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Protest-Kultur: Immer mehr Demos und Versammlungen in Hessen

Stern 

Teils geht es um lokale Themen, teils um Weltpolitik: Frankfurt verzeichnet fast doppelt so viele angemeldete Demonstrationen wie vor fünf Jahren. Auch in anderen Städten steigen die Zahlen deutlich.

Die Zahl der Versammlungen und Demonstrationen steigt in vielen hessischen Städten. Landesweite Daten zur genauen Anzahl gibt es laut dem Innenministerium in Wiesbaden nicht, "eindeutig ist aber, dass Versammlungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben". 

Frankfurt nimmt bundesweit eine Spitzenposition ein

Beispiel Frankfurt: In Hessens größter Stadt wurden im vergangenen Jahr laut dem Ordnungsamt 2.904 Demonstrationen, Kundgebungen oder Mahnwachen angemeldet. "Damit wurde nicht nur das Vorjahresniveau um knapp 27 Prozent überschritten, sondern die Zahl der Versammlungen hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt", hieß es. 

Tatsächlich stattgefunden haben 2.491 Versammlungen, das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Und es ist die zweithöchste Zahl nach 2023. "Bezogen auf die Einwohnerzahl nimmt Frankfurt am Main damit im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition ein", hieß es. 

Das thematische Spektrum der Versammlungen sei ausgesprochen breit gewesen, hieß es beim Ordnungsamt. "Im Fokus standen unter anderem Frankfurter Themen wie die Verkehrs- oder Wohnsituation. Daneben mobilisierten bundes- und weltpolitische Themen zahlreiche Menschen."

Steigende Zahlen auch in Darmstadt und Kassel

Auch in Darmstadt sieht man eine Zunahme von Demonstrationen. Gab es 2022 noch 343, so stieg die Zahl in den Folgejahren kontinuierlich an - auf 487 im vergangenen Jahr, teilte ein Sprecher mit. Angaben über Teilnehmerzahlen könne man nicht machen, "da das sehr unterschiedlich ist und sich mit Thema und politischer Lage auch ändern kann."

Ebenfalls häufiger demonstriert wurde in Kassel. Dort stieg die Zahl angezeigter Versammlungen einem Sprecher zufolge von 372 im Jahr 2021 fortlaufend auf 458 im vergangenen Jahr. Das entspreche einer Gesamtsteigerung von rund 23,1 Prozent, erläuterte er. 

"Die steigende Anzahl der Versammlungen bringt eine erhöhte Anforderung an die Koordination stark nachgefragter Versammlungsorte, wie beispielsweise des Königsplatzes, mit sich", erklärte der Sprecher. Diese Herausforderung lasse sich in der Regel durch eine frühzeitige und einvernehmliche Abstimmung mit den Beteiligten bewältigen.

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