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Varta ist insolvent: Batteriehersteller stellt vier Insolvenz-Anträge

Es hatte sich bereits abgezeichnet: Varta hat vier Insolvenzanträge gestellt. Eine Zerschlagung steht bevor. Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat nach eigenen Angaben einen Antrag auf eine vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen. Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätigte den Eingang von vier Insolvenzanträgen des angeschlagenen Batterieherstellers. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit. Varta stellt vier Insolvenzanträge Aufgrund zahlreicher gruppeninterner Wechselbeziehungen sind neben der Varta AG als Konzernmuttergesellschaft auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Ellwangen, Varta Micro Production GmbH, Nördlingen , und Vatra Storage GmbH, von der Insolvenz betroffen. Dabei wird für die Varta Microbattery GmbH, Ellwangen ebenfalls ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angestrebt. Nicht von der Insolvenz betroffen ist nach eigenen Angaben der Bereich Consumer Batteries für klassische Haushaltsbatterien, der das Unternehmen in der Vergangenheit zu einer deutschen Weltmarke gemacht hatte. Schließlich finden sich die blau-gelben Batterien aus dem schwäbischen Ellwangen seit Jahrzehnten in Millionen Haushalten weltweit wieder. Schieflage bei Onlinehändler: Große Versand-Apotheke meldet Insolvenz an Rund 160 Beschäftigte betroffen: Deutscher Weltmarktführer ist insolvent Deutsche Weltmarke ist insolvent: Gründe für die Schieflage Geschäftsführer Michael Ostermann erklärte in einer Mitteilung: "Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen. Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen." Als Ursache für die Insolvenz wird eine strukturelle Finanzierungslücke in 2027 angeführt. Hinzu kamen nach eigener Aussage deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden. Auch wenn keine akute Zahlungsunfähigkeit im laufenden Geschäftsbetrieb bestehe, erschweren zahlreiche konzerninterne Verflechtungen die Sanierung und führen zu Folgeinsolvenzen. Grundsätzliches Ziel bleibt aber die unveränderte Fortführung des Geschäftsbetriebs. Man sei sich der Verantwortung bewusst und arbeite "mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen". Nach Insolvenz von Varta: Gläubiger weisen auf Finanzlage hin Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des insolventen Unternehmens. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen. Mehr als 3.200 Angestellte von der Varta-Insolvenz betroffen Das insolvente Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Für die Mitarbeitenden bedeutet das, dass auch nach der Insolvenzantragstellung Löhne und Gehälter weiterbezahlt werden. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher. Die IG-Metall äußerte sich vor dem Insolvenzantrag von Varta bereits zur drohenden Zerschlagung des angeschlagenen Batterieherstellers . "Das ist eine riesige Katastrophe", sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, mit Blick auf die drohende Zerschlagung. Die Nachricht habe ihn wie einen Schlag getroffen. "Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel – auch die vieler Familien." 13 Filialen: Modekette ist erneut insolvent Seit 1928 im Geschäft: Traditionsreiche Confiserie ist insolvent Varta: Sanierung sollte Insolvenz vermeiden 2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April 2025 erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs. Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden . Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.

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