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Mosbach: Es geht wieder geradeaus auf der B27 - und voran (Update)

Von Heiko Schattauer

Mosbach. Das blaue Schild mit dem weißen Pfeil irritierte zwar noch ein wenig, dennoch überwog am Dienstmittag ganz klar die Freude. Und die Erleichterung darüber, dass es auf der Ortsdurchfahrt in Mosbach endlich wieder geradeaus geht – umleitungsfrei, ohne zeit- und nervenraubenden Schwenk um die Baustelle zwischen Kistner- und Amthausstraße. Einen Tag früher als noch vergangene Woche angekündigt konnte das seit September in aufwendiger Sanierung befindliche Teilstücke der Bundesstraße B27 für den Verkehr freigegeben werden. Nachdem die Straßenbauer ihre Maschinen und Baustelleneinrichtung (weitestgehend) abgeräumt hatten, waren noch die Markierungsfachmänner gefragt – und dann stand der Durchfahrt nichts mehr im Wege.

Jene Markierungen sind allerdings nur provisorisch aufgebracht, was schon die gelbe Farbe der leitenden Linien verdeutlicht. Die endgültige Version in Weiß soll im Frühjahr aufgebracht werden, wenn es die Temperaturen wieder zulassen (wir berichteten). Apropos Markierungen: Hier gab es eine kurzfristige Umplanung. So wurden nun doch bereits die nach dem Umbau durchgängig zur Verfügung stehenden drei Fahrspuren (zwei in Richtung Buchen/eine Richtung Neckarelz) eingezeichnet. Das eigentliche Nadelöhr auf dem Teilstück soll damit geweitet werden.

Ab dem Mittwoch, 23. Dezember, ist zudem eine weitere Baustelle – nämlich die am Mosbacher Kreuz – wieder besser passierbar: "Die aufwendigen Schweißarbeiten an der Übergangskonstruktion der Mosbacher Brückenseite können am Donnerstag erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die weiteren noch ausstehenden Sanierungsarbeiten an dem anderen Brückenende in Fahrtrichtung Sinsheim werden nach der Winterpause, voraussichtlich ab der dritten Kalenderwoche 2022, fortgesetzt", teilte das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, wie in der Mosbacher Ortsdurchfahrt Auftraggeber der Maßnahmen, am Dienstagnachmittag mit. Zur Entlastung des Verkehrsteilnehmers werde die Betonschutzwand ebenso wie die Lichtsignalanlage über die Feiertage abgebaut. Die bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer müsse jedoch aus Sicherheitsgründen bis zum vollständigen Abschluss der Arbeiten – also der Behebung der gravierenden Mängel an der Übergangskonstruktion – bestehen bleiben, so eine RP-Sprecherin weiter.

Den genauen Termin für die Fortsetzung der Sanierungsmaßnahme wolle das Regierungspräsidium Anfang nächsten Jahres bekannt geben.

Update: Dienstag, 21. Dezember 2021, 18.20 Uhr


Ab Mittwoch keine Umleitung mehr auf der B27

Mosbach. (pm) Seit Ende September laufen in einer Gemeinschaftsmaßnahme des Regierungspräsidiums Karlsruhe, der Stadtwerke und der Stadt Mosbach Straßensanierungsarbeiten und Tiefbauarbeiten an der Versorgungsinfrastruktur an der B27 zwischen der Kistnerstraße und der Amthausstraße in Mosbach. Nachdem die Arbeiten termingerecht fertiggestellt sind, wird der Streckenabschnitt ab Mittwoch wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Witterungsbedingt wird vorübergehend zunächst nur eine Gelbmarkierung aufgebracht, die noch nicht dem endgültigen Zustand entspricht, aber eine Verkehrsfreigabe zulässt.

Im Zuge der Maßnahme wurden neben der Fahrbahn auch noch Hausanschlüsse sowie eine Wasserleitung erneuert. "Somit konnten gezielt Synergien genutzt und die Beeinträchtigungen in der Ortsdurchfahrt Mosbach auf ein Minimum reduziert werden", schreibt das Regierungspräsidium Karlsruhe in einer Pressemitteilung. Künftig stehen zwischen der Kistnerstraße und Amthausstraße eine durchgängige Rechtsabbiegespur sowie eine deutlich verlängerte Verflechtungsstrecke zur Verfügung.

Um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen, wurde die Fahrbahn grundhaft im Vollausbau saniert. Dies bedeutet, dass der komplette Asphalt und die Schottertragschicht durch einen tragfähigen Untergrund und eine neue 30 Zentimeter starke Asphaltschicht ersetzt wurden, um den Anforderungen des Verkehrsaufkommens gerecht zu werden. Im Bereich zwischen Kistnerstraße und der Grundwasserwanne, Abzweig Eisenbahnstraße, werden im kommenden Frühjahr, nachlaufend zur aktuellen Maßnahme und in Wochenendarbeit, noch die beiden oberen Asphaltschichten erneuert.

