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Wenn die Stadt zur Partymeile wird: Was beim Eppinger Altstadtfest abging (plus Fotogalerie)

Von Angela Portner

Eppingen. Zwei Tage herrschte Ausnahmezustand in der Fachwerkstadt. Das 23. Altstadtfest zog wieder unzählige Besucher an. Auf den Grills brutzelten Steaks und Würstchen, literweise floss goldgelber Gerstensaft. Die Partnerstädte verwöhnten die Besucher kulinarisch mit landestypischen Spezialitäten. Auf den Bühnen wurde gerockt, in den Gassen getanzt, Orchestermusik dröhnte zwischen den Fachwerkhäusern.

Recht gemütlich ging es auf dem Marktplatz bei der Eröffnung mit Fassanstich unter Begleitung der Baden-Württembergischen Weinkönigin und der Waldkönigin aus Sulzfeld, dem Bühnenprogramm der Gäste und bei heißen Sommertemperaturen zu. In den Abendstunden fanden die Besucher dann kaum noch ein Plätzchen zum Verweilen.

"Ohne sie ist ein Altstadtfest undenkbar", sagte Oberbürger Klaus Holaschke in Richtung der Gäste aus den Partnerstädten. Die zeigten mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm schon zur Eröffnung, mit welcher Energie sie die Freundschaft nähren können. Aus dem ungarischen Szigetvár wirbelten Folkloregruppen über die Bühne, die Blasmusikformation "Harmonie de Sommevoire-Rozieres" aus dem französischen Wassy brachten ihre Bleche mit kräftigen Atemzügen zum Klingen und die "Epping Forest Band" begeisterte mit gewohnt kerniger Orchestermusik. Nach einem gelungenen Fassanstich sprudelte das Freibier in die Humpen, vom Badnerlied wurden gleich drei Strophen gesungen, Böllerschüsse der Schützengesellschaft dröhnten vom Rathausbalkon und die Fünftklässler der Hellbergschule ließen ihre Luftballons in den Himmel steigen.

Mit internationalen Spezialitäten wurde an den über 50 Ständen aufgewartet. Die französischen Gäste lockten mit Käseteller, Quiche und Champagner. Bei den Ungarn gab es Lángos und Kesselgulasch, während die Engländer ihre Gäste mit Jacket-Potatoes, Guiness und Whiskey verwöhnten.

Aber auch die Eppinger Vereine servierten Gerichte aus aller Welt. Einen "roten Kuss" durfte man sich gleich beim Eingang zur kulinarischen Meile bei Achim Müllers Kaffeefaktur abholen, beim Flug- und Modellsportverein wurde mit einem oder zwei "Überfliegern" vorgeglüht, beim Karateverein gab es Abkühlung mit zuckerigem Slush-Ice, allerorts wurden Cocktails gemixt und der Imkerverein ging mit Honiglikör auf Bärenfang.

Die ökumenische Flüchtlingshilfe servierte vom indischen Pakora und Mangolassi, russischen Krebil und Pirogi über Benachin aus Gambia bis hin zu syrischen Sarma eine solche Vielfalt, dass die Auswahl zur spannenden Herausforderung für die Geschmacksnerven wurde.

Nachdem die Besucher am frühen Abend einen kurzen aber heftigen Regenguss hinnehmen mussten, herrschte später in der Altstadt erdrückende Enge. Tausende Besucher scharten sich um Stände und Musikbühnen. Im Zelt der Stadtkapelle tanzte man bei Blasmusik gegen Mitternacht auf den Tischen.

Und auch die Blasmusikformation aus Wassy animierte, wo immer sie hinkam, zum Mittanzen und zeigte eine solch bewegungsintensive Darbietung, dass einem schon beim Zusehen schwindelig werden konnte. Auf der Bühne vor der katholischen Kirche rockten "No Date Theory" und "X-Change". In der Kirchgasse mischte die Gruppe "Handmade-History of Rock" das Publikum auf und die Marktplatzbühne war bis weit nach Mitternacht von vielen Besuchern umlagert.

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