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Hausratversicherung: Hier zahlen Sie das Dreifache

In manchen Städten ist das Einbruchsrisiko deutlich höher. Eine neue Studie zeigt nun, wie stark sich dieses Risiko auf die Versicherungsbeiträge auswirkt. Hausratversicherungen gehören zu den beliebtesten Versicherungen. Drei Viertel der deutschen Haushalte verfügen über den entsprechenden Schutz für ihr Hab und Gut. Wie viel sie dafür jedoch zahlen müssen, hängt stark von ihrem jeweiligen Wohnort ab. Präziser: vom regionalen Einbruchsrisiko . Das belegt eine Untersuchung des Leipziger Softwareunternehmens Inveda. Dieses hatte die Preise für Hausratversicherungen mit der aktuellen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts verglichen. Maßstab der Berechnung war ein von dem Unternehmen erstellter Musterkunde: ein 50-jähriger Angestellter, der in einer dauerhaft bewohnten 80-Quadratmeter-Wohnung im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses lebt. Die Versicherungssumme der Hausratversicherung liegt bei 52.000 Euro, die Beiträge wurden jährlich gezahlt, eine Selbstbeteiligung gab es nicht. Hohe Preise in Einbruchshochburgen Die Auswertung zeigt: Wo weniger eingebrochen wird, ist die Hausratversicherung deutlich günstiger zu haben als in Einbruchshochburgen: Wer seine Wertsachen in Erlangen schützen will, zahlt für die entsprechende Versicherung im günstigsten Fall 21,38 Euro im Jahr. Erlangen ist in der aktuellen Kriminalstatistik mit 25 Einbrüchen je 100.000 Einwohnern eine der Großstädte mit einem vergleichsweise geringen Einbruchsrisiko. Auch in Würzburg, Regensburg und Augsburg, wo das Einbruchsrisiko ebenfalls gering ausfällt, sind die Preise für eine Hausratversicherung niedrig. Schon gewusst? 80 Prozent aller Einbrecher nutzen diese Schwachstelle Das sagen Experten: Einbruch im Urlaub? Wo und wann die Gefahr wirklich lauert Deutlich mehr müssen Kunden indes in Einbruchshochburgen wie Mülheim an der Ruhr (47,84 Euro im Jahr), Essen (48,92 Euro), Düsseldorf (54,36 Euro) und Berlin (64,16 Euro) zahlen. In der deutschen Hauptstadt, die im vergangenen Jahr 288 Einbrüche je 100.000 Einwohner zählte, zahlt man somit knapp das Dreifache der Preise in den bayerischen Städten. Auch bei Premiumtarifen sind die Preisunterschiede deutlich: Während der teuerste Tarif in den bayerischen Städten unter 110 Euro kostet, werden in Berlin bis zu 324,29 Euro verlangt. Stadt Einbruchshäufigkeit 2025 je 100.000 Einwohner Günstiger Beitrag/ Jahr Erlangen 25 Einbrüche 21,38 Euro Würzburg 24 Einbrüche 22,08 Euro Regensburg 31 Einbrüche 22,10 Euro Augsburg 35 Einbrüche 22,14 Euro Mülheim an der Ruhr 331 Einbrüche 47,84 Euro Essen 302 Einbrüche 48,92 Euro Düsseldorf 249 Einbrüche 54,36 Euro Berlin 288 Einbrüche 64,16 Euro Insgesamt zählten die Versicherer im vergangenen Jahr rund 100.000 versicherte Einbrüche, rund 5.000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Mit 3.850 Euro lag der durchschnittliche Schaden je Einbruch indes so hoch wie noch nie seit Beginn der Messung. Nachgefragt: Machen Einbrecher wirklich den Klingeltest? Das rät die Polizei: Was tun, wenn Einbrecher im Haus sind? So lässt sich bei der Hausratversicherung sparen Neben dem Wohnort spielen auch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle für die Höhe der Beiträge, etwa die Höhe der Versicherungssumme. Diese wird häufig pauschal nach der Wohnfläche berechnet. Meist kalkulieren die Versicherer dabei mit 650 Euro je Quadratmeter. Bei einer Wohnung mit 80 Quadratmetern liegt die Versicherungssumme bei 52.000 Euro – das ist der Höchstbetrag, der vom Versicherer erstattet wird. Wer besonders wertvollen Hausrat besitzt, kann alternativ die Versicherungssumme auch individuell festlegen, indem er den Neuwert all seiner Besitztümer schätzt. Während Versicherungsort und Versicherungssumme wenig Spielraum für Anpassungen lassen, können Versicherte bei ihrer Hausratversicherung durch einige Umstellungen dennoch Geld sparen: Änderung der Zahlweise: Wer seine Versicherungsbeiträge einmal im Jahr statt monatlich bezahlt, erspart dem Versicherer viel Verwaltungsaufwand. Häufig gibt er diese Ersparnis an seine Kunden weiter. Selbstbeteiligung vereinbaren: Wer einen Teil des Schadens selbst bezahlt, zahlt häufig einen geringeren Beitrag. Eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox zeigt jedoch: Bei der Hausratversicherung lohnt sich eine Selbstbeteiligung nicht. "Tritt ein Schaden ein, ist die Ersparnis vieler Jahre dahin", sagt Ingo Weber, Geschäftsführer von Verivox. Zusatzbausteine kündigen: Viele Hausratversicherungen enthalten Zusatzbausteine, über die zusätzliche Risiken wie Glasbruch oder Fahrraddiebstahl abgesichert sind. Prüfen Sie, ob diese Leistungen für Sie wirklich notwendig sind, und beenden Sie gegebenenfalls unnötige Extraleistungen. Doppelversicherung vermeiden: Ziehen Sie mit Ihrem Partner in eine gemeinsame Wohnung, reicht eine einzige Hausratpolice aus. Prüfen Sie jedoch, ob die Versicherungssumme zum zusammengelegten Hausrat passt und passen Sie diese gegebenenfalls an. Ist die Versicherungssumme zu niedrig, besteht die Möglichkeit, dass Sie im Schadensfall auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben. In diesem Fall spricht man von Unterversicherung. Generell empfiehlt es sich, bei der Hausratversicherung nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auch den Leistungsumfang sorgfältig zu vergleichen. Achten Sie dabei vor allem auf Entschädigungsgrenzen, etwa für Wertsachen. Gute Tarife zahlen zudem bei grober Fahrlässigkeit.

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