FC Bayern: Kompany und Eberl mit Kritik zum richtigen Zeitpunkt
Der FC Bayern bringt viel Schwung auf den Platz, in den Ergebnissen zahlt sich das zuletzt aber nicht aus. Panik macht sich noch nicht breit – aber deutliche Worte finden die Klub-Bosse trotzdem. Richtig so. So deutlich wie nach dem 3:3 am Dienstagabend gegen Viking Stavanger hat Trainer Vincent Kompany seine eigene Mannschaft bisher noch nicht kritisiert. Er sprach von großen individuellen Fehlern. Davon, dass die Mannschaft die totale Kontrolle verloren habe. Den Platzverweis seines Starspielers Michael Olise nannte er "überblöd". All das war völlig untypisch für den Belgier, der öffentliche Kritik an seinen Spielern eigentlich vermeidet oder sie nur hinter verschlossenen Türen äußert. Doch dieser Wandel ist genau richtig – und kommt zum richtigen Zeitpunkt. Die Bayern haben in dieser Saison zwar noch kein Spiel verloren, aber trotz ihrer spielerischen Überlegenheit stimmen die Ergebnisse nicht. Die Devise scheint deswegen zu sein, schon frühzeitig in der Saison den Finger in die Wunde zu legen. Denn sie wissen genau, was auf dem Spiel steht: der maximale sportliche Erfolg. Allem voran der Titel in der Champions League . Nichts anderes wollen die Bayern endlich wieder gewinnen. Gelingt das am Ende nicht, wäre es trotz erwartbaren Meistertitels und Pokalsiegs wieder nur eine akzeptable Saison, aber keine gute. Herbstkrise mit Ansage: Zahlt Bayern jetzt den Preis dafür? Die nächsten Wochen haben es gerade in diesem Wettbewerb in sich. Es stehen wichtige Spiele gegen den FC Arsenal und Atlético Madrid an – absolute Gradmesser. Einen Ausrutscher kann man sich auf dem aktuellen Niveau nicht leisten. Gegen Elversberg (am Ende noch ein knapper Sieg), Augsburg und Stavanger (beide Spiele unentschieden) kann man mit der Klasse der Bayern noch ein Spiel nach Rückstand drehen, gegen Topklubs wie die zwei Genannten oder aber auch Paris Saint-Germain oder den FC Barcelona ist das deutlich schwerer. Kompany und Eberl legen den Finger in die Wunde Da dürfen sich die Bayern ab sofort keine Unkonzentriertheiten, frühen Gegentore, die von Kompany angesprochenen Fehler oder Rote Karten wegen eines kurzen Blackouts wie bei Olise leisten. Kompany weiß das – und wird deswegen schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison sehr deutlich. Daher ist es genauso richtig, dass auch Sportboss Max Eberl nach dem Spiel mit den Norwegern deutliche Worte fand und erklärte, dass das Niveau der Mannschaft ein anderes sein müsse. Die Spieler sollten genau hinhören, was Trainer und Sportboss ihnen zu sagen haben. Sonst kann es in München ganz schnell sehr ungemütlich werden.