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Energiewende: Hannover schaltet ersten Block seines Kohlekraftwerks ab

Stern 

Hannover macht Ernst beim Kohleausstieg: Der erste Block des Kraftwerks Stöcken ging nun vom Netz, in zwei Jahren soll auch der zweite folgen. Was das für die Energieversorgung bedeutet.

Hannover nimmt den ersten Block seines Kohlekraftwerks Stöcken vom Netz. Am Wochenende sei der 75 Meter hohe Block I des Kohlekraftwerks endgültig außer Betrieb genommen worden, teilte der kommunale Versorger Enercity als Betreiber der Anlage mit. Damit sei die Hälfte des Kohleausstiegs in Hannover geschafft. Der noch verbleibende Block II werde spätestens nach der Heizperiode 2027/28 folgen.

Mit der Abschaltung von Block I spare die Landeshauptstadt jährlich eine halbe Million Tonnen CO2 ein, so Enercity. Künftig stamme jede zweite Kilowattstunde Fernwärme aus klimaneutralen Quellen. Die bisher von Block I erzeugte Wärme werde durch fünf dezentrale Anlagen ersetzt, die insbesondere auf nicht mehr recyclefähiges Altholz, Klärschlamm, Abwärme und Biomethan setzen. 

"Mit der Abschaltung des ersten Kohleblocks zeigt Hannover, wie die Wärmewende und Klimaschutz konkret funktionieren", sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne) laut Mitteilung. "Hannover ist damit Vorbild beim Klimaschutz und der Nutzung Erneuerbarer Energien." Oberbürgermeister Belit Onay hob hervor, dass der Kohleausstieg in der Landeshauptstadt ohne den Neubau großer Gaskraftwerke gelinge. "Wir schaffen den Kohleausstieg ohne den Umweg über neue fossile Großkraftwerke."

Enercity hatte 2017 beschlossen, aus der Kohlenutzung auszusteigen. Für den Ersatz von Block I des Kraftwerks Stöcken hat Enercity eigenen Angaben zufolge bisher knapp 400 Millionen Euro investiert. Allein 195 Millionen Euro flossen in ein neues Biomasse-Heizkraftwerk in Stöcken, das im Oktober in Betrieb gegangen war. Weitere 1,1 Milliarden Euro will der kommunale Versorger bis 2040 in weitere Projekte der Energie- und Wärmewende investieren.

In gut zwei Jahren, wenn auch der zweite Block des Kohlekraftwerks außer Dienst geht, sollen bis zu 75 Prozent der Fernwärme aus erneuerbaren Quellen stammen, so das Unternehmen. Das dann noch verbleibende Gaskraftwerk soll bis Mitte der 2030er-Jahre auf den Einsatz von Wasserstoff als Brennstoff vorbereitet werden.

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