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Edingen-Neckarhausen: "Killing me softly" brachte schon mal Erfolg

Von Katharina Schröder

Edingen-Neckarhausen. "Wenn ich auf der Bühne stehe und sehe, dass ich den Leuten eine Freude mache, das ist mir wichtiger als materieller Erfolg", sagt Carina Koslik aus Edingen-Neckarhausen. Die 29-Jährige hat sich um den der verstorbenen Soulsängerin gewidmeten Joy Fleming Preis beworben. Von 62 Bewerbungen wählte die Jury neun Finalisten aus, die am Freitag, 25. Oktober, im Capitol in Mannheim gegeneinander antreten. Koslik ist eine davon. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde von Bernd Peter Fleming zum Gedenken an seine 2017 gestorbene Mutter und als Nachwuchswettbewerb ins Leben gerufen.

Mit dem Song "Killing me softly" will sich Koslik gegen ihre acht Konkurrenten durchsetzen. "Ich bin ganz schön aufgeregt", sagt sie. Die Teilnehmer konnten aus einer Liste von Joy Flemings Live-Repertoire einen Song auswählen. "An Flemings eigene Lieder habe ich mich noch nicht rangetraut", sagt Koslik. Außerdem schließe sich mit "Killing me softly" ein Kreis.

"Wusste sofort, welchen Song ich nehme"

Mit dem Singen hat Koslik in der Schulzeit angefangen. Auf dem Ladenburger Carl-Benz-Gymnasium war sie Teil des Chors. Einmal sang sie dabei ihrem Lehrer vor - das Lied "Killing me softly". Von da an bekam sie Soli bei Konzerten. "Ich musste gar nicht lange überlegen", sagt Koslik, "als ich die Liste gesehen habe, wusste ich sofort, welchen Song ich nehme." Dass Fleming den Song gecovert hatte, wusste sie bis dahin gar nicht. Aber die Interpretation der Sängerin gefällt ihr.

Obwohl der Song gut passte, musste Koslik sich erst zu einer Bewerbung durchringen. "Ich habe schon ganz früh gelesen, dass es den Joy Fleming Preis gibt. Mit meiner Bewerbung habe ich dann aber noch bis zum letzten Tag gewartet." Freunde hätten sie schließlich überzeugt. Zwei Tage nach der Bewerbung sei sie schon angerufen worden. "Als sie gesagt haben, dass ich dabei bin, konnte ich das gar nicht glauben."

Wirklich realisiert habe sie ihren Erfolg erst, sagt Koslik, als es in der Zeitung stand. "Da hatte ich es dann schwarz auf weiß." Jetzt bereitet sich die 29-Jährige auf das Finale vor. Die Band spielte allen Finalisten eine Aufnahme ihres Songs in der Stimmlage der Sänger ein. Damit sollen sie üben, denn eine Probe mit der Band gibt es erst am Tag des Finales am Freitag. Das Singen ist aus Kosliks Leben nicht mehr wegzudenken. Der größte Erfolg sei für sie, den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

"Musik verbindet und hilft einem auch über schwere Situationen hinweg", sagt Koslik, und sie weiß, wovon sie spricht. "In der Schule hatte ich es nicht leicht, ich wurde oft geärgert", erzählt sie. Singen habe ihr damals geholfen. Sie ging vom Carl-Benz-Gymnasium ab und machte ihre Mittlere Reife in Mannheim. Danach sang sie mit den in Edingen-Neckarhausen bekannten Musikern "Stips" und "Doc". "Wir saßen zusammen in der Sitte in Friedrichsfeld und haben einfach angefangen zu singen", erinnert sich Koslik. Der Wirt habe gefragt, ob sie nicht bei ihm auftreten wollten. Mit "Doc" hatte Koslik auch Auftritte in Heidelberg.

Als es Koslik hauptberuflich in die Gastronomie verschlug, blieb für die Musik nicht mehr viel Zeit. "Die Arbeit in der Gastro hat mir zu viel in meinem Leben genommen, ich hatte kaum noch Zeit", erzählt sie. "Deswegen habe ich einen Schnitt gemacht." Jetzt macht Koslik eine Ausbildung zur Konditorin in der Bäckerei Kapp in Edingen-Neckarhausen. "Da kann ich mich künstlerisch echt gut einbringen", sagt sie. "Ich wollte lieber was Handwerkliches machen, einen Bürojob hätte ich mir nicht vorstellen können."

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