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Tote und Verletzte: Was über den Brand im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana bekannt ist

Stern 

Die Neujahrsnacht wird in der Schweiz zur Tragödie: In einer Bar ereignet sich eine Verpuffung. Die Ermittlungen laufen, aber viele Fragen sind noch offen.

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie mit Dutzenden Toten geendet. Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. "Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard.

Wie viele Menschen sind betroffen? Wie konnte das Unglück passieren? Ein Überblick darüber, was bisher bekannt ist:

Was ist in Crans-Montana passiert?

In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar "Le Constellation" gekommen, diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen. Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus. Medienberichten zufolge feierten mehr als hundert Gäste den Beginn des neuen Jahres. Auf von Schweizer Medien verbreiteten Bildern waren ein brennendes Gebäude und Rettungskräfte zu sehen.

Crans-Montana Karte

Wie viele Opfer gibt es?

Wie viele Menschen genau ums Leben gekommen oder verletzt worden sind, ist unklar. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, sagte, ihm habe die Polizei 40 Todesopfer genannt. Diese Zahl bestätigt die Kantonspolizei offiziell nicht. Ebenso ist nicht bekannt, wie schwer die Verletzungen der Betroffenen sind.

Die Schweizer Behörden halten sich aber aus Ermittlungsgründen zurück und sprechen bisher von Dutzenden Opfern. Diese würden noch identifiziert. Weil das Nobel-Skiressort auch viele Besucher aus dem Ausland anlockt, rechnen die Behörden damit, dass auch viele Touristen unter den Opfern sind.

Daneben gab es rund 100 Verletzte, die unter anderem wegen Brandverletzungen in den umliegenden Krankenhäusern behandelt werden. Die Krankenhäuser in dem Kanton sind deshalb überlastet. Die Notaufnahme im wichtigsten Krankenhaus in Wallis war voll. Die Uni-Klinik Lausanne, die ebenfalls auf Brandopfer spezialisiert ist, nahm demnach 22 Verletzte auf. Andere Verletzte wurden auch nach Genf gebracht.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani bot im Onlinedienst X die Unterstützung in einem Klinikzentrum für schwere Brandverletzungen in Mailand an. Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte unter anderem auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.

Was hat das Unglück in der Schweiz ausgelöst?

Auch zur Ursache ist bisher wenig bekannt. Augenzeuginnen sagten dem französischen Nachrichtensender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden. Cornado spekulierte über einen Feuerwerkskörper als Auslöser. Einen Anschlag schlossen die Ermittler nach Zeugenbefragungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet.

Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Auch er berief sich auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten.

Schweizer Medien und der italienische Botschafter spekulierten darüber, ob die Explosion durch den Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts ausgelöst worden war. Zwei Augenzeuginnen sagten dem französischen Sender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen verursacht worden.

Was sagen die Zeugen?

"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden.

Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren." 

Welche Reaktionen gibt es?

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht", schrieb er auf X. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.

Wofür ist Crans-Montana bekannt?

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore. Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

Wie geht es nun weiter?

Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt. Die Ermittlungen laufen. Derzeit müssen die Toten identifiziert und deren Familien benachrichtigt werden. Zudem wird weiter zur Brandursache ermittelt. Unklar ist auch, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten.

Die Polizei hat eine Telefonauskunft für Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen. 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mehrfach aktualisiert.

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