Stefan Effenberg: Klopp? "Das ist ein deutliches Signal"
Jürgen Klopp wird vom Deutschen Fußball-Bund als neuer Bundestrainer vorgestellt. Einem Ex-Nationalspieler gefallen einige Äußerungen dabei besonders gut – aber er warnt auch. Stefan Effenberg hat den ersten Auftritt und die ersten Aussagen von Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als Bundestrainer am Freitag begrüßt – ermahnt den 59-Jährigen aber auch zum Einhalten seiner Worte. "Er hat betont, dass die Tür zur Nationalmannschaft für jeden offen steht – ob nun für 18-, 19- oder 20-Jährige oder erfahrenere Kräfte. Das Alter spielt für ihn keine Rolle. Das ist ein deutliches Signal, da werden die Spieler auch genau hingehört haben", sagte der frühere Nationalspieler im Gespräch mit t-online. "Denn damit hat er direkt das Leistungsprinzip unterstrichen – und dabei muss er auch unbedingt bleiben." Allerdings bemängelt Effenberg einen Punkt aus der Pressekonferenz in Frankfurt am Main : "Dass er bei seiner Vorstellung direkt mit seinem Abschied gedroht hat, sobald man seine Familie nicht in Ruhe lässt – das hat nicht wirklich gepasst. Aber so ist Jürgen Klopp nun mal. Jetzt wollen wir uns erst einmal auf die ersten Länderspiele freuen." Klopp geht Medien direkt an: "Dann bin ich weg" Vorstellung in Frankfurt: Klopp ist neuer Bundestrainer – weitere Personalie bestätigt Er wünsche sich einen positiven Effekt schon durch die bloße Berufung Klopps – jedoch warnt der frühere Nationalspieler auch vor zu hohen Erwartungen: "Wir können uns alle freuen – dürfen dabei aber auch nicht die Realität ausblenden, dass wir derzeit weder in Europa noch weltweit zur Spitze gehören. Da gehören wir aktuell auch nicht hin." Der weitere Weg sei deshalb nun klar: "Sein Ziel muss jetzt sein, die deutsche Nationalmannschaft dahin zu führen, dass sie bei der Europameisterschaft 2028 schon wieder eine ordentliche Rolle spielen kann – und dann bei der WM 2030 mit ihren Leistungen den Respekt der Gegner einfordert und die Fans begeistern kann." Dies "muss die Entwicklung sein, und dafür trägt Klopp nun die volle Verantwortung". "Sollte erkennbar sein, welchen Fußball man spielen will" Dieses Projekt starte schon jetzt und nicht erst mit dem Auftakt in die Nations League in zwei Monaten: "Die erste große Aufgabe wartet auf ihn bereits vor dem ersten Länderspiel: Aus der Liste mit 57 potenziellen Nationalspielern, die er nach eigenen Angaben aufgestellt hat, muss er bis zur Kader-Bekanntgabe für die Länderspiele gegen Griechenland und die Niederlande Ende September mindestens 30 Spieler streichen und die herausfiltern, mit denen er seine ersten Auftritte als Bundestrainer bestreiten will. Das wird schwierig genug", ist sich Effenberg sicher. Die Herausforderung beim DFB sei weitaus umfangreicher und anspruchsvoller als allgemein angenommen: "Thomas Tuchel (Englands Nationaltrainer, Anm. d. Red. ) beispielsweise betont gerne, dass das Ergebnis das Einzige ist, was am Ende zählt. Und natürlich sollte das auch stimmen. Ich sage aber: Es sollte auch erkennbar sein, welchen Fußball man spielen will." Für Effenberg ist die Position als Bundestrainer mit weitreichenderen Umständen verbunden: "Er weiß selbst, dass er und seine Arbeit genau beobachtet werden. So ist das in Fußball-Deutschland. Aber er wird schon genau wissen, worauf er sich eingelassen hat."