Mecklenburg-Vorpommern-Wahl: AfD siegt auf dem Land, Schwachpunkt Rostock
Die AfD dominiert in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Land. In den Städten ist die SPD stärker, doch auch hier erhält die AfD große Zustimmung. Zwei Wochen nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ist die AfD nun auch in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden. Mit einem Ergebnis von 38,2 Prozent landete die Partei 2,7 Prozentpunkte vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig . Dabei zeigt sich, dass die AfD in einigen Wahlkreisen besonders erfolgreich war. Mancherorts holte die AfD über 50 Prozent der Stimmen, in den Städten war sie der SPD dagegen stets unterlegen. t-online blickt auf die Wahlkreise und zeigt Auffälligkeiten. Newsblog zu Wahlen in Berlin und MV: Die neuesten Entwicklungen nach den Wahlen Mecklenburg-Vorpommern: Stimmenanteile und Sitzverteilung im Schweriner Landtag AfD ist in allen Regionen erfolgreich Auffällig ist, dass die AfD im gesamten Land Erfolge feierte, über alle Regionen hinweg. Dabei ist es unerheblich, ob die Wahlkreise in Mecklenburg oder Vorpommern liegen. Besonders stark zeigte sich die AfD aber im Osten des Bundeslandes. Im stärksten Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald I holte die AfD 51,7 Prozent der Zweitstimmen; auch im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald IV kam die AfD mit 50,7 Prozent auf über die Hälfte der Stimmen. In 15 weiteren Wahlkreisen knackte die AfD die 40-Prozent-Marke und wurde hier deutlich stärkste Kraft. Insgesamt gewann die AfD 22 Wahlkreise, die SPD dagegen nur 14. Mit Blick auf die Erststimmen war die AfD vielerorts noch stärker, fünf Direktkandidaten erzielten Ergebnisse von über 50 Prozent. Das stärkste Ergebnis holte hier der bisherige Fraktionsvorsitzende Enrico Schult im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald I mit 54,15 Prozent. Spitzenkandidat Leif-Erik Holm unterlag im städtischen Wahlkreis Schwerin hingegen deutlich der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die mit 54,36 das landesweit beste Ergebnis aller Direktkandidaten erzielte. In den Städten führt noch die SPD Allerdings schnitt die AfD in den größeren Städten ohnehin schwächer ab. In Rostock , Schwerin, Greifswald , Wismar und Neubrandenburg holte die SPD jeweils die Mehrheit der Zweitstimmen. Allerdings zeigt sich auch: Die AfD war hier nicht chancenlos und kam mit einer Ausnahme überall auf den zweiten Platz. Lediglich im Wahlkreis Rostock III lag die Partei knapp hinter den Grünen. Dabei zeigte sich vor allem die größte Stadt Rostock teilweise als Herausforderung. Landesweit holte die AfD hier von allen Kommunen – egal welcher Größe – das zweitschlechteste Ergebnis. 25,5 Prozent der Menschen stimmten hier für die Partei von Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Besser lief es andernorts: Im städtischen Wahlkreis Neubrandenburg II holte AfD-Mann Stephan Scheel dagegen sogar das Direktmandat, auch wenn man bei den Zweitstimmen hinter der SPD lag. In vielen kleinen Gemeinden dominiert die AfD Zudem konnte sich die AfD auf die Erfolge in den ländlichen Regionen verlassen. Lediglich vier Flächenwahlkreise gingen nicht an die AfD, wobei die Partei in drei Fällen auch hier auf über 35 Prozent der Stimmen kam. Die Dominanz der AfD auf dem Land zeigt sich auch in den Ergebnissen einzelner Gemeinden. So holte die Partei im Dorf Groß Luckow im Landkreis Vorpommern-Greifswald 78,6 Prozent der Stimmen. In Wrangelsburg im selben Wahlkreis stimmten 78 der Wähler für die AfD. In 61 weiteren Gemeinden erzielte die AfD Zweitstimmenergebnisse von über 60 Prozent. Zum Vergleich: Die SPD kam nirgendwo auf einen Wert von über 50 Prozent. Das schlechteste AfD-Ergebnis gab es in Kieve im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Hier holte die Partei 23,8 Prozent der Stimmen, während die Grünen hier mit 20,2 Prozent ihr landesweit bestes Ergebnis einfuhren.