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Mehr Tempo: PC schneller machen: Mit diesen einfachen Tricks und Upgrades gelingt es

Stern 

Wenn der Rechner bremst, muss nicht sofort neue Hardware her: Der Ratgeber zeigt, wie sich der PC schneller machen lässt – Schritt für Schritt und mit einem klaren Plan.

Der PC war einmal schnell – bis Updates, neue Programme und ein paar Jahre Alltag ihn ausbremsen. Manchmal merkt man es zuerst beim Hochfahren, manchmal beim Öffnen von Programmen: Alles dauert plötzlich länger, selbst einfache Klicks fühlen sich träge an. Oft ist der Grund kein einzelner Defekt, sondern ein Mix aus vielen kleinen Bremsen.

Doch bevor Sie über neue Hardware nachdenken, lohnt sich ein klarer, günstiger Fahrplan: erst die Software-Bremsen lösen, dann – falls nötig – gezielt aufrüsten. Dieser Artikel sammelt dazu verschiedene, praxisnahe Tipps – von schnellen Windows-Handgriffen über Aufräumen und Diagnose bis hin zu sinnvollen Hardware-Upgrades, wenn sie wirklich etwas bringen. Das Ergebnis ist ein schnelleres und dauerhaft stabiles System.

Tempo per Mausklick: Diese Software-Tricks bringen mehr Speed

Am Anfang steht der Blick auf das, was Windows bereits beim Start mitschleppt. Viele Programme tragen sich ungefragt in den Autostart ein und laufen anschließend dauerhaft im Hintergrund. Das kostet Bootzeit, Arbeitsspeicher und Rechenleistung – oft ohne echten Mehrwert.

Im Task-Manager (Strg+Shift+Esc) lässt sich unter "Autostart" schnell erkennen, welche Anwendungen den Start belasten. Alles, was nicht zwingend beim Hochfahren benötigt wird – etwa Messenger, Game-Launcher, Cloud-Updater oder Hersteller-Tools – kann dort deaktiviert werden. Die Programme bleiben installiert, sie starten nur nicht mehr automatisch.

Und noch ein Klassiker: das Energieprofil. Gerade bei Notebooks wird Leistung im Akkubetrieb bewusst gedrosselt; am Netz kann ein leistungsorientiertes Profil spürbar mehr Reserven freischalten. Wer den Eindruck hat, dass Programme "zäh" reagieren oder der PC unter Last nicht richtig in Fahrt kommt, sollte deshalb zuerst prüfen, welches Profil aktiv ist und ob Windows im Hintergrund Strom sparen möchte.

Ist das erledigt, folgt das Aufräumen – am besten gezielt und mit Übersicht. Wer dabei Unterstützung möchte, kann als erfahrener Nutzer auch Tuning-Tools einsetzen, etwa CCleaner sowie Ashampoo WinOptimizer und AVG TuneUp. Sie bündeln Autostart, Bereinigung und Diagnose, greifen aber teils tief ins System ein. Deshalb gilt: lieber punktuell arbeiten, Änderungen nachvollziehbar halten und vorher einen Wiederherstellungspunkt setzen.

Nachhaltiger ist dementsprechend das, was unspektakulär klingt: ungenutzte Programme deinstallieren, doppelte Tools ersetzen, Browser-Erweiterungen ausmisten und Testversionen oder alte Utilities loswerden, die im Hintergrund weiterlaufen. Wer zusätzlich die visuellen Effekte von Windows etwas reduziert, verschafft vor allem schwächeren Systemen Reserven, ohne Funktionalität zu verlieren.

Parallel lohnt sich ein kritischer Blick auf den Speicherplatz. Ein fast volles Systemlaufwerk ist eine unterschätzte Performance-Falle, weil Windows dann weniger Raum für temporäre Dateien, Cache und Updates hat. Hilfreich ist die Windows-Funktion "Speicheroptimierung", die alte Update-Reste und temporäre Dateien automatisch entfernen kann.  Zu finden ist sie in den Einstellungen unter "System" und "Speicher".

