Dank dänischer Hilfe: DEB-Pleite gegen USA ohne Folgen
Trotz einer erneuten Niederlage gegen die US-Stars bleibt das DEB-Team bei Olympia im Medaillen-Rennen. Dänemark macht"s möglich – jetzt wartet Außenseiter Frankreich. Glückliche Ausgangslage trotz erneuter Vorrundenpleite: Das 1:5 (0:1, 0:2, 1:2) gegen Weltmeister USA ist für das deutsche Eishockey-Olympiateam folgenlos geblieben. Dank dänischer Schützenhilfe wurde Deutschland hinter den US-NHL-Stars Gruppenzweiter und spielt am Dienstag in der Viertelfinal-Qualifikation gegen Außenseiter Frankreich. Damit hat auch das bittere 3:4 am Samstag gegen Lettland keine ernsthaften Folgen in Form eines stärkeren Gegners in der K.o.-Runde. Vor Tennis-Ikone Boris Becker unter den 11.497 Zuschauern in Mailand schoss Tim Stützle von den Ottawa Senators sein viertes Turniertor (52. Minute). Mehr war allerdings nicht drin. Zach Werenski (20.), Superstar Auston Matthews (24./47.), Brock Faber (38.) - allerdings irregulär - und Tage Thompson (42.) trafen für den Mitfavoriten auf die Goldmedaille. 34 Stunden nach der unnötigen Pleite gegen die Letten wäre zum Gruppensieg und der direkten Viertelfinal-Qualifikation ein Sieg nach regulärer Spielzeit gegen das von Kapitän Leon Draisaitl als "Übermannschaft" bezeichnete US-Team notwendig gewesen. Sieg gegen Frankreich nun Pflicht für Viertelfinal-Einzug In die Runde der letzten Acht sollte es die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun dennoch schaffen. Gegen Frankreich am Dienstag ist ein Sieg Pflicht, um einen Tag später im Viertelfinale gegen die Slowakei spielen zu können. Auch diese Aufgabe wäre für die DEB-Auswahl durchaus machbar, so dass trotz der Enttäuschungen am Wochenende am Ende sogar wie 1976 (Bronze) und 2018 (Silber) eine Medaille drin ist. Die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis profitierte an Sonntagabend vom 4:2 Dänemarks gegen Lettland. Wegen des gewonnenen direkten Vergleichs stand Deutschland nach 16 gegen die USA gespielten Minuten bereits mindestens als Gruppenzweiter fest. Gegen die US-Boys war Deutschland zunächst noch gut im Spiel. Bundestrainer Kreis hatte zwei personelle Wechsel im Vergleich zum Spiel gegen Lettland vorgenommen und die Sturmreihen umgestellt. Für Wojciech Stachowiak von Syracuse Crunch aus der nordamerikanischen AHL kam der Kölner Parker Tuomie zu seinem ersten Olympia-Einsatz. Zudem bekam NHL-Goalie Philipp Grubauer diesmal eine Pause. Maximilian Franzreb von den Adlern Mannheim war ein guter Vertreter und bewahrte Deutschland gegen die NHL-Stars der USA einige Male stark vor einem Rückstand. Neun Sekunden vor der ersten Drittelpause war er aber bei einer Direkt-Abnahme von Columbus-Blue-Jackets-Stürmer Werenski machtlos. Draisaitl diesmal komplett wirkungslos Unglücklich fiel schnell im Mittelabschnitt das zweite Gegentor. Der ohnehin bislang bei Olympia unglücklich agierende Berliner Verteidiger Kai Wissmann kassierte eine völlig unnötige Strafzeit, in der NHL-Superstürmer Matthews von den Toronto Maple Leafs den Puck mit viel Glück an Franzreb vorbei bugsierte. Dass Kreis beim dritten Gegentreffer keinen Videobeweis forderte, blieb rätselhaft. Bei Fabers Schuss hatte US-Star Jack Eichel den Schläger in Franzrebs Fanghand geschlagen. Neben Becker waren einen Tag nach ihrem Viertelfinal-Aus auch einige Frauen-Nationalspielerinnen in die Santagiulia-Eishalle gekommen, um die deutschen Männer zu unterstützen. Die Luft war allerdings früh raus im Spiel. Im Schlussdrittel war Franzreb bei zwei weiteren Gewaltschüssen der US-Stars machtlos. Deutschlands eng gedeckter Superstar Draisaitl blieb diesmal zudem komplett wirkungslos. Deutlich stärker war erneut NHL-Star Stützle, dem auch noch der unbedeutende Ehrentreffer gelang.