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Rente: Digitale Rentenübersicht – warum so viele Menschen sie nicht nutzen

Digitale Rentenübersicht und elektronische Patientenakte sollen Versicherten wichtige Informationen leichter zugänglich machen. Doch viele Nutzer bekommen gar keinen Zugang. Die digitale Rentenübersicht soll einen schnellen Überblick über die gesamte Altersvorsorge verschaffen. Die elektronische Patientenakte wiederum soll alle Gesundheitsdaten, also Arztbriefe, Medikationslisten und Befunde an einem Ort speichern und so die Behandlung erleichtern. So lautet zumindest die Theorie. In der Praxis stoßen die digitalen Angebote bei vielen Menschen zwar auf Interesse, erweisen sich aber teils als zu kompliziert. Viele potenzielle Nutzer scheitern bereits bei der Anmeldung. Das zeigt eine Untersuchung der Soziologen Felix Wilke und Wesley Preßler von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena . Bekannt, doch kaum genutzt So haben viele Menschen von der elektronischen Patientenakte (ePA), die seit vergangenem Jahr automatisch für alle gesetzlich Versicherten befüllt wird, zumindest schon einmal gehört. Doch im Alltag der meisten Patienten spielt das digitale Angebot bislang kaum eine Rolle. Lediglich zehn Prozent der 1.077 Befragten gaben an, die ePA bereits genutzt zu haben. Noch geringer fällt die Nutzung der digitalen Rentenübersicht aus, die seit Anfang 2025 im Regelbetrieb läuft. Lediglich sechs Prozent der Befragten haben diese schon einmal genutzt. Als "Nadelöhr" erweist sich laut den Studienautoren hierbei oftmals die Anmeldung. Knapp jeder Zweite scheiterte hier. Oftmals fehlt es laut Wilke bereits an den technischen Voraussetzungen. So sind für den Zugriff auf die ePA eine spezielle App der jeweiligen Krankenkasse und ein digitaler Identitätsnachweis Voraussetzung, etwa per Gesundheitskarte mit PIN oder über die Online-Funktion des Personalausweises. Wer hingegen die digitale Rentenübersicht nutzen möchte, braucht ebenfalls einen Personalausweis mit Online-Funktion und dazu noch seine Steuer-ID und eine App. Für viele ist es zu komplex. Zudem: Wer kein Smartphone, keinen Internetzugang oder nicht das aktuelle Betriebssystem habe, könne ePA und Rentenübersicht nicht nutzen, bemerkt Wilke. Große soziale Unterschiede Insgesamt fördert die Untersuchung markante soziale Unterschiede zutage. Außen vor bleiben vor allem Menschen mit geringer Bildung, niedrigem Einkommen oder geringer digitaler Affinität. Beispiel ePA: Während 27 Prozent der Befragten mit hohem Bildungsabschluss schon einmal eine Anmeldung versucht haben, waren es bei Menschen mit niedrigerem Abschluss nur 17 Prozent. Diese scheitern zudem häufiger bei der Anmeldung. So gaben lediglich fünf Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss an, die ePA zu nutzen. Bei Menschen mit Hochschulabschluss lag der Anteil hingegen bei 14 Prozent. Wer es jedoch geschafft hat, sich anzumelden, berichtet tatsächlich von Vorteilen durch die digitalen Angebote. Viele Befragte lobten die bessere Übersicht über ihre Situation und Informationsgewinne. Tatsächliche Verhaltensänderungen sind allerdings nur begrenzt zu beobachten. Insgesamt spricht aus Sicht der zwei Soziologen wenig dafür, dass ePA und Rentenübersicht zu Informationsinstrumenten für die breite Masse werden. Dies liege schon allein daran, dass wesentliche Teile der Bevölkerung nicht angesprochen oder durch die hohe Komplexität ausgeschlossen werden.

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