Heizung im Auto wird nicht warm: Diese Ursachen stecken dahinter
Wenn die Heizung im Auto kalt bleibt, ist das nicht nur unangenehm. Beschlagene Scheiben und Kälte können auch die Sicherheit gefährden. Wer bei niedrigen Temperaturen in sein Auto steigt, möchte, dass die Scheiben schnell frei und der Innenraum warm sind. Bleibt die Heizung jedoch kalt, könnte ein größeres Problem dahinterstecken. Denn ohne funktionierende Heizung bleibt die Feuchtigkeit länger an den Scheiben. Die Sicht bleibt eingeschränkt und sicheres Fahren ist nicht möglich. Einige verkrampfen im kalten Auto auch und reagieren langsamer. Dadurch werden sie zu einer Gefahr im Straßenverkehr . Warum wird die Autoheizung nicht warm? Bei Benzinern und Dieselautos hängt die Innenraumheizung meist mit dem Kühlkreislauf des Motors zusammen. Das Kühlmittel nimmt die Wärme des Motors auf und gibt sie über den Wärmetauscher an die Luft ab. Das Gebläse verteilt diese warme Luft anschließend im Innenraum. Funktioniert einer dieser Schritte nicht richtig, bleibt es im Auto kalt. Nicht genügend Kühlmittel Eine der häufigsten Ursachen ist ein zu niedriger Kühlmittelstand. Ist zu wenig Kühlflüssigkeit im System, kann die Wärme nicht mehr richtig transportiert werden. Ursache könnte ein Leck sein. Den Kühlmittelstand können Sie selbst kontrollieren. Dafür muss der Motor allerdings vollständig abgekühlt sein. Der Ausgleichsbehälter hat in der Regel eine Minimum- und Maximum-Markierung. Liegt der Stand darunter, muss geeignetes Kühlmittel nachgefüllt werden. Ist der Kühlmittelstand häufiger zu niedrig, sollte geklärt werden, was dahintersteckt. Thermostat ist defekt Auch ein defektes Thermostat kann hinter der defekten Heizung stecken. Es regelt, wann welcher Teil des Kühlkreislaufs genutzt wird. Bleibt es offen hängen, wird der Motor oft nicht richtig warm. Hinweise auf einen derartigen Defekt sind eine Temperaturanzeige, die kaum steigt, ein Motor, der sehr lange braucht, um warm zu werden, sowie eine Heizung, die auch nach längerer Fahrt kalt bleibt. Verstopfter Wärmetauscher Wenn der Motor warm wird und dennoch keine warme Luft in den Innenraum kommt, kann der Wärmetauscher das Problem sein. Er ist womöglich verstopft oder undicht. Der Wärmetauscher sitzt im Bereich des Armaturenbretts und funktioniert ähnlich wie ein kleiner Heizkörper. Ist er verstopft, kann die Wärme nicht mehr richtig abgegeben werden. Hinweise auf einen undichten Wärmetauscher sind ein süßlicher Geruch im Innenraum, beschlagene Scheiben trotz Heizung oder feuchte Stellen im Beifahrerfußraum. Manchmal steckt auch Luft im Kühlsystem. Dann zirkuliert das Kühlmittel nicht richtig. Das kann zum Beispiel nach Reparaturen oder einem Kühlmittelwechsel passieren. Wenn Sie gluckernde Geräusche aus dem Armaturenbrett hören, die Heizleistung schwankt oder die Heizung nur bei höherer Drehzahl richtig funktioniert, sollten Sie in die Werkstatt fahren. Gebläsemotor kontrollieren Bleibt nicht nur die Wärme, sondern auch der Luftstrom aus, kann das Problem beim Gebläsemotor, einer Sicherung oder einem Gebläsewiderstand liegen. Funktionieren nur einzelne Gebläsestufen nicht, deutet das ebenfalls auf ein elektrisches Problem hin. Bei Autos mit Klimaautomatik können zudem kleine Stellmotoren defekt sein, die die Luftklappen steuern. Dann kommt warme Luft womöglich nur aus bestimmten Düsen oder die Luftverteilung lässt sich nicht mehr richtig einstellen. Was Sie selbst prüfen können Beobachten Sie zunächst die Temperaturanzeige. Nach einigen Minuten Fahrt sollte der Motor seine Betriebstemperatur erreichen. Bleibt die Anzeige dauerhaft sehr niedrig, spricht das eher für ein Problem im Kühlkreislauf oder am Thermostat. Steigt sie dagegen stark an, sollten Sie nicht weiterfahren. Testen Sie außerdem alle Gebläsestufen und die verschiedenen Einstellungen der Luftverteilung. Auch ein verschmutzter Innenraumfilter kann die Luftzufuhr behindern. Der Filter sollte etwa alle 15.000 Kilometer oder einmal jährlich gewechselt werden. Wichtig: Öffnen Sie den Kühlmitteldeckel niemals bei heißem Motor. Das System steht unter Druck, heißes Kühlmittel kann austreten. Verwenden Sie auch keine offenen Flammen oder tragbaren Heizgeräte im Auto. Und lassen Sie den Motor nicht in geschlossenen Räumen laufen. Was kostet die Reparatur? Die Kosten hängen von der Ursache ab. Der Austausch der Sicherung oder das Nachfüllen des Kühlmittels schlagen meist nur mit wenigen Euro zu Buche. Auch das Entlüften des Systems ist vergleichsweise günstig. Rechnen Sie bei diesen Maßnahmen mit 30 bis 60 Euro. Der Thermostatwechsel kostet zwischen 80 und 150 Euro. Teurer ist die Reparatur des Gebläsemotors, der Stellmotoren oder des Wärmetauschers. Für einen Gebläsemotor werden etwa 150 bis 300 Euro fällig. Der Austausch des Wärmetauschers kann mehrere Hundert Euro kosten. Als Richtgröße werden Summen bis zu 800 Euro genannt. Fazit: Lieber früh prüfen lassen Bleibt die Autoheizung kalt, kann eine einfache Ursache dahinterstecken – etwa zu wenig Kühlmittel oder eine defekte Sicherung. Ignorieren sollten Sie das Problem nicht. Spätestens wenn die Scheiben nicht frei werden, der Motor ungewöhnlich kalt bleibt oder die Temperaturanzeige stark steigt, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen.