es werde jedoch auch in den kommenden Tagen weiter Einschränkungen, Umleitungen und Ausfälle geben. Busse ersetzen in der Zeit in der Innenstadt als Ringlinie die Bahnen.

Nicht nur Schienen müssen gereinigt werden: Bei mehr als 40 Bahnen wurden auch die Radreifen und Drehgestelle durch die Fugenmasse verklebt. Der Großteil muss noch von einer Spezialfirma mithilfe von Trockeneis gesäubert werden.

Seit Dienstag vergangener Woche gibt es Beschränkungen im Bahnverkehr in Karlsruhe mit Folgen für die ganze Region, weil sogenannte Vergussmasse zwischen Asphalt und Gleisen an mehreren Stellen weich geworden war. Die Bahnen verteilten den Stoff beim Durchfahren; so verklebten Gleise und Fahrzeuge. Die Ursachenforschung geht derweil weiter. Ein Institut untersucht Materialproben. Unklar ist noch, ob die Schäden durch Arbeiten an Neubaustrecken verursacht wurden und ob es einen Zusammenhang mit jüngeren Bauarbeiten gibt.

Update: Montag, 21. Juni 2021, 11.26 Uhr


RNV hat einen Blick auf Schienen bei Hitze

Zwischen Bahngleisen und Asphalt dient eine teerartige Masse als Puffer. Eigentlich darf die nicht weich werden. Das ist jetzt aber doch passiert: In Karlsruhe zieht man die Notbremse.

Von Marco Krefting und Daniel Bräuer

Karlsruhe. Verkehrschaos in Karlsruhe: Vermutlich wegen Baumängeln an Straßenbahnschienen müssen Fahrgäste auch in den kommenden Tagen mit Einschränkungen rechnen. "Wir nehmen mehr und mehr Strecken in Betrieb. Aber bis wir wieder auf 100 Prozent sind, wird es noch dauern", sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) am Mittwoch. Für Fahrgäste heißt das: Manche Linien werden derzeit gar nicht bedient, andere wurden zusammengelegt oder fahren nicht im regulären Takt. Kunden empfahl der VBK-Sprecher auf der Homepage des Verkehrsverbunds kvv.de und in sozialen Netzwerken zu schauen. "Die Situation ändert sich im Grunde alle paar Stunden." Weil die Strecken auch über die Stadtgrenzen hinaus reichen, sind auch Pendler aus dem Umland von den Einschränkungen betroffen.

Seit Dienstagabend hatte der Bahnverkehr in der Innenstadt weitgehend stillgestanden. Der Grund: Wegen der Hitze war sogenannte Vergussmasse zwischen Asphalt und Gleisen war an einigen Stellen weich geworden. Die Bahnen nahmen die klebrige Masse bei der Durchfahrt mit. So verklebten einige Schienen in der Karlsruher Innenstadt. Die VBK stoppte daraufhin den gesamten Tram- und Stadtbahnverkehr. Noch in der Nacht arbeiteten auch eine Fachfirma und das THW an der Reinigung.

Mehrere Dutzend Fahrzeuge sind unterschiedlich stark verschmutzt, wie der Sprecher erklärte. Laut SWR und Badischen Neuesten Nachrichten soll dabei auch Trockeneis zum Einsatz kommen, um die Masse spröde zu machen.

Die Ursache ist laut BVK noch unklar. Sachverständige seien eingeschaltet worden. Geprüft werde etwa, ob minderwertiges Material verbaut wurde oder bei der Verarbeitung Fehler gemacht wurden. Im Fokus steht unter anderem ein neu verlegter Gleisbereich in der Nähe des Klinikums. Das könnte erklären, warum das Problem nun nach wenigen Tagen mit Temperaturen über 30 Grad auftrat, aber nicht bei längeren Hitzeperioden in vergangenen Jahren. Oberbürgermeister Frank Mentrup versprach "lückenlose Aufklärung".