Wenn der PC trotz dieser Schritte träge bleibt, lohnt ein kurzer Realitätscheck: Liegt ein Störenfried vor? Ungewöhnlich hohe Auslastung, Pop-ups oder ein "eigenwilliger" Browser können auf unerwünschte Software hindeuten. Ein vollständiger Scan mit Microsoft Defender ist Pflicht.

Ebenfalls entscheidend sind Updates und Treiber: Windows-Updates beheben nicht nur Sicherheitslücken, sondern auch Fehler, die Leistung kosten können. Treiber kommen am besten über Windows Update oder direkt vom Hersteller. Zeigt der Rechner nach einem Treiber-Update Auffälligkeiten, hilft oft ein Rollback auf die vorige Version oder eine saubere Neuinstallation, besonders beim Grafiktreiber.

Geld gegen Geduld: Diese Hardware-Upgrades können sich lohnen

Erst wenn diese kostenlosen Stellschrauben gedreht sind und der PC immer noch langsam ist, stellt sich die Frage nach Hardware – und die lässt sich dann deutlich präziser beantworten. Denn meist zeigt die Diagnose, wo der echte Flaschenhals sitzt.

In sehr vielen Fällen ist es der Massenspeicher: Wer noch eine klassische HDD nutzt, erlebt mit einer SSD den größten Sprung, den man einem Alltags-PC spendieren kann. Windows startet schneller, Programme öffnen zügiger, Updates laufen spürbar flüssiger. Selbst wenn bereits eine SSD verbaut ist, kann ein Upgrade sinnvoll sein, wenn das Laufwerk klein und ständig voll ist – denn wie bereits beschrieben, kann auch das bremsen.

Der zweite große Hebel ist Arbeitsspeicher. Wenn Windows ständig auslagern muss, weil der RAM knapp ist, wirkt selbst eine schnelle SSD nur wie ein Pflaster. Typische Symptome sind stockendes Multitasking, neu ladende Browser-Tabs und verzögerte Programmwechsel. 16 Gigabyte (GB) reichen für sehr leichte Nutzung zwar, stoßen aber schnell an Grenzen; 32 GB sind für Büro, Web und viele Alltags-Setups der solide Standard, bei anspruchsvollen Anwendungen kann mehr sinnvoll sein.

Ebenfalls oft unterschätzt: Kühlung. Häufig genügt schon eine Reinigung, um Leistung zurückzuholen, die der PC eigentlich noch hat. Staub in Lüftern und Kühlkörpern treibt die Temperaturen hoch, wodurch Komponenten weniger effizient arbeiten können. Neue Lüfter ein, sauberer Kühlkörper und – bei älteren Geräten – gegebenenfalls erneuerte Wärmeleitpaste können den Unterschied machen.

CPU- oder Grafikkarten-Upgrades sind dagegen die teuersten Maßnahmen und lohnen sich vor allem dann, wenn ein klarer Bedarf besteht: etwa bei Spielen, 3D-Arbeit oder Videobearbeitung. Hier sollte man vorher prüfen, ob Netzteil, Mainboard und Gehäuse das Upgrade mitmachen. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das Budget besser in SSD und RAM investiert, weil diese Upgrades den Alltag unmittelbar beschleunigen – und zwar unabhängig davon, ob es um Startzeiten, Programmwechsel oder größere Updates geht.

Fazit: Viele kleine Stellschrauben statt ein großer Wurf

Am Ende gibt es selten die eine große Lösung für einen langsamen PC. Meist ist es die Summe aus Autostart-Ballast, vollem Laufwerk, unglücklichen Einstellungen und – je nach Alter der Hardware – echten Engpässen bei SSD oder RAM. Wer strukturiert vorgeht, findet den Flaschenhals schneller: erst die kostenlosen Software-Hebel nutzen, dann gezielt dort investieren, wo es messbar etwas bringt. So wird aus zäh wieder zackig – ohne planloses Aufrüsten.

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