Wintersturm "Elli": Viele Unfälle und Verkehrschaos durch Sturmtief "Elli"
Schneeverwehungen bis zu 1 Meter, Rettungseinsatz auf dem Brocken und Bus-Chaos in der Altmark und im Südharz. Am Sonntag dagegen bestes Wintersportwetter. Ab Montag droht aber schon neues Chaos.
Schnee und Eis von Sturmtief "Elli" haben am Wochenende in Sachsen-Anhalt zu vielen Verkehrsunfällen und in Teilen des Landes zu einem Verkehrschaos und dem Ausfall von Bussen und Straßenbahnen geführt. Wie Polizei und Verkehrsunternehmen mitteilten, lief aber der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) am Sonntag fast überall im Land wieder an.
Zahlreiche Verkehrsunfälle
Vor allem am Freitag und Samstag kam es auf den Straßen in Sachsen-Anhalt zu vielen Verkehrsunfällen. Wie die Autobahnpolizei Magdeburg mitteilte, wurden allein auf der A2, A14 und A36 insgesamt 28 Unfälle verzeichnet. Die meisten davon auf der A2. In der Regel habe es sich um Fahrzeuge gehandelt, die ohne Beteiligung anderer Autos ins Schleudern geraten waren und mit der Leitplanke kollidierten oder von der Fahrbahn abkamen. Bis auf drei Leichtverletzte, die alle vor Ort ambulant behandelt werden konnten, sei es bei Blechschäden geblieben, so die Polizei. Die Fahrzeuge seien zum Teil aber schwer beschädigt worden.
Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hatten sich an unterschiedlichen Stellen gleich mehrere Autos oder Lastwagen in Schneeverwehungen festgefahren. Dadurch waren nach Polizeiangaben an mehreren Stellen Straßen für längere Zeiträume gesperrt. Darüber hinaus sei es in Anhalt-Bitterfeld zu mehreren witterungsbedingten Unfällen gekommen. Auch in Dessau-Roßlau registrierte die Polizei drei Verkehrsunfälle am Freitagnachmittag, die auf die winterlichen Straßenverhältnisse zurückzuführen waren. Den dabei entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf insgesamt mehr als 25.000 Euro.
Auch in Dessau-Roßlau gab es nach Polizeiangaben drei witterungsbedingte Unfälle, bei denen hoher Sachschaden entstand. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich dort am Samstagabend in der Mannheimer Straße. Dort kollidierte ein 24 Jahre alter Fahrer mit einem anderen Auto. Allein hier betrug der Sachschaden nach Polizeiangaben rund 50.000 Euro.
Schneeverwehungen bis zu einem Meter
Ein 24-jähriger Autofahrer wurde nach Angaben des Polizeireviers Dessau-Roßlau leicht verletzt, als sein Auto von der Straße abkam und sich in einem Straßengraben überschlug. In der Altmark kippte ein Lkw in einen Straßengraben. Der 37 Jahre alte Fahrer musste von der Feuerwehr aus dem Führerhaus geborgen werden. Er wurde leichtverletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Landstraße musste aufgrund der Bergung für fast fünf Stunden gesperrt werden. Die Polizei schätzt den Sachschaden hier auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Im Harz waren aufgrund der starken Schneefälle Straßen zeitweise gesperrt. Immer wieder hätten sich am Freitag Lastwagen quer gestellt, so etwa zwischen Barneberg und Helmstedt und auf der Autobahn 2 bei Magdeburg. Die Behörden berichteten teilweise von Schneeverwehungen zwischen einem halben und einem Meter im Harz. Auch im Landkreis Börde waren Straßen teilweise wegen Schneeverwehungen nicht passierbar. Bei mehreren glättebedingten Unfällen wurden zwei Personen leicht verletzt.
Busse und Bahnen konnten teils nicht fahren
In Teilen von Sachsen-Anhalt war zudem der Bus- und Bahnverkehr massiv gestört. Komplett eingestellt wurde nach Angaben der Verkehrsbetriebe der Busverkehr in der Altmark und im Landkreis Mansfeld-Südharz. Auch in Halle und Magdeburg waren die regulären Fahrpläne zeitweise ausgesetzt. Ab Samstagmittag beruhigte sich die Lage dann überall wieder, so dass nach und nach der Verkehr wieder aufgenommen werden konnte. Aufgrund der Nachwirkungen kam es aber auch am Sonntag teilweise immer noch zu Beeinträchtigungen, wie Verkehrsbetriebe mitteilten.
Auch einzelne Regionalstrecken der Bahn waren am Wochenende unterbrochen. Etwa zwischen Genthin und Braunschweig, Salzwedel und Uelzen, sowie zwischen Stendal und Osterburg. Beeinträchtigungen gab es teilweise auch am Sonntag noch, Sonntagfrüh lief aber auch der Fernverkehr in Norddeutschland langsam wieder an.
Wintersportler im Harz freuen sich
Der Tourismusverband Harz sprach von einem perfekten Wintertag. Nicht nur in den Hochlagen des Harz gebe es sehr gute Wintersportbedingungen, sondern auch in tieferen Lagen sei Rodeln und Langlauf möglich. Die meisten Loipen im Harz waren am Wochenende gespurt, die meisten Skilifte im Westharz waren geöffnet. Am Sonntag kamen bereits ab dem Vormittag viele Wintersportler bei eisigen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein in den Oberharz, etwa nach Schierke oder auf den Brocken.
Auf dem höchsten Gipfel Norddeutschlands kam es in der Nacht zu Samstag allerdings auch zu einem Rettungseinsatz. Die Feuerwehr Schierke und die Bergwacht mussten kurz nach Mitternacht einen stark unterkühlten Mann vom Brocken retten, der dort festsaß. Weil die Brockenstraße aufgrund des Sturmtiefs nicht geräumt war, mussten sie mit drei Motorschlitten auf den Gipfel fahren.
Erneute Warnung vor Glätte ab Montag
Nach dem traumhaften Winterwetter am Sonntag warnt der Deutsche Wetterdienst für Montag aber erneut vor Glatteis. Ab Montagvormittag ziehe von Westen her Niederschlag auf. Nach einer kurzen Schneephase gehe der Niederschlag in Regen über, der auf kalten Böden gefriert. In Teilen des Landes bestehe verbreitet Gefahr vor Glatteis. Es sei mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen. Besonders betroffen können demnach der Burgenlandkreis, der Harz, der Saalekreis und der Kreis Mansfeld-Südharz sein.