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Bundesagentur für Arbeit: Höhere Arbeitslosigkeit treibt Milliardendefizit

Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf anhaltend hohem Niveau. Das reißt tiefere Löcher in das Budget der zuständigen Behörde, als sie erwartet hatte. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet für das laufende Jahr mit einem deutlich höheren Defizit als bislang erwartet. Nach Informationen der "Welt", von Business Insider und Politico könnte das Minus am Jahresende bei mehr als fünf Milliarden Euro liegen. Innerhalb der Behörde werde sogar ein Defizit von bis zu acht Milliarden Euro befürchtet. Eine Sprecherin der Bundesagentur bestätigte mehreren Medien, dass die bisherige Finanzplanung nicht mehr haltbar sei. "Wir können damit nicht mehr davon ausgehen, dass die bisher vorgesehene Schuldenaufnahme in 2026 ausreichen wird", sagte sie. Konkrete Zahlen wollte die Behörde nicht kommentieren. Am Donnerstag stellt jedoch Bundesagentur-Chefin Andrea Nahles den entsprechenden Finanzbericht im Haushaltsausschuss des Bundestages vor. Millionenausgaben für Berater : Bundesrechnungshof rügt Rentenversicherung 140 Jobs betroffen : Spedition ist insolvent – doch es gibt noch Hoffnung Grund dafür sind die schwache Wirtschaftslage und steigende Arbeitslosenzahlen. Nach Angaben der BA war die Behörde in ihrer Haushaltsplanung vom November 2025 noch von einem Defizit von knapp vier Milliarden Euro ausgegangen. Grundlage war die Annahme von durchschnittlich 2,9 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2026. Inzwischen liegt die Prognose höher. BA-Chefin Andrea Nahles hatte bereits Ende April erklärt, dass der Bund nun von durchschnittlich 2,978 Millionen Arbeitslosen ausgehe. Das treibt die Ausgaben für das Arbeitslosengeld nach oben. Besonders belastend: Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vor allem Menschen, die Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung haben. Das erhöht die Kosten im beitragsfinanzierten Haushalt der Bundesagentur zusätzlich. Das Arbeitslosengeld zählt zu den größten Ausgabenposten der Behörde. Für das Jahr 2026 sind dafür nach Angaben der Bundesagentur rund 25,7 Milliarden Euro eingeplant – etwa die Hälfte ihres Gesamtbudgets. Diskussion über Einsparungen Das wachsende Defizit verschärft die Diskussion über Reformen bei der Bundesagentur für Arbeit. Dafür hat die Regierungskoalition mehrere Möglichkeiten. Eine Option wäre, Ausgaben der Bundesagentur zu senken, etwa durch einen Stellenabbau oder geringere Investitionen. Mit rund 100.000 Beschäftigten ist die BA die größte Behörde Deutschlands. Eine weitere Möglichkeit wäre zusätzliche Unterstützung aus dem Bundeshaushalt. Das würde den finanziellen Druck auf die Bundesregierung jedoch weiter erhöhen, da der Bund bereits in den kommenden Jahren unter anderem für Infrastruktur und Verteidigung hohe Schulden aufnimmt. Eine dritte Option wäre ein Einschnitt bei den Leistungen. So hatte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zuletzt vorgeschlagen, die maximale Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes von den maximal möglichen 24 Monaten auf beispielsweise 18 oder gar zwölf Monate zu begrenzen. Nach Angaben des Verbands ließen sich dadurch jährlich rund zwei Milliarden Euro einsparen. Politisch gilt das Thema allerdings als besonders umstritten.

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