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Wetter: Schnee in Bayern – Staus, Unfälle und Lawinengefahr

Stern 

Frau Holle ist aktiv und bringt Schnee nach Bayern: Mülltonnen bleiben voll, Busse stehen still und die Lawinengefahr steigt. Vorsicht ist geboten - auf den Straßen und in den Bergen.

Staus, Unfälle, eine gesperrte Bahnstrecke - und in den Bergen Lawinengefahr: Der Winter hat Bayern wieder fest im Griff. Auf vielen Straßen ging es vielfach nur schleppend voran, Räumdienste waren unterwegs. 

Vielerorts kam es zu erheblichen Behinderungen. Es habe auf schneeglatten Fahrbahnen eine Reihe von wetterbedingten Unfällen gegeben, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Meist blieb es bei Blechschäden oder leichten Verletzungen. Auf der A8 von Salzburg in Richtung München kamen zwei Fahrzeuge ins Schleudern, die Autobahn war in dieser Fahrtrichtung voll gesperrt. 

110 Einsätze in Unterfranken 

Auch auf der Autobahn 3 kam es laut Polizei zu Verkehrsbehinderungen und längeren Staus. Zwischen Marktheidenfeld und Rohrbrunn gab es bis zum Abend Verkehrsbehinderungen. Das Polizeipräsidium Unterfranken berichtete von 110 wetterbedingten Einsätzen, darunter 63 Verkehrsunfälle.

Der Busverkehr in Teilen der Region wurde zeitweise eingestellt und erst am Nachmittag auf manchen Linien wieder aufgenommen. Die Stadt Würzburg teilte mit, dass die Müllabfuhr in manchen Bereichen nicht wie geplant die Tonnen habe leeren können. Die Stadtreiniger hätten ihre Abfallentsorgung unterbrechen müssen. Es seien "sämtliche Räum- und Streufahrzeuge der Stadtreiniger im Einsatz", hieß es am Nachmittag. 

Beim Winterdienst hätten wichtige und gefährliche Verkehrswege, Hauptverkehrsachsen sowie Zufahrten zur Feuerwehr und zu den Krankenhäusern Vorrang. "Alle Verkehrswege gleichzeitig zu sichern, ist bei anhaltendem Schneefall unmöglich, zumal freigeräumte und gestreute Verkehrswege auch schnell wieder zuschneien können."

Bahnstrecke gesperrt

Witterungsbedingte wurde auch die Bahnstrecke Strecke zwischen Murnau und Oberammergau gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei eingerichtet worden, teilte die DB Regio mit. 

Im Süden Bayerns sollen bis Freitagmittag teils mehr als 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Südlich der Donau rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mit bis zu 15 Zentimetern, im Raum München mit bis zu 20 Zentimetern und in den Hochlagen der Alpen gar bis zu 40 Zentimetern Neuschnee. Entsprechend könne es glatt werden.

Autofahrerinnen und Autofahrer sollten vorsichtig sein, rieten die Meteorologen. Neben glatten Straßen bei weitgehend frostigen Temperaturen könne auch die eingeschränkte Sicht Probleme bereiten. Wer aus dem Urlaub zurückkehre oder zur Arbeit fahre, solle deshalb Verzögerungen und Behinderungen einplanen. Wer nicht mit dem Auto unterwegs sein müsse, solle unnötige Fahrten vermeiden.

Große Lawinengefahr 

Auch in den Bergen ist abseits von Pisten Vorsicht geboten: Nach Schneefällen herrscht oberhalb von 1.600 Metern in den Allgäuer und Werdenfelster Alpen große Lawinengefahr der Stufe vier auf der fünfteiligen Skala, wie der Lawinenwarndienst Bayern mitteilte. Risse beim Betreten der Schneedecke und Wumm-Geräusche wiesen auf die Gefahr hin, hieß es. Unterhalb 1.600 Metern gilt teils erhebliche Gefahr der Warnstufe drei, teils gaben die Experten auch nur die mäßige Gefahrenstufe zwei aus. 

In Österreich starben in den vergangenen Tagen drei Wintersportler in den Schneemassen. Zuvor war Anfang der Woche ein Skitourengeher im Allgäu am Iseler tödlich verunglückt, er hatte offensichtlich selbst die Lawine ausgelöst.

In Richtung Wochenende soll es in Bayern laut DWD deutlich milder werden. Vielerorts sei dann mit Regen statt Schnee zu rechnen. Im Süden Bayerns und vor allem im Bergland kann es aber weiter schneien. Eine Entspannung der Lawinenlage ist in den höheren Lagen erst einmal nicht zu erwarten.

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