Wüterich Antonelli erneut von Russell geschlagen
Nach dem Silberpfeil-Zoff im Sprint mit dem schimpfenden Kimi Antonelli verpasst der Mercedes-Teenager die vierte Pole in Serie. Platz eins holt sich Teamkollege George Russell. George Russell bleibt der Mann der Stunde in Montréal. Der 28 Jahre alte Brite ist im nächsten packenden Mercedes-Team- und Titelduell mit Kimi Antonelli auch auf die Pole für den Großen Preis von Kanada gerast. Zuvor hatte Russell schon das Sprintrennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve am Samstag gewonnen - von der Pole aus. Russell beendete mit Platz eins in der Qualifikation auch die beeindruckende Serie von Formel-1-Spitzenreiter Antonelli, der bei den vergangenen drei Grand Prix jeweils die Pole - und auch gewonnen - hatte. Dritter hinter dem Mercedes-Duo wurde Weltmeister Lando Norris im McLaren. Der viermalige Champion Max Verstappen kam im Red Bull nicht über Platz sechs hinaus. Im Klassement liegt Russell dank seines Sprintsiegs vor dem Rennen an diesem Sonntag (22.00 Uhr/Sky) nun 18 Punkte hinter Antonelli. Möglicher Regen und kühle Temperaturen könnten dabei auch großen Einfluss auf den Ausgang haben. Der Zoff ein paar Stunden vorher Im Sprint über 23 Runden hatten sich die beiden Titelrivalen von Mercedes knallharte Duelle geliefert. Antonelli schimpfte dabei via Funk und forderte gar eine Strafe für Russell. Teamchef Toto Wolff musste den jungen Italiener gleich zweimal zur Ordnung rufen und daran erinnern, sich auf das Fahren und nicht das Klagen und Jammern zu konzentrieren. Der Mercedes-Teamchef kennt diese Stallduelle aus der Zeit mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg bestens. Die beiden mussten damals sogar einen Crash selbst bezahlen. Im Fall von Antonelli, den Wolff seit langem fördert, stellte er allerdings nun auch klar: "Du kannst nicht erwarten, einen Löwen im Auto haben und einen Welpen außerhalb." Entsprechend richteten sich alle Blicke erst recht auf den jungen WM-Spitzenreiter und seinen deutlich erfahreneren und neun Jahre älteren Teamkollegen auch im Qualifying. Die Gefahr von direkten Duellen wie beim Sprint war da aber praktisch ausgeschlossen - beim Rennstart sieht das schon wieder anders aus. Packender Kampf um die Pole Zunächst war Antonelli auf Platz eins und dabei über eine halbe Sekunde schneller als Russell. Im zweiten K.o.-Abschnitt schob sich dann Isack Hadjar im zweiten Red Bull auf Platz eins vor Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari und Norris im McLaren. Antonelli folgte auf Rang vier, Russell auf fünf mit nur drei Tausendstelsekunden auf den Mercedes-Kollegen. Als es beim Kampf der Top Ten drauf ankam, setzte sich Norris nach dem ersten Versuch an die Spitze, gefolgt von Hamilton und Piastri. Antonelli schaffte es nur auf Platz vier, Russell musste die Runde abbrechen und auch bei seinem nachfolgenden Versuch reichte es nicht für Platz eins. Bei Antonelli schon. Aber auch nicht lange, denn mit dem allerletzten Versuch sicherte sich Russell, der das Auftaktrennen in Australien gewonnen hatte, die Pole.