Koalition in Mecklenburg-Vorpommern: Für MV gibt es nur eine Option
Zwar hat die AfD die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen, regieren wird sie aber wohl nicht. Es kristallisiert sich ein anderes Bündnis heraus. Die AfD hat mit 38,1 Prozent der Stimmen die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Am Ende lag sie 2,6 Prozentpunkte vor der bislang regierenden SPD . Doch bei der Regierungsbildung dürfte die AfD dennoch keine Rolle spielen. Denn alle weiteren Parteien, die den Einzug in das Landesparlament geschafft haben, hatten bereits im Vorfeld eine Zusammenarbeit ausgeschlossen. Das BSW, das zumindest eine themenspezifische Kooperation nicht ausgeschlossen hatte, hat derweil den Einzug in den Landtag verpasst. Newsblog zu Wahlen in Berlin und MV: Die aktuellen Entwicklungen im Überblick Wahlkreisanalyse Mecklenburg-Vorpommern: In einer Gemeinde holte die AfD 78,6 Prozent der Stimmen Wahlergebnis Mecklenburg-Vorpommern: Diese Option gibt es Da auch die CDU erstmals in ihrer Geschichte den Sprung über die Fünfprozenthürde bei einer Landtagswahl verpasst hat, ziehen mit der Linken und den Grünen lediglich zwei weitere Parteien in den Landtag ein. Während die Linke auf 6,5 Prozent kam, holten die Grünen 5,6 Prozent der Stimmen. Bisher hatte die SPD gemeinsam mit der Linken regiert, da beide zusammen aber insgesamt 7,5 Prozentpunkte im Vergleich zur vergangenen Wahl verloren haben, reicht es für ein Zweierbündnis nicht mehr. So bleibt aufgrund der Position der AfD nur eine mögliche Koalition: ein rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Linke und Grünen. Grüne nach SPD-Wahlkampf noch enttäuscht Auch wenn es thematisch wahrscheinlich keine unüberwindbaren Hürden zwischen den Parteien gibt, so starten die Gespräche dennoch unter relativ schlechten Voraussetzungen. So hatten sich die Grünen im Wahlkampf wiederholt über das Vorgehen von Manuela Schwesigs SPD beschwert. Die Kritik: Durch die Zuspitzung des Kampfes von SPD gegen AfD habe die SPD die kleineren Parteien Stimmen gekostet. Parteichefin Franziska Brantner hatte vor der Wahl der "Bild"-Zeitung gesagt: "Ich finde es verantwortungslos, wenn die SPD jetzt dazu aufruft, die Grünen aus dem Landtag zu drängen." Schwesig riskiere den Sieg der demokratischen Kräfte für einen kurzen Jubelmoment. Auch Brantners Co-Vorsitzender Felix Banaszak war deutlich geworden. Er sprach von einem Schwesig-Wahlkampf "ohne Rücksicht auf Verluste". Die SPD-Frau setze darauf, "dass alle, die die AfD verhindern wollen, zu ihr kommen – und riskiert damit bewusst, dass CDU oder Grüne aus dem Landtag fallen". Bereits am Wahlabend ließ Banaszak anklingen, dass man noch immer verärgert über das Vorgehen sei. Dennoch betonte er auch, dass die Grünen voraussichtlich Teil der neuen Regierung seien. Auch wenn die potenziellen Partner teilweise noch verstimmt sind, so dürfte daraus dennoch keine unüberwindbare Hürde für eine künftige rot-rot-grüne Regierung in Mecklenburg-Vorpommern erwachsen.