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Mannheim: Surfrider suchen Mitstreiter für Umweltaktion

Von Heike Warlich-Zink

Mannheim. Eine besondere Kunstausstellung der Umweltschutz-Organisation "Surfrider Baden-Pfalz" richtet sich seit Ende April an die Spaziergänger und Fahrradfahrer am Mannheimer Neckarufer. Unter dem Motto "Art pour l’océan" (Kunst für den Ozean) präsentiert Surfrider-Mitglied Lucia Höfer dort ihre Bilder, die alle auf die Verschmutzung der Gewässer und der Umwelt hinweisen. Gemalt hat die 16-jährige Schülerin ihre Kunstwerke auf Holzplatten und Brettern, die sie auf dem Sperrmüll gefunden hat. Jetzt appelliert der Verein an junge Menschen am ganzen Neckar, dem Beispiel zu folgen und ebenfalls "Art pour l’océan" zu kreieren.

"Wenn sich nichts ändert, gibt es 2050 mehr Plastik als Fische im Meer" ist auf einem Bild zu lesen, auf dem eine große Plastiktüte versucht, zwei Fische zu verschlingen. Ein anderes Werk zeigt eine Möwe am Strand mit Plastik im Schnabel. "Jedes Jahr sterben eine Million Seevögel durch den Kontakt mit unserem Plastikmüll", hat Lucia Höfer dazugeschrieben. Sie und ihre Mitstreiter von den Surfridern haben ein klares Ziel: "Es ist nötig, jetzt zu handeln. Es reicht eben nicht, erst in 20 Jahren etwas zu tun", sagt die 16-Jährige.

Um die Menschen wachzurütteln und mitzunehmen, haben sie am Mannheimer Neckarufer die rund 20 Bilder aufgehängt. Jetzt suchen die Umweltaktivisten Mitstreiter am gesamten Neckarlauf in Baden-Württemberg. Mit einigen Gemeinden und Schulen besteht bereits Erfolg versprechenden Kontakt. "Unser Ziel ist es, weitere Nachahmer und Mitstreiter zu finden, die in ihrer Region ähnliche Aktionen und Ausstellungen auf die Beine stellen", sagt Uwe Franken von den Surfridern.

Der Appell der Umweltaktivisten richtet sich an Lehrer, Schüler, Freizeitorganisationen oder Vereine, die das Thema in Projektwochen oder privaten Initiativen aufgreifen, umsetzen und somit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. "Uns schwebt vor, dass an vielen verschiedenen Neckar-Promenaden von Stuttgart über Heilbronn, Mosbach und Heidelberg bis nach Mannheim kleine Ausstellungen stattfinden, die auf die große Problematik hinweisen", sagt Franken.

Weil Kunststoff lange braucht, um biologisch abgebaut zu werden, treiben Plastiktüten und PET-Flaschen über Jahrhunderte in Flüssen und Meeren. Der Müll verstopft die Mägen von Seevögeln und Fischen. Das Gesamtgewicht der Plastikteilchen, die alle Flüsse weltweit ins Meer befördern, schätzen Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven auf bis zu vier Millionen Tonnen pro Jahr.

Am Samstag, 17. Juli, sollen die Kunstwerke für den Umweltschutz in einer gemeinsamen Aktion unter dem Motto "Art pour l’océan" an den Flussläufen aufgehängt werden. "Uns liegt Nachhaltigkeit am Herzen, sodass wir dazu aufrufen, alte Holzbretter vom Sperrmüll zu verwenden und die Anbringung an Bäumen ohne Schäden vorzunehmen", sagt Franken.

Info: Wer Interesse an der Aktion hat, kann sich per E-Mail an uwe@surfriderbadenpfalz.de bei den Surfridern melden.

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