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39. Verhandlungstag: Block-Anwalt: Es gab kein Treffen mit maskierten Entführern

Stern 

Seit Juli wird in Hamburg der Fall um die Entführung zweier Kinder von Christina Block verhandelt. Nun äußert sich der Verteidiger der Unternehmerin zu einem angeblichen Treffen seiner Mandantin.

Der Verteidiger von Christina Block hat bestritten, dass sich die Unternehmerin kurz vor der gewaltsamen Rückholung ihrer Kinder mit maskierten Entführern in einem Hotel getroffen habe. Die Behauptung, Frau Block könne irgendwas gewusst haben, sei abwegig, sagte Anwalt Ingo Bott am 39. Verhandlungstag vor dem Landgericht Hamburg.

Christina Block führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, der israelischen Sicherheitsfirma Cyber Cupola den Auftrag zur Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, bestreitet das. Es gibt sechs weitere Angeklagte.

Der Chef der mutmaßlichen Entführer, David Barkay, hatte vor einigen Wochen als Zeuge ausgesagt, die angeklagte Mutter habe von der geplanten Rückholung Kenntnis gehabt. Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée mit Block getroffen. Die Männer seien maskiert gewesen. Block habe dem Team dafür gedankt, dass es gekommen sei, um die Kinder zu retten. Er habe es so verstanden, dass er im Namen der Familie handele.

Bis auf die Tatsache, dass die Kinder mit einem Auto nach Deutschland gebracht werden müssten, seien aber keine weiteren Einzelheiten des Plans mit Block geteilt worden, hatte Barkay erklärt. Bott betonte, es sei unglaubwürdig, dass Block bei so einem angeblichen Treffen nicht mehr habe wissen wollen.

Mutmaßliche Entführer unmaskiert auf Hotel-Kamera

Im Gerichtssaal wurden Fotos aus einer Hotel-Kamera gezeigt, die wenige Tage vor der Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 aufgenommen wurden. Darauf sei das Team immer unmaskiert zu sehen, sagte Bott. Einer sei sogar im Bademantel. "So verhält man sich nicht, wenn man sich versteckt." Es mache keinen Sinn, dass sich die Männer dann bei einem angeblichen Treffen mit Block in einem Besprechungsraum im Hotel hätten maskieren sollen, sagte Bott. 

 

Christina Block hatte zu Beginn des Prozesses erklärt, dass sich Cyber Cupola eigentlich nur um die Cybersicherheit im zur Block-Gruppe gehörenden Grand Elysée kümmern sollte. Sie sei davon ausgegangen, dass die Israelis vor Silvester in ihre Heimat abgereist seien. Eine Mitarbeiterin dieser Firma habe sie am Neujahrsmorgen 2024 angerufen und ihr mitgeteilt, sie solle zu einem Treffen mit ihren Kindern nach Süddeutschland fahren. Das habe sie damals völlig überrascht. Sie sei dorthin gefahren und habe die Kinder nach Hamburg gebracht.

Trugen die privaten Sicherheitsleute Waffen?

Der frühere Leiter der Hamburger Ermittlungsgruppe berichtete an diesem Prozesstag, wie er zusammen mit weiteren Polizisten und Mitarbeiterinnen des Jugendamtes am 3. Januar 2024 am Wohnhaus von Christina Block geklingelt habe. Das Haus wurde von privaten Sicherheitsleuten bewacht. Eine Mitarbeiterin habe ihm erläutert, das Haus solle vor der Presse und ungebetenen Besuchern abgeschirmt werden, sagte der Zeuge.

In einem eineinhalb Jahre später erstellten Vermerk hielt der Mann zudem fest, die Mitarbeiterin habe damals erklärt, einige der privaten Sicherheitsleute würden Waffen tragen. Die Frau hatte bereits Mitte Januar als Zeugin vor Gericht ausgesagt und war zu diesem Vermerk befragt worden. Die Security-Frau betonte in ihrer Aussage, sie seien bei dem Einsatz unbewaffnet gewesen.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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