AfD-Wahlkampf: Streamer brüllt "Spiegel"-Team an – Siegmund betont Regeln
Die AfD Sachsen-Anhalt hat den Streamer "Aktivist Mann" zurechtgewiesen. Der hatte auf einer AfD-Veranstaltung Journalisten verfolgt und angebrüllt. Spitzenkandidat Siegmund lobt den Mann aber auch. Der Streamer "Aktivist Mann" brüllte ein "Spiegel"-Team an und beschimpfte es – jetzt kritisiert Ulrich Siegmund , AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, indirekt dieses Verhalten. Siegmund sagte t-online am Montag: "Auf unseren Veranstaltungen gibt es für alle Streamer, alle Teilnehmer, klare Regeln." Wenn dagegen verstoßen werde, suche man mit diesen Leuten das Gespräch. "Das haben wir auch gemacht, das ist alles in Ordnung." Man wolle ein "Level, auf dem alle vernünftig arbeiten können". Als Regeln auf AfD-Veranstaltungen definierte Siegmund, dass man sich an die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu halten habe und "niemand mit Gewalt an seiner Arbeit gehindert wird". Das gelte für alle. Siegmund lobt Köster-Stream Siegmund lobte den Streamer, der bei fast allen Wahlkampfveranstaltungen von ihm im Einsatz ist, für frühere Einsätze. Bei der Begegnung mit Fabian Köster von der ZDF-"Heute Show" habe "Aktivist Mann" gezeigt, wie wichtig es sei, "dass live gestreamt wird, über lange Zeiträume". Das sei "die Kehrseite": Es sei wichtig, so Siegmund, zu zeigen, wie "solche Berichterstattungen im Öffentlich-Rechtlichen" entstehen. Nicht nur "Aktivist Mann" ist bei vielen Siegmund-Terminen dabei, auch "Utopia TV" streamt sie in Gänze und mit Kommentierung live. Auf die Frage, ob die beiden von ihm beauftragt oder bezahlt würden, antwortete Siegmund: "Beides: klares Nein." Brüllen, rempeln, beschimpfen Der Youtuber "Aktivist Mann", der mit bürgerlichem Namen Matthäus Westfal heißt, hatte auf einer AfD-Wahlkampfveranstaltung mit Ulrich Siegmund "Spiegel"-Journalisten verfolgt, obwohl diese nicht mit ihm sprechen wollten. Er brüllte sie an: "Wieso das Uli-Cover, ist der so gefährlich?" und beschimpfte das Blatt als "linksextremes Drecksblatt!" sowie "Zeckenzeitung!" Die Journalisten sollten vom "Volksfest" verschwinden, forderte er. "Ihr habt mit dem deutschen Volk nichts zu tun!" Als sich ein weiterer "Spiegel"-Journalist zwischen Westfal und den von ihm beschimpften Journalisten schob und Westfal dabei am Arm berührte, rempelte der den Mann weg, drohte mit einer Anzeige bei der Polizei und schrie "linksextreme Gewalt!". Der Youtuber war bereits bei vorherigen Veranstaltungen von Siegmund aufgefallen. Immer wieder nahm er dabei Journalisten ins Visier, befragte sie zu ihrer Berichterstattung und folgte ihnen, auch wenn sie nicht mit ihm sprechen wollten. Die Szenen, die Siegmund lobend erwähnt, entstanden einige Tage zuvor. Fabian Köster von der "Heute Show" hatte einen Wahlkampfstand von Siegmund besucht. Köster und Siegmund lieferten sich in zwei Begegnungen Wortgefechte. Unter anderem Westfal streamte sie in ganzer Länge live. Der "Spiegel" hatte vor zwei Wochen auf seinem Titel ein Foto von AfD-Spitzenkandidat Siegmund im Stil eines Fahndungsfotos gedruckt, darunter die Zeile "Der gefährlichste Mann Deutschlands". In Siegmunds Wahlkampf ist diese "Spiegel"-Ausgabe in der Regel sehr beliebt: Besucher bringen sie mit, Siegmund signiert sie.