Im weiteren Verlauf der Ortsdurchfahrt in Richtung Buchen ist das Gesamtprojekt allerdings noch nicht abgeschlossen. Voraussichtlich ab August 2022 wird der Abschnitt zwischen der Amthausstraße und dem Abzweig Mosbach-Waldstadt grundhaft erneuert. Die Planungen zu dieser Maßnahme laufen bereits. Das Projekt wird ebenfalls gemeinsam vom Tiefbauamt der Stadt Mosbach, den Stadtwerken und dem Regierungspräsidium Karlsruhe betrieben. Über den Start der Maßnahme wird rechtzeitig in der RNZ informiert.

Update: Montag, 20. Dezember 2021, 18.21 Uhr


Die unangenehmste Baustelle der Stadt liegt im Plan

Von Heiko Schattauer

Mosbach. Der Fertiger läuft, die Walzen rollen, der Abschluss naht. Auf Mosbachs mithin prominentester (oder wahlweise auch unangenehmster) Baustelle gehen die Sanierungsmaßnahmen auf die Zielgerade. "Bis Mitte nächster Woche sollten wir so weit fertig sein, dass der Abschnitt wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden kann", erklärt Christopher Lauber beim Gespräch am Straßenrand der Mosbacher Ortsdurchfahrt, auf Höhe der ehemaligen Landesbank. "Wenn witterungstechnisch nichts Überraschendes mehr passiert", schiebt der Geschäftsführer der Neckargeracher Baufirma HLT absichernd hinterher.

Während der Chef den Baufortschritt erläutert, arbeiten im Hintergrund seine Männer an genau diesem. Aus dem Auflieger gleitet die sogenannte Binderschicht in den fahrspurbreiten Fertiger, der das dampfende Asphalt-Bitumengemisch gleichmäßig auf der schon eingebauten Tragschicht verteilt. Hinter Anlagenführer Erol glätten seine Kollegen in zwei tonnenschweren Walzen die neue Zwischendecke auf dem Teilstück der B27 zwischen Amthaus- und Kistnerstraße. Das wird bekanntlich umfänglich saniert, neben einer neuen Fahrbahn samt Unterbau umfassen die Erneuerungsmaßnahmen auch neue Kanäle und Leitungen. Sichtbares Ergebnis werden am Ende und mit der endgültigen Markierung aber drei neu aufgebaute und durchgehende (auch das ist neu) Fahrstreifen sein. Das seither bestehende Nadelöhr nach der Einmündung an der Kistnerstraße, wo in Fahrtrichtung Buchen aus zwei Spuren eine wurde, soll damit ein wenig entschärft werden.

Seit Ende September sind die Männer mit den blauen Maschinen dran am Teilstück der Ortsdurchfahrt, das sowohl oberflächlich gesehen als auch im Untergrund erheblichen Sanierungsbedarf hatte. Im Zuge der mit einem Volumen von rund einer Million Euro vom Regierungspräsidium Karlsruhe in Auftrag gegebenen Maßnahmen wurden auch alle Kanäle und Leitungen unterhalb der teilweise böse abgefahrenen Fahrbahn mit erneuert. Für letztgenannte Leistungen waren dann wiederum die Stadt Mosbach bzw. die Stadtwerke Auftraggeber.

Die Untergrundarbeiten sind seit geraumer Zeit abgeschlossen, bis Mitte kommender Woche soll nun also auch oben der Deckel, besser: die Decke drauf. Über die 18 Zentimeter starke Tragschicht legten die HLT-Männer in den vergangenen Tagen noch eine acht Zentimeter dicke Binderschicht und final die gut vier Zentimeter hohe Deckschicht aus Split-Mastix. Das Gemisch gilt als verschleißarm und wird daher vor allem dort eingebaut, wo eine erhöhte Verkehrsfrequenz herrscht.

Die hat man in der Ortsdurchfahrt Mosbach auf jeden Fall, wie viel Verkehr normalerweise auf diesem Abschnitt rollt, davon konnten sich in der Bauphase die Anlieger an der Umleitungsstrecke ein ungefähres Bild machen. "Wir arbeiten hier an einem neuralgischen Verkehrsknoten, das ist klar. Dementsprechend war auch klar, dass es hier umso wichtiger ist, das Zeitfenster einzuhalten", erklärt Christopher Lauber, und schiebt erneut einen Halbsatz nach: "Und das war durchaus ambitioniert gesetzt."

Der Blick auf den Baustellenfortschritt lässt den Druck deutlich sinken. Laubers Team liegt gut in der Zeit, der ausgegebene strikte Ablaufplan (u. a. mit Extraschichten am Wochenende) ist aufgegangen, die prognostizierten drei Monate Sanierungszeit kann man einhalten. Lediglich in der Peripherie (Mauerwerke etc.) stehen noch kleinere Restarbeiten aus, und in Sachen Markierung muss man sich vorerst mit einer provisorischen Kennzeichnung begnügen. Heißt: Jetzt wird nur ein Mittelstreifen provisorisch markiert, die Dreispurigkeit später hergestellt. "Für den Auftrag der richtigen Markierung sollte es ein wenig wärmer sein", verdeutlicht Lauber. Dass statt weißer zunächst gelbe Streifen auf der neuen Fahrbahn kleben, wird den Autofahrern eher egal sein. Hauptsache, die B27 ist wieder durchgängig und ohne Umleitung befahrbar.

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