Ladenburg: 61-Jähriger muss bei Triathlon-Festival reanimiert werden (Update)
Von Axel Sturm
Ladenburg. Das 25. Ladenburger Triathlon-Festival wurde von einem Unglücksfall überschattet: Ein 61 Jahre alter Teilnehmer erlitt auf der Ursenbacher Höhe einen Schwächeanfall und kollabierte. Er fiel beim steilen Odenwald-Aufstieg vom Rad. „Die Situation war sehr ernst“, sagte Petra Klodt, Vorsitzende der veranstaltenden Ladenburger Sportvereinigung (LSV). Der Mann hatte aber großes Glück, denn direkt hinter ihm fuhr eine Ärztin. Sie erkannte den Ernst der Lage sofort, beendete den Wettbewerb, reanimierte den Verunglückten und holte ihn zurück ins Leben. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn anschließend in ein Krankenhaus.
Laut Polizei befand sich der Mann gestern weiterhin auf der Intensivstation. Auch ein weiterer Radfahrer brach beim RömerMan laut Polizei zusammen, er schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Beim ältesten Triathleten des Wettbewerbs, dem 73-jährige Erich Walcher, saß der Schreck noch am Abend tief. Als er beim Passieren der Unglücksstelle sah, wie um das Leben des Mannes gekämpft wurde, nahm er das als Warnung. „Ich bin ohne Eile zurück ins Römerstadion gefahren und habe die Laufschuhe erst gar nicht mehr angezogen“, sagte Walcher. Auch ihm machte das schwüle Wetter große Probleme. Es ging zwar immer ein leichter Wind, der brachte aber keine Abkühlung.
Tatsächlich hatten viele der 1650 Triathleten mit den Temperaturen zu kämpfen. Selbst Chef-Organisator Günter Bläß hing zeitweise in den Seilen. Er war gesundheitlich ausgerechnet an dem Tag nicht auf der Höhe, an dem er mit den Teilnehmern, dem Organisationsteam und den Sponsoren ausgelassen feiern wollte. Letztendlich war es ihm und dem sportlichen Leiter Jürgen Hilberath aber am wichtigsten, dass die Veranstaltung gut über die Bühne gebracht wurde.
Als Triathlet Georg Rombach vor 25 Jahren die Idee hatte, einen Triathlon in Ladenburg zu organisieren, hätte Bläß sich nie ausgemalt, dass die Veranstaltung einmal so groß werden würde. Heute ist das Triathlonfestival eine der bedeutendsten Breitensportveranstaltungen in Deutschland.
Leider konnte auch Mitbegründer Kurt W. Zepf nicht vor Ort sein. Krankheitsbedingt musste er kurzfristig absagen. Zepf war 24 Jahre lang für die Organisation der Schwimm-Wettbewerbe des Fitness-Triathlons verantwortlich. Zehn Jahre unterstützte ihn Uli Finkh dabei, der nun am Samstagmorgen ins kalte Wasser geworfen wurde. Der Trainer der erfolgreichen LSV-Rope-Skipper hatte aber alles im Griff.
Das Triathlonfestival ist in Ladenburg in drei Wettbewerbe unterteilt. Am Morgen gingen die Römerkids an den Start. Der Nachwuchs wird in spielerischer Form an den Wettbewerb herangeführt. Der Veranstalter verzichtet daher bewusst auf eine Zeitnahme und auf Siegerpokale. Alle Römerkids erhielten eine Erinnerungsurkunde und ein kleines Geschenk.
Beim Fitness-Triathlon (500 Meter Schwimmen, 24 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen) sollte zwar der Spaß im Vordergrund stehen, aber für die meisten Teilnehmer ist es eben doch eine Frage des Ehrgeizes, eine gute Zeit zu erreichen. „Natürlich will man seine Ziele erreichen“, sagte der Ladenburger Ernst Peters, „dafür habe schließlich trainiert.“
Wer keine Lust hat, sich zu quälen, muss erst gar nicht beim „RömerMan“ antreten: 1,8 Kilometer schwimmen im Neckar, anspruchsvolle Steigungen hoch zum Weißen Stein auf der 40 Kilometer langen Radstrecke und zum Abschluss zehn Kilometer laufen – nicht umsonst spricht man bei diesem Wettbewerb von olympischen Distanzen.
Update: Sonntag, 21. Juli 2019, 19.39 Uhr