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Tegut: Tante Enso übernimmt Filialen

Die Supermärkte von Tegut stehen zum Verkauf. Nun greift Tante Enso zu. Das Unternehmen hat ein eigenes Konzept – vor allem auf dem Land. Die Smart-Store-Kette Tante Enso darf 36 Tegut-Supermärkte von der Genossenschaft Migros Zürich übernehmen. Das Bundeskartellamt hat den Erwerb freigegeben. Die betroffenen Standorte befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Der bisherige Tegut-Eigentümer hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und die Kette verkaufen zu wollen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt begründete die Entscheidung so: "Tante Enso verfügt bislang über eine vergleichsweise geringe Marktstellung im Lebensmitteleinzelhandel und ist vor allem in ländlichen Regionen tätig." Die Übernahme stärke einen kleineren Wettbewerber in einem Markt, der von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt werde. Zugleich könne sie die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern. Infrastruktur: Tante Enso bringt Leben aufs Land Lebensmittel: Rewe-Chef rechnet mit Milka ab Das Unternehmen Enso wurde 2016 ursprünglich als Online-Geschäft eröffnet. Mittlerweile hat sich das Konzept gewandelt. Das Bremer Unternehmen betreibt bundesweit knapp hundert Dorfläden, vor allem in entlegenen Orten, in denen Bäckerei, Fleischerei oder Tante-Emma-Laden schließt . Zuletzt kündigte der neue brandenburgische Sozialminister René Wilke an, die Landesgesetze zu ändern, um den Geschäften auch eine Öffnung am Wochenende zu ermöglichen. In der Logistik arbeitet das Startup mit Rewe zusammen. In den so genannten Smart Stores von Tante Enso ist nur teilweise Personal anwesend. Der Zugang zu den Filialen ist aber rund um die Uhr über eine Kundenkarte möglich. Bezahl wird mit der EC-Karte an einer Selbstbezahler-Kasse. Neues Konzept auch im Süden Bislang war Tante Enso besonders stark im Norden Deutschlands vertreten. Mit der Übernahme der Teegut-Filialen stärkt Tante Enso seine Position im Süden. Das Unternehmen veröffentlichte eine Liste der 36 Standorte – darunter Märkte in Marburg , Eschwege (beide in Hessen), Schweinfurt , Gerolzhofen (Bayern) und Sondershausen (Thüringen). Mit 16 entfällt der größte Teil auf Hessen. Das Unternehmen Tante Enso mit Sitz in Bremen betreibt deutschlandweit knapp 90 halbautomatisierte Mini-Supermärkte – vor allem im ländlichen Raum. 2025 setzte die Gruppe laut Kartellamt rund 40 Millionen Euro um. Die Märkte sind rund um die Uhr geöffnet, nur zu bestimmten Zeiten ist Personal vor Ort. Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Unklar ist, wie viele Standorte bestehen bleiben. Rund 200 Tegut-Supermärkte will der Lebensmitteleinzelhändler Edeka übernehmen, die Rewe-Gruppe bis zu 40 Filialen. Die Transaktionen bedürfen ebenfalls der Zustimmung der Wettbewerbshüter. Bei Edeka läuft die Frist für das Hauptprüfverfahren noch bis Ende August, bei Rewe bis Ende September. Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Anfang 2013 übernahm Migros die Kette, die in sechs Bundesländern vertreten ist. Die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros gibt es etwa 340 Tegut-Filialen, inklusive der 40 "Teo"-Minimärkte. Knapp 7.500 Menschen sind bei Tegut beschäftigt.

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