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Schädlinge: Prignitz rüstet sich für massive Raupenplage im Jahr 2026

Stern 

4000 Bäume, 600 Hektar, Biozide aus der Luft: In der Prignitz rollt die Eichenprozessionsspinner-Welle an. Auch in anderen Teilen Brandenburgs ist der Schädling ein zunehmendes Problem.

Brandenburg blickt mit Sorge auf die kommende Saison des Eichenprozessionsspinners (EPS). Nach einer deutlichen Zunahme der Raupenpopulation warnen Fachbehörden vor einem weiteren Anstieg. "Im Jahr 2025 hat sich in Brandenburg die Befallssituation mit Eichenprozessionsspinner im Vergleich zu den Vorjahren wieder verschärft", sagte ein Sprecher des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. 

Besonders betroffen waren demnach die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark und die Uckermark. Die Prignitz bleibe der Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung. Auch im Spreewald habe es lokal auffällige Vorkommen gegeben. In der Prignitz sollen die Schädlinge in diesem Jahr erstmals seit 2021 wieder aus der Luft bekämpft werden. Eine europaweite Ausschreibung läuft derzeit, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. 

Einsätze im öffentlichen Grün und Wald geplant

Innerhalb der Arbeitsgruppe Eichenprozessionsspinner (EPS) haben sich Länderressorts, Kommunen und Landkreise laut Ministeriumssprecher bereits im November 2025 auf zentrale Maßnahmen verständigt. Dazu zählen Kooperationsvereinbarungen für zusammenhängende Maßnahmen bei öffentlichem Grün und angrenzenden Waldflächen und das Genehmigungsverfahren in Naturschutzgebieten. 

Für mögliche Biozid-Einsätze ist erneut das biologische Präparat Foray ES vorgesehen. Allein im Landkreis Prignitz müssen nach Angaben eines Sprechers diesmal etwa 600 Hektar Fläche und 4.000 bis 5.000 Bäume behandelt werden. 2025 wurden die Schädlinge demnach an rund 13.000 Bäumen bekämpft.

Land setzt auf Prävention statt Akutprogramme

Eine Förderung für die Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung gibt es weder für Kommunen noch für private Waldbesitzer. Unterstützt wird nach Angaben des Ministeriumssprechers jedoch der Waldumbau hin zu klimaresistenten, strukturierten Beständen. Wälder so umzubauen, dass sie Hitze, Trockenheit und Insekten standhalten können, sei wirksamer und deutlich kostengünstiger als permanent gegen jede Folge des Klimawandels einzeln reagieren zu müssen.

Drei gängige Bekämpfungsverfahren – Biozide nur gezielt

Zur EPS-Bekämpfung sind in Brandenburg drei Methoden üblich, Biozide, die vom Boden aus oder per Hubschrauber verteilt werden und das Absaugen der Nester. Wie bereits in den Vorjahren sollen zum Schutz der Bevölkerung auch wieder gezielte Absaugungen an sensiblen Standorten stattfinden, ergänzt durch umfangreiche Aufklärungs- und Warnkampagnen der Landkreise und Kommunen, so der Ministeriumssprecher.

Monitoring und Prognose werden weiter ausgebaut

Brandenburg setzt weiter auf sein Monitoringsystem aus Fraßkartierungen, Eigelegesuche und Parasitierungsanalysen. Pflanzenschutzamt und Forstverwaltung arbeiten dabei zusammen. Die Behörde rechnet mit weiter steigenden Populationsdichten. Erfahrungen aus den Jahren 2008 bis 2016 zeigen, dass Massenvermehrungen in Brandenburg lange anhalten können. Ursachen sind die geschwächte Vitalität vieler Eichen sowie das Fehlen wirksamer natürlicher Gegenspieler.

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