Dass der Bahnbetrieb eingestellt wurde, war nach VBK-Angaben eine reine Sicherheitsmaßnahme. Es habe keinen Unfall gegeben. Die VBK baten Fußgänger und Radfahrer, im Bereich der Gleise im ganzen Stadtgebiet besonders vorsichtig zu sein, bis die Verunreinigungen vollständig beseitigt sind.

Probleme mit Fugenmasse bei Hitze sind Verkehrsunternehmen bekannt, so auch der rund um Heidelberg und Mannheim zuständigen Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV). "Wir hatten in der Vergangenheit ähnliche Probleme", sagt RNV-Sprecher Moritz Feier gegenüber der RNZ. Man habe das Problem aber seit Jahren gut im Griff, auch bei den Rekordtemperaturen von über 40 Grad im vergangenen Sommer. "Wir wissen, wo unsere ,Hotspots’ im wahrsten Sinne des Wortes sind", so Feier. Betroffen sind vor allem Bereiche, in denen Busse und Bahnen dieselbe Trasse benutzen, beispielsweise die Bergheimer Straße in Heidelberg. "Sobald die Temperaturen steigen, haben wir das einen besonderen Blick drauf." Herausquellende Fugenmasse könne man so abtragen, ehe es zu Problemen kommt. Als letztes Mittel könne man Busse auf die reguläre Fahrbahn schicken. Was jetzt in Karlsruhe schiefgelaufen sei, könne er nicht beurteilen, so Feier. "Mal sehen, was da als Grund rauskommt."

Update: Donnerstag: 17. Juni 2021, 8.44 Uhr


Klebrige Masse in Karlsruher Schienen legt Bahnverkehr lahm

Karlsruhe. (dpa/lsw) Wegen Baumängeln an den Schienen von Tram- und Straßenbahnen in der Karlsruher Innenstadt ruht dort der Verkehr bis auf weiteres. Damit es wieder losgehen kann, müssten Verschmutzungen an den Gleisen und an mehreren Bahnen beseitigt werden, sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) am Mittwoch.

Wenn alles gut laufe, könnte das in ein, zwei Tagen erledigt sein. Sollte eine größere Zahl an Fahrzeugen betroffen sein, könnte es aber auch länger dauern. Die VBK und Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) wollten sich am Mittwochnachmittag bei einer Pressekonferenz äußern.

Sogenannte Vergussmasse zwischen Asphalt und Gleisen war an einigen Stellen weich geworden, wie der VBK-Sprecher erklärte. Die Bahnen nahmen die klebrige Masse bei der Durchfahrt mit. So verklebten einige Schienen in der Karlsruher Innenstadt.

Die VBK stoppte daraufhin am Dienstagabend zunächst den gesamten Tram- und Stadtbahnverkehr. Noch in der Nacht arbeiteten auch eine Fachfirma und das Technische Hilfswerk an der Reinigung.

Die Ursache ist nach Angaben des Sprechers noch unklar. Eigentlich sei die Vergussmasse teerartig und dürfe nicht weich werden - auch nicht bei Temperaturen über 30 Grad wie sie dieser Tage herrschen. Geprüft werde etwa, ob minderwertiges Material verbaut wurde.

Dass der Bahnbetrieb in der Stadt eingestellt wurde, sei eine reine Sicherheitsmaßnahme gewesen, betonte der Sprecher. Es habe keinen Unfall oder ähnliches gegeben. Die VBK bitten Fußgänger und Radfahrer, im Bereich der Gleise im gesamten Stadtgebiet besonders vorsichtig zu sein, bis die Schäden und Verunreinigungen vollständig beseitigt sind. Maßnahmen in größerem Umfang seien zu bewältigen, hieß es.

Vorerst gilt ein Notkonzept: Nur im Außenbereich der Stadt fahren den Angaben nach Bahnen. In der Innenstadt dienten Busse als Ersatz.

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