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Andrew Mountbatten-Windsor: Australien unterstützt Thronfolge-Ausschluss

Stern 

Australien unterstützt offiziell Pläne, Ex-Prinz Andrew aus der britischen Thronfolge zu streichen. Es wäre ein historischer Vorgang.

Die australische Regierung unter Premierminister Anthony Albanese hat offiziell bestätigt, dass sie Bestrebungen Großbritanniens unterstützen würde, Andrew Mountbatten-Windsor (66) dauerhaft aus der königlichen Thronfolge zu streichen.

Hintergrund ist die jüngste Festnahme des ehemaligen Prinzen wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Dienst. Während das Vereinigte Königreich bereits entsprechende Gesetzesänderungen in Erwägung zieht, hat Albanese in einem Schreiben an den britischen Premierminister Keir Starmer auch die Rückendeckung Australiens zugesichert.

"Angesichts der jüngsten Ereignisse bestätige ich, dass meine Regierung jedem Vorschlag zustimmen würde, ihn aus der königlichen Thronfolge zu entfernen", zitiert der "Guardian" aus Albaneses Brief. "Dies sind schwerwiegende Vorwürfe und die Australier nehmen sie ernst."

Andrew trotz Titelverlust noch "Counsellor of State"

Andrew, der nach wie vor den achten Platz in der Thronfolge belegt, hatte seine königlichen Titel bereits im Oktober abgelegt, nachdem neue Details über seine Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) ans Licht gekommen waren.

Trotz des Verlusts seiner Titel gilt er formal weiterhin als Counsellor of State. Damit gehört er theoretisch zu dem Kreis hochrangiger Royals, die König Charles III. (77) im Krankheitsfall oder bei Auslandsaufenthalten vertreten könnten - eine Rolle, die er in der Praxis als "nicht arbeitender Royal" zwar nicht mehr ausübt, die ihm rechtlich aber noch zusteht.

Commonwealth-Länder müssten zustimmen

Die Änderung der Thronfolge ist kein rein britischer Verwaltungsakt. Da König Charles das Staatsoberhaupt von insgesamt 15 Ländern ist, erfordert ein solcher Schritt ein Gesetz des britischen Parlaments sowie die formale Zustimmung der 14 Commonwealth-Staaten, in denen der König regiert - darunter Australien, Kanada und Neuseeland.

Bereits 2011 gab es eine ähnliche Abstimmung im Commonwealth, als unter David Cameron die Bevorzugung männlicher Erben abgeschafft und das Verbot der Ehe mit Katholiken für Thronfolger aufgehoben wurde.

Charles selbst hat sich bereits geäußert und betont, dass "das Gesetz seinen Lauf nehmen" muss. Berichten zufolge würde der Buckingham-Palast Plänen, Andrew aus der Thronfolge zu streichen, nicht im Wege stehen.

Historischer Präzedenzfall

Ein Ausschluss aus der Thronfolge ist in der britischen Geschichte extrem selten und war bisher fast immer an religiöse Fragen oder die Wahl des Ehepartners gebunden. So verloren etwa 1701 durch den Act of Settlement Dutzende katholische Adelige ihren Anspruch.

Der prominenteste Fall der Moderne war König Edward VIII., der 1936 für die Liebe zu einer geschiedenen US-Amerikanerin abdanken musste. Ein Ausschluss aufgrund von mutmaßlichem kriminellem Fehlverhalten, wie er nun bei Andrew Mountbatten-Windsor im Raum steht, wäre jedoch ein moderner Präzedenzfall. Es würde bedeuten, dass das Parlament jemanden aufgrund von "Unwürdigkeit" und strafrechtlicher Relevanz offiziell aus der Linie entfernt.

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