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Gregor in Gefahr bei der Trans-Provence – Tag 5: Haarnadelkurven im Heuhaufen

Am vorletzten Tag der Trans Provence 2019 stand nicht nur ein ordentlich früher Start an, es gab auch weitere vier extrem lange und anspruchsvolle Stages zu bewältigen. Obwohl die Transfers diesmal fast durchgehend fahrbar waren, sollte der Tag mit 54 km und 1450 hm ordentlich lang werden.

# Die Räder stehen bereit und umgezogen werden muss für die kommende Nacht auch nicht. Es kann losgehen! - Foto: Sven Martin
Diashow: Gregor in Gefahr bei der Trans-Provence – Tag 5 - Haarnadelkurven im Heuhaufen
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Am Abend kam die Ankündigung des Grauens: Da am fünften Morgen eine 1,5 stündige Shuttle-Fahrt, die uns hoch auf einen Pass und sogar knapp über die französisch-italienische Grenze bringen sollte, anstand, mussten wir diesmal etwas früher aus dem  Bett. Um 6:20 Uhr sollten die Shuttles beladen werden, das Frühstück stand ab 5:30 Uhr bereit … Horror! Ich beschloss direkt meinen Wecker wie die anderen coolen Kids auf 5:45 Uhr zu stellen und das Zeitlimit beim Frühstück auszureizen, was auch ganz easy klappte. Da wir die nächste Nacht im selben Camp verbringen sollten und nichts packen mussten, war ich am Morgen schnell einsatzbereit und saß nach einem kurzen Frühstück wieder dösend im Shuttlebus.

# Das sieht auch heute ganz schön fies aus. - Foto: Max Schumann
# Wahnsinns-Aussichten am frühen Morgen: Es ist gerade einmal 7:22 Uhr auf diesem Foto
# nehmen - Foto: Sven Martin
# nehmen

Stage 17

Oben angekommen und ausgestiegen hieß es erstmal die Weltkriegs-Ruinen bewundern und etwas sonnen, da wir dem Zeitnahme- und Media-Team, das mit uns gestartet war, etwas Zeit lassen mussten. Gähnend und noch gar nicht wach folgte dann ein längerer, aber nicht allzu schwerer Transfer über einen hochgelegenen, alpinen Pfad, auf dem ich mit meinem müden Kopf definitiv Probleme hatte, die schmale Linie zu halten. Der Start der Stage fand auf einer Grad-Ebene statt, nach einem kurzen Tretstück wurde diese extrem schnell … und blieb es auch. Ab und zu gab es einen kurzen Uphill oder eine enge Kurve, aber meistens hieß es einfach Vollgas geben und möglichst wenig bremsen. Wenige Sekunden nach dem Start merkte ich, dass ich meine Goggle gar nicht aufgesetzt habe … ich weiß nicht ob ich mittlerweile einfach keine Nervenenden mehr habe oder mein Körper so auf die Basisfunktionen beschränkt ist, dass er einfach auf keine anderen Reize mehr reagiert, aber das Ganze interessierte mich nicht die Bohne und ich konnte ganz gut am Gas hängen.

# nehmen
# Riesige Weltkriegsruinen auf dem Weg zur Spitze - Foto: Sven Martin
# Kurven auf dem Bergkamm. Doch auch hier gilt: Bitte nicht vom handtuchbreiten Trail abweichen! - Foto: Sven Martin
# Hier wird der werte Herr Martin einiges aufzuholen haben – die Fahrer haben ein gutes Stück Vorsprung vor den Fotografen - Foto: Sven Martin
# Transprovence19 SM Day5 j6a5768 - Foto: Sven Martin
# TP19 DP Day5-07378
# Max Schumann im Kampfflugzeug-Tiefflugmodus! - Foto: Sam Needham
# Gregor ist noch nicht richtig wach und fährt zunächst ohne Goggle. - Foto: Sven Martin
# Wolfgang trägt zwar den Schutz vor den Augen, aber … - Foto: Sven Martin
# … muss kurze Zeit später schieben. Defekt oder technische Trailschwierigkeit? Dies können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klären. - Foto: Sven Martin

Ein kurzer Transfer über einen sehr mediterran anmutenden Trail mit einigen engen Kurven brachte uns in den malerischen Ort Tende … nach vier Tagen Rennsport ohne große Pausen zwischendrin, war erstmal ein leckeres Erdbeertörtchen mit kalter Cola angesagt – oder Kaffee und Croissant, je nach Vorliebe. Nach der morgendlichen Pause stand der größte Transfer des Tages an: Mit zwar gut pedalierbarer Steigung, aber unter gnadenloser Sonne ging es zirka 6oo hm auf einer erst asphaltierten, später geschotterten Straße nach oben.

# Im Gänsemarsch geht es bergan - Foto: Sven Martin

Stage 18

Die zweite Stage des Tages startete vielversprechend in einem schönen Laubwald auf perfekten Waldboden mit einigen sehr schnellen und offenen Kurven. Gerade als ich mich so richtig freuen und die verhassten Serpentinen endlich als Teil der Vergangenheit abhaken wollte, wandelte sich der Trailcharakter aber um 180°: Es wurde steil und die Kurven wurden eng – richtig eng. Das liegt mir nicht und meinem defekten Arm schon gar nicht, denn das komplette Körpergewicht lastete alle paar Sekunden beim Anbremsen und Umsetzen komplett drauf. Dazu kam, dass außen immer fiese Felsen aus dem Boden ragten, sodass man mit dem Vorderrad weit innen aus der Kurve beschleunigen musste, was mir nicht immer gelang und zu einigen zusätzlichen Liegestützen auf dem Lenker führte. Gegen Ende der Stage war die Kraft dann komplett leer und ich hatte wieder einmal das Gefühl, das erste Mal in meinem Leben auf dem Rad zu sitzen … nichts ging mehr und das Stage-Ende konnte gar nicht früh genug kommen.

# Unser rasender Reporter im Dschungel Frankreichs - Foto: Max Schumann
# Lauschiger Wald, hackende Fahrer. Stage 18 startet grandios! - Foto: Sam Needham

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